Kriechender Hahnenfuß
Der Kriechende Hahnenfuß (Ranunculus repens, EPPO-Code: RANRE) ist ein mehrjähriges, krautiges Unkraut aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Er zeichnet sich durch seine charakteristischen, oberirdisch kriechenden Ausläufer (Stolonen) aus, mit denen er dichte Teppiche bilden kann. Die Pflanze bevorzugt feuchte, nährstoffreiche und oft verdichtete Böden, weshalb sie besonders häufig auf staunassen Wiesen, Weiden, in Baumschulen und in feuchten Ackerrandstreifen anzutreffen ist.
Aus ökonomischer Sicht stellt der Kriechende Hahnenfuß vor allem im Grünland und in Baumschulkulturen ein erhebliches Problem dar. Da die Pflanze im frischen Zustand Protoanemonin enthält, ist sie für Weidetiere schwach giftig und wird vom Vieh gemieden. Dies führt zu einer selektiven Überweidung und einer raschen Ausbreitung des Unkrauts, was den Futterwert und den Ertrag von Grünlandflächen drastisch mindert. In Baumschulen konkurriert er stark um Wasser und Nährstoffe.
Biologie / Lebenszyklus
Die Überwinterung des Kriechenden Hahnenfußes erfolgt als ausdauernde Rosettenpflanze oder über im Boden überdauernde Samen. Im Frühjahr, meist ab April, treibt die Pflanze neu aus und bildet rasch lange, bewurzelnde Ausläufer, die an den Knoten neue Blattrosetten und Wurzeln entwickeln. Die Hauptblütezeit erstreckt sich von Mai bis August, in der die gelben Blüten zahlreiche Samen (Nüsschen) produzieren, die durch Tiere, Maschinen oder Wasser verbreitet werden. Durch diese Kombination aus hocheffizienter vegetativer Vermehrung über Stolonen und generativer Vermehrung über Samen kann sich der Schaderreger innerhalb einer Saison extrem schnell auf freien Bodenstellen ausbreiten.
Bonitur
Ein systematisches Monitoring sollte im zeitigen Frühjahr bei Vegetationsbeginn (Gräser im BBCH-Stadium 10–13) starten, da zu diesem Zeitpunkt die Rosetten noch gut mechanisch oder chemisch bekämpft werden können. Auf Grünlandflächen liegt die Schadschwelle bei einem Deckungsgrad von etwa 5–10 %, da ab diesem Wert der Futterwert spürbar sinkt und Lücken im Bestand drohen. In Baumschulkulturen ist die Toleranzschwelle aufgrund der starken Konkurrenzwirkung und der Erntebehinderung deutlich geringer; hier sollte eine Regulierung bereits bei den ersten Anzeichen einer Etablierung eingeleitet werden.
Integriertes Management
Die Regulierung des Kriechenden Hahnenfußes erfordert ein integriertes Konzept, das primär auf die Beseitigung von Bodenverdichtungen und Staunässe abzielt, da diese Bedingungen die Konkurrenzkraft der Kultur schwächen. Mechanische Maßnahmen wie regelmäßiges Striegeln oder tiefes Pflügen können die Ausläufer fragmentieren, bergen jedoch bei feuchten Bedingungen das Risiko einer unbeabsichtigten Vermehrung durch anwachsende Teilstücke. Im Grünland fördert eine dichte Grasnarbe durch angepasste Düngung und Nachsaat die Verdrängung des Unkrauts. Chemische Pflanzenschutzmittel (Herbizide) sollten gezielt im Frühjahr im Rosettenstadium oder im Herbst eingesetzt werden, wobei zur Vermeidung von HRAC-Resistenzen Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (z. B. Wuchsstoffe wie MCPA oder Fluroxypyr im Wechsel mit anderen zugelassenen Herbizidklassen) kombiniert werden sollten.
Wirtspflanzen
Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Häufige Fragen
Warum ist der Kriechende Hahnenfuß auf Weiden besonders problematisch für deine Tiere?
Die Pflanze enthält im frischen Zustand den Giftstoff Protoanemonin, der bei Weidetieren Schleimhautreizungen und Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen kann. Da Tiere das Unkraut meiden, fressen sie die umliegenden Gräser ab, was dem Hahnenfuß noch mehr Licht und Platz zur Ausbreitung verschafft. Im getrockneten Heu oder in der Silage ist der Giftstoff hingegen weitgehend abgebaut und unschädlich.
Wie kannst du Bodenverdichtungen nutzen, um den Hahnenfuß langfristig zu bekämpfen?
Der Kriechende Hahnenfuß ist ein Zeigerkraut für Staunässe und Bodenverdichtung. Durch gezielte mechanische Bodenlockerung (z. B. Tiefenlockerer) und das Vermeiden von Befahrungen bei nassen Bedingungen entziehst du dem Unkraut seine Lebensgrundlage und stärkst gleichzeitig das Wurzelwachstum deiner Nutzkulturen.
Was musst du bei der mechanischen Bekämpfung per Striegel oder Hacke beachten?
Vorsicht ist geboten, da die Stolonen (Kriechausläufer) durch Hacken oder Striegeln leicht fragmentiert werden. Jedes abgetrennte Teilstück mit einem Knoten kann bei feuchtem Boden schnell wieder anwurzeln und neue Pflanzen bilden. Führe mechanische Maßnahmen daher bevorzugt bei trockener Witterung durch, damit die Pflanzenreste vertrocknen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine chemische Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln?
Die beste Wirkung erzielst du im zeitigen Frühjahr, wenn sich die Pflanze im aktiven Rosettenwachstum befindet und noch keine Blüten gebildet hat, oder im Spätsommer/Herbst vor dem ersten Frost. Zu diesen Zeiten transportiert die Pflanze die Wirkstoffe besonders effizient bis in die Wurzeln und Ausläufer.
Wie findest du im agronomy.farmable.tech Hub die passenden Pflanzenschutzmittel gegen dieses Unkraut?
Nutze die Suchfunktion im Hub und filtere nach dem Schaderreger "Kriechender Hahnenfuß" oder dem EPPO-Code "RANRE". Du erhältst eine Liste aller in deinem Land aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive Angaben zu Aufwandmengen, Wartezeiten und den zulässigen BBCH-Stadien der jeweiligen Kulturen.
Hilft regelmäßiges Mähen oder Mulchen gegen die Ausbreitung?
Nur bedingt. Da der Kriechende Hahnenfuß sehr flach am Boden kriecht, weicht er dem Mähwerk oft aus. Ein tiefer Schnitt kann zwar die Blütenbildung verhindern, fördert aber gleichzeitig das vegetative Wachstum der Ausläufer, wenn die Grasnarbe dadurch lückig wird. Kombiniere das Mähen daher immer mit einer Nachsaat konkurrenzstarker Gräser.