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OTHER · Agrotecnologias Naturales S.L. (ATENS)

Tricoten WP

BVL Zul.-Nr. 00B214-00

Tricoten WP ist ein hochwirksames biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis des nützlichen Bodenpilzes Trichoderma atroviride (Stamm AT10). Als benetzbares Pulver (WP) formuliert, ist dieses Präparat speziell für den Einsatz im professionellen Gemüsebau konzipiert, um Kulturen wie Tomaten, Auberginen und Paprika vor bodenbürtigen Schaderregern zu schützen. Es besetzt eine Schlüsselrolle im modernen, rückstandsfreien Pflanzenschutz und ist sowohl für den konventionellen als auch für den ökologischen Anbau hervorragend geeignet.

Der Fokus der Anwendung liegt auf der präventiven Bekämpfung von Fusarium-Arten, welche verheerende Welkekrankheiten und Fußkrankheiten an den Wurzeln und Stängelbasen der Kulturen verursachen können. Durch die Etablierung des nützlichen Pilzes im Substrat oder Boden wird den pathogenen Pilzen die Lebensgrundlage entzogen, bevor sie die Kultur schädigen können.

Wirkstoffe

Trichoderma atroviride Stamm AT10
1000 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von Trichoderma atroviride Stamm AT10 basiert auf einem multifaktoriellen, biologischen Ansatz (FRAC-Gruppe BM02). Nach der Anwendung besiedeln die Sporen rasch die Rhizosphäre und die Wurzeloberfläche der Kultur. Durch dieses schnelle Wachstum konkurriert der Nützlingspilz extrem erfolgreich mit pathogenen Schaderregern um Lebensraum und essentielle Nährstoffe (Kompetition). Darüber hinaus zeichnet sich der Stamm AT10 durch Mykoparasitismus aus: Er erkennt schädliche Pilze wie Fusarium-Arten, heftet sich an deren Hyphen an und baut deren Zellwände mittels spezifischer Enzyme (wie Chitinasen und Glucanasen) ab. Gleichzeitig induziert der Kontakt mit Trichoderma die pflanzeneigene Systemische Resistenz (ISR), wodurch die Kultur widerstandsfähiger gegen sekundäre Stressfaktoren und Infektionen wird.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Tricoten WP um einen biologischen Antagonisten mit einem komplexen, physikalisch-biochemischen Wirkungsmechanismus (FRAC BM02) handelt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielpathogenen als extrem gering einzustufen. Dennoch sollte das Produkt als integraler Bestandteil eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts (IPM) eingesetzt werden. Der Wechsel mit chemisch-synthetischen Fungiziden unterschiedlicher Wirkstoffklassen ist nicht nur zur allgemeinen Resistenzvermeidung sinnvoll, sondern unterstützt auch eine lückenlose Schutzstrategie während der gesamten Vegetationsperiode.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen ist zu beachten, dass es sich bei Tricoten WP um einen lebenden Organismus handelt. Die gleichzeitige Anwendung mit starken chemischen Fungiziden, insbesondere solchen mit breitem Wirkungsspektrum gegen Schlauchpilze (Ascomyceten), kann die Vitalität der Trichoderma-Sporen beeinträchtigen. Zwischen der Anwendung von Tricoten WP und chemischen Fungizidbehandlungen sollte ein ausreichender zeitlicher Abstand eingehalten werden. Mischungen mit den meisten Insektiziden, Herbiziden und Blattdüngern sind in der Regel unbedenklich, jedoch wird empfohlen, vorab eine Verträglichkeitsprobe durchzuführen und die Spritzbrühe sofort nach dem Ansetzen auszubringen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist Tricoten WP ein sehr günstiges Ökotoxizitätsprofil auf. Es ist als nicht bienengefährlich eingestuft und schont wichtige Nützlinge sowie Bodenorganismen wie Regenwürmer. Dennoch sind beim Umgang mit dem staubenden Pulver die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen einzuhalten; das Tragen von Atemschutz (Partikelfiltermaske) und Schutzhandschuhen bei der Handhabung und dem Ansetzen der Spritzbrühe wird empfohlen, um eine Sensibilisierung durch das Einatmen von Pilzsporen zu vermeiden. Gewässerabstandsauflagen sind gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen zu beachten, um einen Eintrag in Oberflächengewässer zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
AubergineFusarium-Arten1–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
TomateFusarium-Arten1–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Fusarium-Arten1–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Tricoten WP?

Die erste Behandlung sollte so früh wie möglich im Lebenszyklus der Kultur erfolgen, idealerweise bereits bei der Aussaat, beim Pikieren oder direkt beim Auspflanzen (ab BBCH-Stadium 01 bis 12). Da das Produkt rein präventiv wirkt, muss der Nützlingspilz die Wurzeln besiedeln und eine Barriere aufbauen, bevor bodenbürtige Schaderreger wie Fusarium-Arten infizieren können.

Kann Tricoten WP auch über Tröpfchenbewässerungssysteme ausgebracht werden?

Ja, Tricoten WP eignet sich hervorragend für die Applikation über professionelle Bewässerungs- und Fertigationssysteme. Es ist darauf zu achten, dass die Filter im System eine ausreichende Maschenweite aufweisen, um ein Verstopfen durch das benetzbare Pulver zu verhindern, und das System nach der Anwendung gut mit klarem Wasser gespült wird, damit alle Sporen in die Wurzelzone gespült werden.

Welche Bodentemperaturen sind für eine optimale Wirkung von Tricoten WP erforderlich?

Trichoderma atroviride ist in einem breiten Temperaturbereich aktiv, die optimale Keimung und Besiedlung der Wurzeln findet jedoch bei Bodentemperaturen zwischen 10 °C und 30 °C statt. Bei extrem kalten Böden unter 8 °C verlangsamt sich das Wachstum des Nützlings deutlich, weshalb die Anwendung bei warmen Frühjahrsbedingungen die besten Ergebnisse liefert.

Wie verträgt sich Tricoten WP mit dem Einsatz von chemischen Boden-Fungiziden?

Da Tricoten WP auf einem lebenden Pilz basiert, können chemische Boden-Fungizide die Wirksamkeit stark herabsetzen oder die Sporen abtöten. Wenn eine chemische Bodenbehandlung unvermeidbar ist, sollte ein zeitlicher Sicherheitsabstand von mindestens 7 bis 10 Tagen vor oder nach der Anwendung von Tricoten WP eingehalten werden.

Hat die Bodenfeuchtigkeit einen Einfluss auf den Erfolg der Behandlung?

Ja, eine ausreichende Boden- bzw. Substratfeuchtigkeit ist für das Überleben und die aktive Ausbreitung der Sporen von entscheidender Bedeutung. Der Boden sollte nach der Anwendung feucht, aber nicht staunass gehalten werden, um dem nützlichen Pilz optimale Startbedingungen für die Wurzelbesiedlung zu bieten.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Fusarium-Arten?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktübersicht nach dem Schaderreger „Fusarium-Arten“ und wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Tomate oder Paprika) aus, um alle aktuell in Deutschland zugelassenen biologischen und chemischen Alternativen anzuzeigen.