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Schädling

Lauchmotte

Acrolepiopsis assectella
ACROAS

Die Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella, EPPO-Code: ACROAS) ist ein spezialisierter Kleinschmetterling aus der Familie der Plutellidae, der im europäischen Raum als bedeutender Schaderreger an Kulturen der Gattung Allium auftritt. Zu den Hauptwirten gehören Porree (Lauch), Speisezwiebeln, Knoblauch, Schalotten und Schnittlauch (Allium schoenoprasum). Der Schädling ist in fast ganz Europa verbreitet und kann insbesondere in intensiv bewirtschafteten Gemüsebauregionen erhebliche ökonomische Schäden verursachen.

Die wirtschaftliche Relevanz ergibt sich vor allem aus der Qualitätsminderung der Ernteprodukte. Durch die Fraßtätigkeit der Larven im Inneren der Schäfte und Herzblätter kommt es nicht nur zu direktem Substanzverlust, sondern auch zu Sekundärinfektionen durch bakterielle und pilzliche Erreger, die zu Nassfäule führen. Befallene Partien sind im Frischmarkt oft unverkäuflich oder erfordern einen enormen Sortieraufwand bei der Aufbereitung.

Typ
Schädling
EPPO-Code
ACROAS
Wirte
1 Kultur
Generationen
2–3 Generationen pro Jahr (witterungsabhängig)
Verbreitung
Die Lauchmotte ist in ganz Europa, Teilen Asiens und Nordamerikas verbreitet, wobei sie in den gemäßigten Klimazonen West- und Mitteleuropas die größten wirtschaftlichen Schäden im professionellen Allium-Anbau verursacht.
Erstbeschreibung
Zeller, 1839

Biologie / Lebenszyklus

Die Überwinterung erfolgt als Falter oder Puppe in Pflanzenresten oder im Boden. Im Frühjahr (meist ab April/Mai bei Temperaturen über 9–10 °C) fliegen die Falter der ersten Generation aus und legen ihre Eier einzeln an den Blättern der Wirtspflanzen ab. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven, minieren zunächst kurzzeitig in den Blättern und fressen sich dann tiefer in das Herz der Kultur vor. Nach einer Entwicklungszeit von etwa 2 bis 3 Wochen verpuppen sich die Larven in einem netzartigen Kokon an den Blättern. Je nach Witterung folgen im Sommer zwei bis drei weitere, oft stark überlappende Generationen, wobei die spätsommerliche Generation im August und September meist den stärksten Befallsdruck verursacht.

Bonitur

Ein effektives Monitoring basiert auf dem Einsatz von Pheromonfallen ab dem Auspflanzen bzw. ab BBCH 12 bis BBCH 14 der Kulturen, um den Falterflug und die Hauptflugzeiten präzise zu erfassen. Die Schadensschwelle liegt im Erwerbsanbau bei etwa 10 bis 15 Faltern pro Falle und Woche oder sobald erste frische Minierspuren an 2–5 % der kontrollierten Pflanzen im BBCH-Stadium 15 bis 40 festgestellt werden. Visuelle Kontrollen sollten wöchentlich durchgeführt werden, wobei besonders auf die jüngsten Herzblätter und auf die typischen hellen Fensterfraßstellen geachtet werden muss.

Symptome

Typische Symptome im Feld sind unregelmäßige, längliche Fensterfraßstellen auf den Blättern, bei denen die Epidermis einseitig stehen bleibt. Im weiteren Verlauf zeigen sich Fraßgänge (Minen) im Blattgewebe sowie tiefere Bohrkanäle, die bis in das Herzblatt oder den Schaft reichen. Im Inneren der Fraßgänge sammelt sich feuchter, dunkler Kot der Raupen an. Befallene Herzblätter vergilben, welken, wachsen verkrümmt heraus oder sterben komplett ab. Häufig siedeln sich in den Fraßstellen Sekundärfäulnis-Erreger an, was zu einem fauligen Geruch und dem Zusammenbruch des Gewebes führt.

Integriertes Management

Die integrierte Bekämpfung setzt primär auf vorbeugende, kulturtechnische Maßnahmen wie den konsequenten Einsatz von feinmaschigen Insektenschutznetzen (Maschenweite max. 0,8 mm) direkt nach der Pflanzung, um die Eiablage zu verhindern. Eine weite Fruchtfolge und das gründliche Unterpflügen von Ernterückständen reduzieren das Überwinterungspotenzial. Biologisch können Präparate auf Basis von Bacillus thuringiensis (Bt) oder nützliche Nematoden (Steinernema carpocapsae) gegen junge Larvenstadien eingesetzt werden. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten nur gezielt nach Überschreiten der Schadensschwelle und vor dem Einbohren der Larven in den Schaft appliziert werden. Zur Vermeidung von Resistenzen ist ein Wirkstoffwechsel gemäß dem IRAC-Schema (z. B. Wechsel zwischen Pyrethroiden, Spinosynen und Diamiden) zwingend einzuhalten.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich das Schadbild der Lauchmotte von dem der Zwiebelfliege?

Während die Larven der Zwiebelfliege (Delia antiqua) primär unterirdisch an der Zwiebelbasis und den Wurzeln fressen und die Pflanze zum Umfallen bringen, fressen die Raupen der Lauchmotte oberirdisch im Blattwerk, erzeugen typischen Fensterfraß und bohren sich von oben in den Schaft oder das Herz der Kultur.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt kurz nach dem Höhepunkt des Falterflugs (ca. 7–10 Tage nach dem maximalen Fallenfang), wenn die jungen Larven aus den Eiern schlüpfen, aber noch nicht tief in den Schaft oder das Herzblattgewebe eingebohrt sind. Sobald die Larven im Inneren geschützt sind, sinkt die Wirkung von Kontaktmitteln drastisch.

Welche Rolle spielen Schlupfwespen bei der biologischen Regulierung von Acrolepiopsis assectella?

Schlupfwespen wie Diadromus pulchellus sind hochspezialisierte Parasitoide der Lauchmottenpuppen. Durch die Förderung von Blühstreifen im Umfeld der Kulturen und den Verzicht auf breitwirksame Insektizide kann diese natürliche Regulation im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes gezielt gestärkt werden.

Wie verhält man sich bei der Anwendung von Insektenschutznetzen im Sommer?

Schutznetze müssen lückenlos verlegt und an den Rändern gut eingegraben werden. Da sich unter den Netzen Wärme staut, sollte die Maschenweite (optimal 0,8 mm) so gewählt werden, dass eine ausreichende Belüftung gewährleistet ist, um Pilzkrankheiten nicht zu fördern. Während der Hauptflugzeiten der Falter dürfen die Netze nur für absolut notwendige Pflegearbeiten kurzzeitig geöffnet werden.

Warum ist die Benetzungsqualität bei der Bekämpfung der Lauchmotte so kritisch?

Allium-Arten besitzen eine stark ausgeprägte Wachsschicht (Kutikula), auf der Spritzbrühe leicht abperlt. Für eine ausreichende Wirkung von Pflanzenschutzmitteln ist die Zugabe eines zugelassenen Haftmittels (Netzmittels) und eine feine Tropfenapplikation essenziell, damit der Wirkstoff auch in die engen Blattachseln gelangt, wo sich die Larven bevorzugt aufhalten.

Wie finde ich aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen diesen Schaderreger auf agronomy.farmable.tech?

Nutzen Sie die Produktsuche in unserem Hub und filtern Sie nach der Kultur (z. B. Porree oder Schnittlauch) und dem Schaderreger 'Lauchmotte' (Acrolepiopsis assectella). Achten Sie bei der Auswahl auf die spezifischen Anwendungsbestimmungen, die zugelassene Aufwandmenge sowie die einzuhaltende Wartezeit vor der Ernte.