SPINTOR GR
SPINTOR GR ist ein hochwirksames, granuliertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Bodenschädlingen, insbesondere dem Drahtwurm (Larven des Schnellkäfers). Als Mikrogranulat formuliert, bietet es einen hervorragenden Schutz für empfindliche Kulturen wie Mais, Zuckermais und Kartoffeln in ihrer kritischen frühen Entwicklungsphase. Durch die gezielte Platzierung direkt im Boden wird der Wirkstoff genau dort konzentriert, wo der Schaderreger die Keimlinge und jungen Knollen schädigt.
Der Wirkstoff Spinosad basiert auf natürlichen Fermentationsprodukten des Bodenbakteriums Saccharopolyspora spinosa. SPINTOR GR vereint somit die hohe Wirksamkeit synthetischer Präparate mit den ökologischen Vorteilen eines biologischen Ursprungs. Diese moderne Formulierung ermöglicht eine präzise Dosierung direkt in der Saatfurche und minimiert das Risiko von Abdrift, was das Produkt zu einem wertvollen Baustein im integrierten Pflanzenschutz macht.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in SPINTOR GR enthaltene Wirkstoff Spinosad gehört zur IRAC-Gruppe 5 (Allosterische Modulatoren der nicotinischen Acetylcholinrezeptoren). Er greift an einer spezifischen Bindungsstelle der Acetylcholinrezeptoren im Nervensystem der Insekten an und führt zu einer dauerhaften Erregung der Nervenzellen. Dies resultiert in unkontrollierten Muskelkontraktionen, gefolgt von einer Lähmung und dem schnellen Absterben der Schaderreger. Da Spinosad primär als Fraß- und Kontaktgift wirkt, nehmen die Drahtwurmlarven den Wirkstoff bei ihren Fraßaktivitäten an den jungen Wurzeln, Keimlingen oder Pflanzkartoffeln im Boden auf. Die systemische Wirkung innerhalb der Kultur ist gering, weshalb der direkte Kontakt des Schädlings mit dem Granulat oder der behandelten Bodenzone für den Bekämpfungserfolg entscheidend ist.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei Bodenschädlingen wie dem Schnellkäfer (Drahtwurm) vorzubeugen, sollte SPINTOR GR strikt im Rahmen eines integrierten Schädlingsmanagements (IPM) eingesetzt werden. Da Spinosad der IRAC-Gruppe 5 angehört, ist ein Wirkstoffwechsel mit Bodeninsektiziden anderer Wirkungsklassen bei nachfolgenden Kulturen in der Fruchtfolge dringend zu empfehlen. Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine intensive Bodenbearbeitung im Sommer und eine weite Fruchtfolge die Reduzierung des Schädlingsdrucks nachhaltig.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da es sich bei SPINTOR GR um ein festes Mikrogranulat zur Bodenanwendung handelt, erfolgt die Ausbringung in der Regel solo über spezielle Granulatstreuer direkt bei der Aussaat oder dem Legen der Kulturen. Eine klassische Tankmischung in flüssiger Form ist daher nicht vorgesehen. Bei der gleichzeitigen Ausbringung von Reihendüngern ist darauf zu achten, dass separate Dosiersysteme verwendet werden, um eine Entmischung und ungleichmäßige Verteilung des Pflanzenschutzmittels im Saatschlitz zu verhindern. Eine präzise Kalibrierung der Applikationsgeräte ist für die optimale Wirkung unerlässlich.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit SPINTOR GR steht der Schutz des Anwenders vor Staubbildung im Vordergrund; das Tragen von vorgeschriebener Schutzkleidung und Atemschutz bei der Befüllung der Streugeräte wird empfohlen. Obwohl Spinosad als Wirkstoff eine hohe Toxizität gegenüber Bienen aufweist, ist das Risiko bei dieser spezifischen Granutatformulierung durch die direkte Einarbeitung in den Boden (In-furrow-Applikation) äußerst gering. Dennoch müssen strenge Auflagen zur Vermeidung von Granulatverlusten auf der Bodenoberfläche eingehalten werden, um Vögel und Kleinsäuger zu schützen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zuckermais | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 12 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 12 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Mais | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 12 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von SPINTOR GR?
Die Anwendung erfolgt ausschließlich präventiv direkt bei der Aussaat von Mais oder beim Legen der Kartoffeln. Das Granulat wird mithilfe eines Mikrogranulatstreuers direkt in die Saatfurche bzw. in die Legerille eingebracht, um einen unmittelbaren Schutzbereich um das Saatgut oder die Pflanzkartoffel zu bilden.
Wie wirkt sich die Bodenfeuchtigkeit auf die Effizienz von SPINTOR GR aus?
Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist vorteilhaft, da sie die Aktivität der Drahtwürmer in den oberen Bodenschichten fördert. Nur wenn die Schaderreger aktiv sind und mit dem Granulat oder dem unmittelbar umgebenden Bodenwasser in Kontakt kommen, können sie den Wirkstoff Spinosad aufnehmen. Bei extremer Trockenheit ziehen sich Drahtwürmer in tiefere Bodenschichten zurück, was die Wirkung verzögern kann.
Kann SPINTOR GR auch nachträglich bei akutem Drahtwurmbefall eingesetzt werden?
Nein, eine nachträgliche oder kurative Behandlung im stehenden Bestand ist mit dieser Granulatformulierung nicht möglich. Da Drahtwürmer unterirdisch leben und die Schäden oft erst nach dem Auflaufen der Kultur sichtbar werden, muss die Behandlung zwingend vorbeugend während des Sä- oder Legevorgangs erfolgen.
Welche technischen Voraussetzungen müssen für die Ausbringung erfüllt sein?
Für die Ausbringung wird ein präzise kalibrierter Mikrogranulatstreuer benötigt, der direkt an die Sä- oder Legemaschine gekoppelt ist. Es ist wichtig, spezielle Diffusoren oder Schare zu verwenden, die das Granulat gleichmäßig im Saatschlitz verteilen und eine vollständige Bedeckung mit Erde gewährleisten, um Wirkungsverluste und Risiken für Wildtiere zu minimieren.
Warum ist die Bekämpfung von Drahtwürmern in der Fruchtfolge so wichtig?
Schnellkäferlarven (Drahtwürmer) haben einen mehrjährigen Entwicklungszyklus im Boden (bis zu 5 Jahre). Ein starker Befall in einer Kultur kann auch die Folgekulturen massiv gefährden. Der gezielte Einsatz von SPINTOR GR in anfälligen Kulturen hilft, die Populationsdichte des Schaderregers im Boden nachhaltig zu senken und Folgeschäden zu minimieren.