Alle Mittel
Sonstige · BASF Agricultural Solutions Deutschland

Xenial

BVL Zul.-Nr. 00A996-00

Xenial ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel von BASF, das speziell für den professionellen Getreideanbau entwickelt wurde. Als modernes Fungizid schützt es deine Kulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale zuverlässig vor ertragsmindernden Pilzkrankheiten. Dank seiner flüssigen Formulierung lässt sich das Produkt leicht dosieren und gleichmäßig im Bestand verteilen, was eine optimale Benetzung der Blattoberflächen garantiert.

Die Stärke von Xenial liegt in der cleveren Kombination von drei leistungsstarken Wirkstoffen: Mefentrifluconazole, Metrafenone und Pyraclostrobin. Diese innovative Formulierung bietet sowohl eine hervorragende vorbeugende (protektive) als auch eine heilende (kurative) Wirkung. Dadurch bist du in der Lage, flexibel auf Infektionsereignisse zu reagieren und deine Bestände auch in kritischen Phasen gesund zu erhalten.

Das Wirkungsspektrum deckt die wichtigsten wirtschaftlich bedeutenden Schaderreger im Getreide ab. Von Septoria-Arten und Rostpilzen bis hin zum Echten Mehltau und der Halmbruchkrankheit bietet Xenial einen lückenlosen Schutz, der die Vitalität deiner Kulturen sichert und das volle Ertragspotenzial ausschöpft.

Wirkstoffe

Mefentrifluconazole
66.6 g/L · Wirkstoff
Metrafenone
100 g/L · Wirkstoff
Pyraclostrobin
80 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von Xenial basiert auf drei unterschiedlichen biochemischen Wirkmechanismen, die sich gegenseitig perfekt ergänzen. Mefentrifluconazole (aus der FRAC-Gruppe 3) ist ein hochmodernes Triazol (DMI), das die Demethylierung bei der Sterol-Biosynthese in den Zellmembranen der Pilze blockiert. Dies führt zu einer schnellen Störung der Membranintegrität und stoppt das Wachstum der Pilzhyphen effektiv. Pyraclostrobin gehört zur FRAC-Gruppe 11 (Strobilurine) und greift direkt in die Energieproduktion der Schaderreger ein, indem es den Elektronentransport in den Mitochondrien an der Qo-Stelle hemmt. Metrafenone (FRAC-Gruppe 50) wiederum stört die Organisation des Actin-Cytoskeletts und die Zellwandbildung der Pilze, was insbesondere eine exzellente Wirkung gegen den Echten Mehltau zur Folge hat. Zusammen sorgen diese Wirkstoffe für eine schnelle Aufnahme, systemische Verteilung in der Kultur und eine langanhaltende Dauerwirkung.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels zu sichern, ist ein aktives Resistenzmanagement unerlässlich. Durch die Kombination von drei Wirkstoffen aus unterschiedlichen FRAC-Gruppen (3, 11 und 50) besitzt Xenial bereits ein eingebautes Antiresistenz-System. Dennoch solltest du das Produkt im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge einsetzen. Wechsle bei aufeinanderfolgenden Behandlungen systematisch zu Fungiziden mit anderen Wirkmechanismen und vermeide die maximale Ausschöpfung der zugelassenen Anwendungshäufigkeit pro Saison, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Xenial zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte darauf, den Spritztank zunächst zu mindestens zwei Dritteln mit sauberem Wasser zu füllen, das Rührwerk einzuschalten und Xenial als eine der ersten Komponenten vollständig aufzulösen, bevor du weitere Produkte hinzufügst.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Xenial steht der Schutz von Anwender und Umwelt an erster Stelle. Trage während der gesamten Handhabung und Ausbringung die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robusten Handschuhen und Augenschutz. Da das Mittel Wirkstoffe enthält, die für Gewässerorganismen toxisch sein können, musst du Abdrift auf angrenzende Oberflächengewässer strikt vermeiden. Nutze hierzu verlustmindernde Düsentechnik. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern empfiehlt es sich, die Anwendung in den späten Abendstunden durchzuführen, wenn kein aktiver Bienenflug mehr stattfindet.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
RoggenRhynchosporium secalis30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
GersteRhynchosporium secalis30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–591.5 LITER_PER_HECTARE56T
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.5 LITER_PER_HECTARE56T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Xenial?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 30 bis 59, also vom Beginn des Schossens bis zum Ende des Ährenschiebens. Richte dich nach den lokalen Warndienstaufrufen oder nutze Prognosemodelle, um das Pflanzenschutzmittel idealerweise präventiv kurz vor einer vorhergesagten Infektionsperiode auszubringen.

Wie wirkt sich die Wartezeit von Xenial auf deine Ernteplanung aus?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit für Xenial beträgt 56 Tage in allen zugelassenen Getreidekulturen. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Anwendung und dem geplanten Erntetermin zwingend einhalten, um sicherzustellen, dass keine unzulässigen Rückstände im Erntegut verbleiben.

Kannst du Xenial auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?

Ja, dank des modernen Wirkstoffs Mefentrifluconazole (Revysol) zeigt Xenial auch bei unbeständiger und kühler Witterung im zeitigen Frühjahr eine hervorragende und schnelle Wirkung. Die Wirkstoffaufnahme erfolgt bereits bei niedrigen Temperaturen zuverlässig, was dir eine hohe Flexibilität bei der Terminierung gibt.

Warum ist die Kombination mit Metrafenone besonders wertvoll für deine Bestände?

Metrafenone bietet einen hochspezifischen Wirkungsansatz gegen den Echten Mehltau. Wenn deine Kulturen in Regionen mit historisch hohem Mehltaudruck stehen oder du anfällige Sorten anbaust, sorgt dieser Wirkstoffpartner für einen extrem verlässlichen Schutzschild und verhindert die Ausbreitung des Pilzes auf die oberen Ertragsblätter.

Welche Wassermenge solltest du bei der Anwendung von Xenial wählen?

Für eine optimale Benetzung der Blätter und Halme wird eine Wasseraufwandmenge von 150 bis 300 l/ha empfohlen. Passe die Wassermenge an die Dichte deines Bestandes an: Je dichter und weiter entwickelt die Kultur ist, desto höher sollte die Wassermenge sein, um eine gründliche Durchdringung zu gewährleisten.

Wie verhältst du dich, wenn kurz nach der Anwendung Regen droht?

Xenial ist bereits nach kurzer Zeit regenfest, da die Wirkstoffe schnell in die Wachsschicht des Blattes eindringen. Dennoch solltest du die Behandlung so planen, dass der Spritzbelag vor dem Einsetzen von Niederschlägen vollständig abtrocknen kann (in der Regel reichen hierfür 1 bis 2 Stunden).