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OTHER · SIPCAM OXON S. P. A.

SIP 41061

BVL Zul.-Nr. 00B041-00

SIP 41061 ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (Weizen, Gerste), Raps und Zuckerrüben. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol in einer hochkonzentrierten Formulierung bietet dieses Fungizid sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern und sichert die Qualität des Ernteguts.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Pflanzenverträglichkeit und eine schnelle Aufnahme in das Pflanzengewebe aus. Nach der Anwendung verteilt sich der Wirkstoff systemisch in der Kultur, wodurch auch der Neuzuwachs effektiv geschützt wird. Dies macht SIP 41061 zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz, insbesondere bei hohem Infektionsdruck von Blatt- und Ährenkrankheiten sowie Stängelfäule.

Wirkstoffe

Prothioconazol
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Ohne Ergosterol verliert die Zellmembran der Schaderreger ihre strukturelle Integrität und Funktionsfähigkeit, was das Myzelwachstum und die Sporenkeimung des Pilzes effektiv stoppt. Durch die systemische Verteilung in der Kultur bietet das Mittel nicht nur einen vorbeugenden Schutzschild auf der Blattoberfläche, sondern erfasst auch bereits im Gewebe etablierte, latente Infektionen (kurative Wirkung). Dies verlängert das Zeitfenster für eine erfolgreiche Behandlung im Feld erheblich.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen vorzubeugen, sollte SIP 41061 stets im Rahmen einer gezielten Wirkstoffrotation eingesetzt werden. Da Prothioconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, empfiehlt sich der abwechselnde oder kombinierte Einsatz mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen, wie beispielsweise Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11) oder SDHI-Inhibitoren (FRAC-Gruppe 7). Zudem sollten die vom Hersteller empfohlenen Aufwandmengen stets voll ausgeschöpft werden, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

SIP 41061 weist eine hervorragende Mischbarkeit mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern auf. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, das Fungizid als eine der ersten Komponenten in den bereits zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllten Spritztank unter ständigem Rühren einzubringen. Die Verwendung von kalkhaltigem oder sehr kaltem Wasser hat keinen negativen Einfluss auf die physikalische Stabilität, jedoch wird eine zeitnahe Ausbringung der Spritzbrühe nach dem Ansetzen dringend empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SIP 41061 ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die länderspezifischen Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen) zu Oberflächengewässern genau zu beachten. Das Mittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des aktiven Bienenflugs vermieden werden, um jegliche Risiken für Bestäuber auszuschließen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RapsSclerotinia sclerotiorum61–690.45 LITER_PER_HECTARE49T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Rhynchosporium secalis30–490.5 LITER_PER_HECTARE35T
ZuckerrübeCercospora beticola39–490.4 LITER_PER_HECTARE28T
WeichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Braunrost (Puccinia recondita)29–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Braunrost (Puccinia recondita)29–690.5 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Sclerotinia im Raps?

Die Anwendung gegen die Sklerotinia-Stängelfäule (Sclerotinia sclerotiorum) in Raps (BRSNN) sollte präventiv während der Hauptblüte erfolgen (BBCH 63 bis 65). In diesem Stadium fallen die ersten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen, was dem Pilz als ideale Nährstoffquelle dient. Eine gezielte Behandlung schützt die Kultur vor dem Eindringen des Myzels in den Stängel.

Wie verhält sich SIP 41061 bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Dank der systemischen Eigenschaften von Prothioconazol ist die Wirkung weitgehend temperaturunabhängig. Für eine optimale Aufnahme und Verteilung in der Kultur sind jedoch aktive Wachstumsphasen der Pflanzen bei Temperaturen ab ca. 8 bis 10 °C ideal. Bei Frostgefahr oder extremen nächtlichen Minusgraden sollte die Behandlung verschoben werden, um Stress für die Kultur zu vermeiden.

Kann SIP 41061 in Zuckerrüben gegen Cercospora-Blattflecken eingesetzt werden?

Ja, das Produkt ist für die Anwendung in Zuckerrüben (BEAVA) gegen Cercospora beticola zugelassen. Die Behandlung sollte beim ersten Auftreten einzelner Befallssymptome oder nach dem Überschreiten regionaler Schadschwellen erfolgen, um eine epidemische Ausbreitung der Blattfleckenkrankheit im Bestand frühzeitig zu unterbinden.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Bekämpfung von Septoria-Blattdürre im Weizen?

Die Bekämpfung von Septoria tritici im Weizen (TRZAX) konzentriert sich meist auf die Phase zwischen dem Erscheinen des Fahnenblattes (BBCH 39) und dem Beginn der Blüte (BBCH 61). Da das Fahnenblatt und die oberen Laubblätter maßgeblich zur Ertragsbildung beitragen, müssen diese durch eine rechtzeitige Applikation von SIP 41061 vor Infektionen geschützt werden.

Wie beeinflusst die Regenfestigkeit von SIP 41061 die Terminierung der Spritzung?

Der Wirkstoff Prothioconazol wird nach der Applikation rasch von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen. In der Regel ist das Pflanzenschutzmittel bereits ein bis zwei Stunden nach der Anwendung regenfest. Dennoch sollte die Spritzung so geplant werden, dass der Spritzbelag vor dem Einsetzen von Niederschlägen vollständig auf den Blättern der Kultur antrocknen kann.