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OTHER · Life Scientific Limited

SUMIR

BVL Zul.-Nr. 028452-00

SUMIR ist ein hochselektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in verschiedenen Getreidekulturen wie Winter- und Sommerweichweizen, Winter- und Sommergerste sowie Hafer. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit und eine flexible Anwendung im Frühjahr aus. Es ist ein bewährter Baustein für Landwirte, um ertragsschädigende Unkrautkonkurrenz frühzeitig auszuschalten.

Das Wirkungsspektrum von SUMIR umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender breitblättriger Unkräuter, darunter insbesondere Klettenlabkraut, Kamille-Arten, Vogelmiere und verschiedene Kreuzblütler. Durch die schnelle Aufnahme über das Blattgewebe und die systemische Verteilung in der Pflanze wird das Wachstum der Schaderreger rasch gestoppt, was zu einer zuverlässigen Bereinigung des Bestandes führt.

Dank des weiten Anwendungsfensters im Frühjahr lässt sich SUMIR optimal in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Seine physikalischen Eigenschaften ermöglichen eine einfache Handhabung und Dosierung, was es zu einer verlässlichen Lösung sowohl für spezialisierte Ackerbaubetriebe als auch für gemischte landwirtschaftliche Unternehmen in Deutschland macht.

Wirkstoffe

Florasulam
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in SUMIR enthaltene Wirkstoff Florasulam gehört zur chemischen Gruppe der Triazolopyrimidine und ist als ALS-Inhibitor (Acetolactat-Synthase) klassifiziert (HRAC-Gruppe 2). Nach der Aufnahme über die Blätter und zu einem geringen Teil über die Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch in die meristematischen Gewebe der Unkräuter transportiert. Dort blockiert er gezielt das Enzym ALS, welches eine Schlüsselrolle bei der Biosynthese der essenziellen verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin spielt. Infolge dieser enzymatischen Blockade kommt es zu einem sofortigen Wachstumsstopp der empfindlichen Unkräuter. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Nekrosen an den Vegetationspunkten und eine rötliche Verfärbung der Blattadern zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen bis Wochen, gefolgt vom vollständigen Absterben der Schaderreger. Da der Abbau in der Kulturpflanze rasch über metabolische Prozesse erfolgt, bleibt die Kultur selbst bei späten Anwendungen völlig unbeeinträchtigt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, sollte SUMIR stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements eingesetzt werden. Da Florasulam der HRAC-Gruppe 2 angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. Wuchsstoffen aus der HRAC-Gruppe 4) in der Fruchtfolge oder als Tankmischung dringend zu empfehlen. Zudem sollten mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung und eine abwechslungsreiche Fruchtfolgegestaltung genutzt werden, um den Selektionsdruck auf ALS-Inhibitoren zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

SUMIR weist eine hervorragende Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern auf, die im Getreidebau eingesetzt werden. Bei Tankmischungen mit Wuchsstoffen oder Gräserherbiziden ist auf die jeweiligen Herstellerempfehlungen zu achten, um phytotoxische Reaktionen oder antagonistische Effekte zu vermeiden. Für eine optimale Benetzung der Blattoberflächen wird die Anwendung in ausreichend Wassermenge (üblicherweise 200–400 l/ha) empfohlen, wobei extreme Wasserhärten oder sehr niedrige Wassertemperaturen vermieden werden sollten, um die physikalische Stabilität der Spritzbrühe nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SUMIR ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzkleidung während der Anmischung und Ausbringung, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Der Wirkstoff Florasulam ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte die Behandlung zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter während des Bienenflugs erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.075 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
HaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter30–390.125 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter30–390.125 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.075 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Kann SUMIR auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?

Ja, SUMIR wirkt bereits ab Temperaturen von ca. 5 °C zuverlässig. Dies ermöglicht einen sehr frühen Einsatz im Frühjahr, sobald das Wachstum der Unkräuter einsetzt. Nachtfröste kurz nach der Anwendung können die Wirkungsgeschwindigkeit zwar verzögern, beeinträchtigen die endgültige biologische Wirksamkeit jedoch in der Regel nicht.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium der Kultur bei der Terminierung der Behandlung?

Die Zulassung erlaubt eine Anwendung von BBCH 13 (Dreiblattstadium) bis BBCH 39 (Ligula-Stadium des Fahnenblattes). Für eine optimale Wirkung und zur Vermeidung von Ertragsverlusten durch frühe Unkrautkonkurrenz sollte die Behandlung jedoch idealerweise frühzeitig erfolgen, wenn die Unkräuter klein und wüchsig sind (meist im Bereich BBCH 13 bis 29 der Kultur).

Gibt es Einschränkungen für den Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von SUMIR?

Nach der regulären Ernte von mit SUMIR behandeltem Getreide können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst oder im folgenden Frühjahr alle üblichen Kulturen nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur aufgrund von Auswinterung oder Schäden sollten vor dem Nachbau empfindlicher Kulturen wie Leguminosen oder Raps die spezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungshinweise des Herstellers beachtet werden.

Wie lässt sich das Risiko von Wirkstoffresistenzen bei der Bekämpfung von Vogelmiere und Kamille minimieren?

Da Vogelmiere und Kamille-Arten ein erhöhtes Risiko für ALS-Resistenzen aufweisen, sollte SUMIR nicht wiederholt als alleiniger Wirkstoff in derselben Saison eingesetzt werden. Kombinieren Sie das Produkt in der Tankmischung oder Spritzfolge mit Partnern, die einen anderen Wirkungsmechanismus besitzen (z. B. synthetische Auxine/Wuchsstoffe), um selektierte Biotypen sicher zu erfassen.

Ist der Zusatz eines Netzmittels (Adjuvans) bei der Anwendung von SUMIR ratsam?

Unter normalen, wüchsigen Bedingungen ist die Formulierung von SUMIR ausreichend benetzend. Bei extrem trockener Witterung oder bei Unkräutern mit starker Wachsschicht (wie z. B. Weißer Gänsefuß) kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels die Wirkstoffaufnahme über das Blatt verbessern und die Wirkung absichern.

Wie verhält sich SUMIR bezüglich der Abdrift und des Schutzes von Nachbarkulturen?

Da SUMIR ein hochwirksames Herbizid gegen zweikeimblättrige Pflanzen ist, muss eine Abdrift auf benachbarte, zweikeimblättrige Kulturen (wie Raps, Rüben oder Gemüse) unbedingt vermieden werden. Verwenden Sie abdriftmindernde Düsen (Injektordüsen) und achten Sie auf die Windverhältnisse während der Applikation, um Schäden an Nachbarbeständen auszuschließen.