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Kultur

Hundspetersilie

Aethusa cynapium
AETCY

Die Hundspetersilie (Aethusa cynapium, EPPO-Code: AETCY) ist ein einjähriges bis überwinterndes Unkraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie tritt verstärkt in zweikeimblättrigen Kulturen auf, insbesondere im Rübenbau, in Gemüsekulturen sowie in Sonnenblumen. Aufgrund ihrer hohen Anpassungsfähigkeit und der späten Keimwellen stellt sie eine erhebliche Konkurrenz für die Hauptkulturen dar und kann erhebliche Ertragsverluste verursachen.

Morphologisch ist das Schaderreger-Unkraut im Jugendstadium leicht mit der echten Petersilie zu verwechseln, unterscheidet sich jedoch durch den unangenehmen Geruch beim Zerreiben und die glänzenden Blattunterseiten. Neben der direkten Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe erschwert die Hundspetersilie durch ihren krautigen Wuchs die mechanische Ernte. Zudem ist die gesamte Pflanze aufgrund von Alkaloiden (wie Aethusin) für Mensch und Tier stark giftig, was bei der Verunreinigung von Futtermitteln oder Gemüseernten ein hohes Risiko darstellt.

Typ
Kultur
EPPO-Code
AETCY
Wirte
4 Kulturen
Generationen
1 Generation pro Jahr (sommer- oder winterannuell)
Verbreitung
Die Hundspetersilie ist in ganz Europa weit verbreitet und tritt besonders auf nährstoffreichen, kalkhaltigen Lehm- und Tonböden als ertragsminderndes Unkraut im Rüben- und Feldgemüseanbau auf.

Biologie / Lebenszyklus

Die Keimung von Aethusa cynapium erfolgt vorwiegend im Frühjahr ab einer Bodentemperatur von etwa 6 bis 8 °C, wobei sich die Keimphase über mehrere Monate bis in den Sommer hineinziehen kann. Nach der Ausbildung einer kräftigen Pfahlwurzel und einer Blattrosette streckt sich der verzweigte, hohle Stängel, der Wuchshöhen von bis zu 100 cm erreichen kann. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September, in der die charakteristischen weißen Doppeldolden mit den typischen, nach unten hängenden Hüllchenblättern gebildet werden. Die Verbreitung erfolgt ausschließlich über Samen, die eine ausgeprägte Keimruhe besitzen und im Boden über viele Jahre hinweg keimfähig bleiben.

Bonitur

Die Feldkontrolle sollte frühzeitig ab dem Auflaufen der Kultur beginnen, insbesondere bei Zuckerrüben ab dem BBCH-Stadium 10 (Keimblattstadium) bis BBCH 39 (Reihenschluss). Da die Hundspetersilie in mehreren Wellen aufläuft, sind wöchentliche Bonituren ratsam, um auch spät keimende Individuen zu erfassen. Eine wirtschaftliche Schadensschwelle ist aufgrund der starken Konkurrenzkraft und der Ernteerschwerung sehr niedrig anzusetzen; im Rübenanbau gilt oft bereits ein Richtwert von 0,1 bis 0,5 Pflanzen pro Quadratmeter als tolerierbare Grenze für gezielte Behandlungen mit Pflanzenschutzmitteln.

Integriertes Management

Ein integriertes Management kombiniert pflanzenbauliche, mechanische und chemische Maßnahmen. Eine weite Fruchtfolge mit einem hohen Anteil an Wintergetreide unterdrückt das Frühjahrsunkraut effektiv durch Beschattung. Mechanische Regulierungen wie das Hacken zwischen den Reihen im BBCH-Stadium 12 bis 18 der Kultur zeigen gute Erfolge, müssen jedoch präzise durchgeführt werden, um die Pfahlwurzel vollständig zu kappen. Chemisch lässt sich die Hundspetersilie im Nachauflauf bekämpfen, wobei Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 2 (ALS-Inhibitoren) und 4 (Wuchsstoffe) in Splitting-Verfahren eingesetzt werden. Zur Vermeidung von Resistenzbildungen ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel und die Kombination verschiedener Wirkmechanismen (z. B. Boden- und Blattherbizide) zwingend erforderlich.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Warum ist die Hundspetersilie im Zuckerrübenanbau besonders schwer zu bekämpfen?

Die Hundspetersilie keimt in mehreren Wellen über einen langen Zeitraum hinweg. Frühe Vorauflaufbehandlungen haben oft keine ausreichende Dauerwirkung, weshalb späte Keimwellen nach dem Reihenschluss der Rüben (ab BBCH 39) ungestört heranwachsen können. Daher sind meist mehrfache Nachauflaufspritzungen (Splitting-Verfahren) notwendig.

Wie unterscheidet sich Hundspetersilie im Feld optisch von der echten Petersilie?

Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal sind die dreifach gefiederten Blätter, die auf der Unterseite stark glänzen. Zudem verströmt die Hundspetersilie beim Zerreiben der Blätter einen unangenehmen, knoblauch- oder rübenartigen Geruch, im Gegensatz zum typisch aromatischen Duft der echten Petersilie. Unter den Dolden besitzt sie zudem drei lange, nach unten gerichtete Hüllchenblätter.

Welche Rolle spielt die Bodenbearbeitung bei der Regulierung von Aethusa cynapium?

Da die Samen im Boden eine extrem lange Lebensdauer von über 10 Jahren aufweisen können, holt eine tiefe Pflugwendung vergrabene Samen oft wieder in keimfähige Schichten zurück. Ein reduziertes Bodenbearbeitungssystem kann helfen, den Samenvorrat an der Oberfläche gezielt durch falsche Saatbetten zum Keimen zu bringen und vor der Aussaat mechanisch zu regulieren.

Gibt es bekannte Resistenzen bei Hundspetersilie gegen Herbizide?

Bislang sind in Mitteleuropa keine flächendeckenden Resistenzen von Aethusa cynapium dokumentiert. Allerdings erfordert der häufige Einsatz von ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) im Rüben- und Gemüsebau ein wachsames Resistenzmanagement durch den Wechsel mit Wirkstoffen anderer HRAC-Klassen (wie z. B. HRAC-Gruppe 5 oder 15).

Wie wirkt sich eine Verunreinigung des Ernteguts mit Hundspetersilie aus?

Aufgrund des Gehalts an giftigen Polyinen (Aethusin) und Alkaloiden ist die Pflanze sowohl frisch als auch im Silo oder Heu für Nutztiere hochgradig toxisch. Im Feldgemüsebau (z. B. bei Spinat oder Kräutern) kann eine Kontamination mit Pflanzenteilen der Hundspetersilie zur Unverkäuflichkeit der gesamten Charge führen.

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