Trinity
Trinity ist ein leistungsstarkes, flüssiges Herbizid (Suspensionskonzentrat) von ADAMA Deutschland GmbH, das speziell für den Einsatz im Herbst in Wintergetreidekulturen entwickelt wurde. Mit seiner ausgewogenen Kombination aus drei bewährten Wirkstoffen bietet das Pflanzenschutzmittel ein breites Wirkungsspektrum gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie wichtige Ungräser wie den Gemeinen Windhalm und das Einjährige Rispengras. Es ist für den Einsatz in Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale und Winterhartweizen zugelassen.
Die Anwendung erfolgt im frühen Entwicklungsstadium der Kulturen vom Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (BBCH 00 bis 13). Durch die Kombination von Blatt- und Bodenwirkung erfasst Trinity bereits keimende sowie frisch aufgelaufene Schaderreger und sorgt so für unkrautfreie Bestände vor dem Winter. Dies sichert den Kulturen einen optimalen Start und minimiert die Nährstoff- und Wasserkonkurrenz in der kritischen frühen Wachstumsphase.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirksamkeit von Trinity basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel seiner drei aktiven Wirkstoffe, die unterschiedliche biochemische Prozesse in den Schadpflanzen blockieren. Pendimethalin gehört zur HRAC-Gruppe 3 (K1) und wirkt als Hemmstoff der Mikrotubuli-Bildung, was die Zellteilung in den Keimlingen stoppt. Es wird hauptsächlich über die Wurzeln und Hypokotyle keimender Unkräuter aufgenommen. Diflufenican (HRAC-Gruppe 12 / F1) hemmt die Phytoen-Desaturase (PDS), einen Schlüsselschritt in der Carotinoid-Biosynthese. Dies führt zum typischen Ausbleichen (Bleaching) der betroffenen Unkräuter unter Lichteinfluss. Chlortoluron (HRAC-Gruppe 5 / C2) wiederum blockiert den Elektronentransport im Photosystem II, wodurch die Photosynthese zum Erliegen kommt. Diese dreifache Angriffsweise über Boden und Blatt garantiert eine zuverlässige Wirkung auch unter wechselnden Witterungsbedingungen.
Resistenzmanagement
Durch die Kombination von drei Wirkstoffen aus völlig unterschiedlichen HRAC-Klassen (Gruppen 3, 5 und 12) ist Trinity ein hervorragendes Werkzeug für ein vorausschauendes Resistenzmanagement. Da die Wirkstoffe an verschiedenen Zielorten im Unkraut ansetzen, wird das Risiko einer Selektion resistenter Biotypen – insbesondere beim Gemeinen Windhalm – drastisch reduziert. Um diese Wirkung langfristig zu sichern, sollte Trinity in eine vielseitige Fruchtfolge integriert und im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen eingesetzt werden.
Mischbarkeit & Tankmischung
Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbst-Insektiziden (z. B. zur Vektorenbekämpfung von Viren) sowie anderen Herbiziden aus. Bei der Ausbringung ist auf eine gleichmäßige Benetzung und eine ausreichende Wassermenge von 200 bis 400 l/ha zu achten. Die Anwendung sollte auf gut abgesetzte, feinkrümelige Saatbetten erfolgen; extreme Trockenheit oder staunasse Böden können die Kulturverträglichkeit und die Entfaltung des Wirkstofffilms beeinträchtigen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Trinity sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen zum Anwenderschutz strikt einzuhalten. Aufgrund der enthaltenen Wirkstoffe gelten spezifische Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (NW-Auflagen) und Saumbiotopen, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme und die Belastung von Nichtzielorganismen zu minimieren. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb Anwendungen auch außerhalb des täglichen Bienenflugs möglich sind, sofern keine anderen Mischpartner dies einschränken.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 10–13 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 0–9 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 10–13 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 10–13 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 0–9 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 0–9 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 10–13 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 0–9 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 10–13 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 0–9 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Trinity im Herbst?
Der beste Bekämpfungserfolg wird im frühen Nachauflauf (BBCH 10 bis 12) erzielt, wenn die Schaderreger gerade auflaufen und sich im Keimblatt- bis Laubblattstadium befinden. Auch eine Vorauflaufbehandlung direkt nach der Saat ist bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit sehr wirksam.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von Trinity?
Da Trinity einen hohen Anteil an bodenwirksamen Komponenten (Pendimethalin und Diflufenican) besitzt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend für die Aktivierung des Wirkstofffilms auf der Bodenoberfläche.
Wie unterstützt Trinity das Resistenzmanagement bei Windhalm?
Durch die Kombination von drei Wirkstoffen aus unterschiedlichen HRAC-Klassen (Gruppe 3, 5 und 12) blockiert Trinity verschiedene Stoffwechselwege der Schaderreger gleichzeitig. Dies erschwert die Selektion resistenter Biotypen erheblich, insbesondere bei Windhalm-Populationen, die bereits Resistenzen gegen ALS-Hemmer aufweisen.
Gibt es Einschränkungen bezüglich der Bodenbeschaffenheit oder Saatbettbereitung?
Für eine optimale Wirkung sollte das Saatbett feinkrümelig und frei von groben Kluten oder organischen Rückständen (wie viel Stroh) sein. Eine gleichmäßige Saattiefe der Kultur von mindestens 3 cm ist wichtig, um phytotoxische Effekte an den Keimlingen zu vermeiden.
Kann Trinity in Tankmischungen mit anderen Herbstbehandlungen kombiniert werden?
Trinity ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden oder Insektiziden zur Bekämpfung von Blattläusen (Vektoren des Gelbverzwergungsvirus). Bei Mischungen sollte jedoch stets die Gebrauchsanleitung der Mischpartner beachtet und die Spritzbrühe zügig ausgebracht werden.
Wie verhält sich das Mittel bezüglich des Nachbaus von Folgekulturen im Schadfall?
Sollte ein vorzeitiger Umbruch der Kultur notwendig sein, können nach tiefem Pflügen in der Regel wieder Wintergetreide oder im Frühjahr Sommergetreide und Mais nachgebaut werden. Vor dem Anbau empfindlicherer Kulturen wie Rüben oder Leguminosen ist eine intensive Bodenbearbeitung zwingend erforderlich.