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Kultur

Hundszahn

Cynodon dactylon
CYNDA

Das Hundszahngras (Cynodon dactylon), im internationalen Datenverkehr unter dem EPPO-Code CYNDA geführt, ist ein ausdauerndes, wärmeliebendes Süßgras (Poaceae), das sich zunehmend zu einem ernstzunehmenden Problemunkraut in mitteleuropäischen Agrarökosystemen entwickelt. Ursprünglich in den Tropen und Subtropen beheimatet, breitet sich dieser Schaderreger infolge des Klimawandels und milder werdender Winter auch in den wärmeren Weinbau- und Maisanbauregionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz massiv aus.

Die wirtschaftliche Relevanz von Cynodon dactylon liegt in seiner extremen Konkurrenzkraft gegenüber den Hauptkulturen. Durch ein tiefreichendes System aus Rhizomen und oberirdischen Kriechtrieben (Stolonen) entzieht das Gras dem Boden große Mengen an Wasser und Nährstoffen. In Dauerkulturen wie Weinreben (Vitis vinifera) führt ein starker Besatz zu erheblichen Ertragseinbußen und erschwert die mechanische Bodenbearbeitung im Unterstockbereich massiv. Auch in Reihenkulturen wie Mais (Zea mays) kann das Unkraut bei mangelnder Kontrolle die jungen Kulturen in der kritischen Jugendentwicklung rasch überwachsen.

Typ
Kultur
EPPO-Code
CYNDA
Wirte
2 Kulturen
Verbreitung
Weltweit in warm-gemäßigten bis tropischen Klimazonen verbreitet; in Mitteleuropa nimmt die Ausbreitung und wirtschaftliche Schadwirkung in wärmebegünstigten Weinbau- und Ackerbaulagen rasant zu.

Biologie / Lebenszyklus

Cynodon dactylon ist ein ausdauernder Geophyt, dessen Hauptvermehrung vegetativ über ein weit verzweigtes Netz aus Rhizomen und Stolonen erfolgt, während die generative Vermehrung über Samen in Mitteleuropa eine untergeordnete Rolle spielt. Der Neuaustrieb aus den Überwinterungsorganen beginnt im Spätfrühjahr, sobald die Bodentemperaturen dauerhaft über 15 °C steigen. Während der Sommermonate wächst das Gras extrem schnell und bildet dichte Matten, wobei an den Knoten der Stolonen ständig neue Wurzeln und Triebe entstehen. Im Herbst, bei sinkenden Temperaturen und ersten Frösten, stirbt die oberirdische Biomasse ab, während die Rhizome im Boden nährstoffreich überwintern, um im nächsten Frühjahr den Zyklus erneut zu starten.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring sollte im Frühjahr beginnen, sobald die Bodentemperaturen steigen, um erste Austriebe frühzeitig zu erfassen. In Maiskulturen liegt der kritische Zeitraum für die Bonitur zwischen den BBCH-Stadien 12 (2-Blatt-Stadium) und 19 (9 oder mehr Blätter), da hier die Konkurrenz um Licht und Wasser am größten ist. Im Weinbau ist besonders im Frühjahr (ab BBCH 09 bis BBCH 53) auf erste grüne Spitzen im Unterstockbereich zu achten. Eine Schadschwelle im klassischen Sinne existiert für dieses invasive Unkraut kaum; aufgrund der extremen vegetativen Vermehrungskraft sollte bereits bei ersten Nestern (Schadschwelle: < 5 % Deckungsgrad) eine gezielte Regulierung eingeleitet werden, um eine Etablierung im Feld zu verhindern.

Integriertes Management

Die erfolgreiche Regulierung von Cynodon dactylon erfordert ein konsequentes, integriertes Management, da rein mechanische Maßnahmen oft kontraproduktiv sind. Da jedes abgetrennte Rhizomstück neu austreiben kann, führt eine unbedachte Bodenbearbeitung zu einer Verschleppung des Unkrauts; stattdessen sollten schneidende und tief lockernde Geräte (wie Grubber oder Pflug) in trockenen Perioden eingesetzt werden, um die Rhizome an die Oberfläche zu befördern, wo sie vertrocknen. Chemisch lässt sich das Hundszahngras im Weinbau relativ gut mit selektiven Graminiziden (HRAC-Gruppe 1) kontrollieren, während im Mais die Optionen aufgrund der botanischen Verwandtschaft stark eingeschränkt sind und oft auf spezielle Sulfonylharnstoffe (HRAC-Gruppe 2) zurückgegriffen werden muss. Um Resistenzbildungen vorzubeugen, ist ein strikter Wirkstoffwechsel zwischen den HRAC-Klassen einzuhalten und die chemische Anwendung stets mit kulturtechnischen Maßnahmen (wie einer dichten Begrünung) zu kombinieren.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich das Hundszahngras optisch von der Gemeinen Quecke?

Obwohl beide Gräser lange Rhizome bilden, kannst du das Hundszahngras leicht an seinen fingerförmig angeordneten Scheinähren (meist 4 bis 5 Ährenäste an der Triebspitze) erkennen, die an eine Hand erinnern. Zudem besitzt Cynodon dactylon anstelle eines Blatthäutchens (Ligula) einen dichten Haarkranz am Blattgrund, während die Quecke dort deutliche Öhrchen aufweist.

Warum ist die mechanische Bodenbearbeitung bei diesem Unkraut so riskant?

Jedes noch so kleine Rhizomsegment, das durch rotierende Geräte wie Fräsen oder Kreiseleggen abgetrennt wird, besitzt schlafende Knospen und kann zu einer neuen Pflanze heranwachsen. Wenn du den Boden im feuchten Zustand bearbeitest, vermehrst und verteilst du das Hundszahngras im gesamten Feld, anstatt es effektiv zu bekämpfen.

Welcher Zeitpunkt ist für eine chemische Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln optimal?

Die beste Wirkung erzielst du, wenn das Hundszahngras aktiv wächst und ausreichend Blattmasse gebildet hat, meist ab einer Wuchshöhe von 10–15 cm im Frühsommer. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom in die Rhizome gerichtet, wodurch systemische Herbizide besonders gut bis in die tiefen Überwinterungsorgane transportiert werden.

Wie kann ich im Weinbau einer Ausbreitung im Unterstockbereich vorbeugen?

Da das Hundszahngras extrem lichtbedürftig ist, hilft dir eine gezielte Einsaat von konkurrenzstarken, schattenspendenden Begrünungsmischungen in den Fahrgassen. Im direkten Unterstockbereich solltest du auf eine Kombination aus thermischen Verfahren (wie dem Abflammen) und dem rechtzeitigen, gezielten Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln setzen, bevor sich dichte Matten etablieren.

Gibt es bekannte Resistenzen bei Cynodon dactylon gegen Herbizide?

Ja, weltweit sind bereits Resistenzen gegen Glyphosat (HRAC-Gruppe 9) und einige selektive Graminizide (HRAC-Gruppe 1) dokumentiert. Um dies auf deinen Flächen zu verhindern, solltest du Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen im Wechsel einsetzen und die chemische Anwendung konsequent durch pflanzenbauliche Maßnahmen wie Fruchtfolgegestaltung und mechanische Schwächung ergänzen.

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