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OTHER · SUMITOMO CHEMICAL

BACTOSPEINE ES

BVL Zul.-Nr. 024080-60

BACTOSPEINE ES von Sumitomo Chemical ist ein hochwirksames, biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Schmetterlingsraupen in einer Vielzahl von Kulturen wie Weinbau, Gemüsebau und Mais. Als flüssige Formulierung (Emulsionskonzentrat auf Ölbasis) zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Verteilung auf den Blattoberflächen und eine verbesserte Regenbeständigkeit aus. Es ist ein etablierter Baustein sowohl im integrierten als auch im ökologischen Landbau.

Das Wirkungsspektrum umfasst bedeutende Schaderreger wie den Einbindigen und Bekreuzten Traubenwickler im Weinbau, Kohlweißlings-Arten im Gemüsebau sowie den Maiszünsler. Da das Mittel selektiv auf die Larvenstadien (Raupen) von Schmetterlingen wirkt, schont es wichtige Nützlinge und lässt sich flexibel in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren.

Wirkstoffe

Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki Stamm ABTS-351 (Stamm HD-1)
33.2 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki (Stamm ABTS-351) gehört zur IRAC-Gruppe 11A. Die Wirkung basiert auf kristallinen Protoxinen (Cry-Toxinen), die von den Bakterien während der Sporenbildung produziert werden. Nach der Aufnahme durch die Fraßaktivität der Raupen werden diese Toxine im alkalischen Milieu des Mitteldarms der Schaderreger aktiviert. Sie binden an spezifische Rezeptoren der Darmwand, was zur Porenbildung, zum Zusammenbruch des osmotischen Gleichgewichts und letztlich zum Tod des Insekts führt. Da dieser biochemische Mechanismus hochspezifisch ist und einen basischen pH-Wert im Verdauungstrakt erfordert, bleibt die Wirkung streng auf Schmetterlingslarven beschränkt. Ein Fraßstopp tritt bereits sehr kurze Zeit nach der Aufnahme ein, sodass die Kulturen unmittelbar vor weiteren Schäden geschützt sind, selbst wenn der vollständige Absterbeprozess der Schaderreger einige Tage in Anspruch nimmt.

Resistenzmanagement

Aufgrund des komplexen, mehrstufigen Wirkungsmechanismus der Cry-Toxine (IRAC-Gruppe 11A) ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei sachgerechter Anwendung als äußerst gering einzustufen. Um diese hervorragende Wirksamkeit langfristig zu sichern, sollte BACTOSPEINE ES im Rahmen eines integrierten Schädlingsmanagements (IPM) im Wechsel mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Zudem ist die Behandlung primär auf die empfindlichen, jungen Larvenstadien auszurichten, um einen maximalen Bekämpfungserfolg zu erzielen und Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

BACTOSPEINE ES zeigt eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern. Bei Tankmischungen ist jedoch unbedingt darauf zu achten, dass der pH-Wert der Spritzbrühe im neutralen bis leicht sauren Bereich liegt, da stark alkalische Mischungspartner (wie z. B. Kupferpräparate oder bestimmte Blattdünger) die Stabilität der bakteriellen Proteinkristalle beeinträchtigen können. Die Zugabe eines geeigneten Netzmittels kann die Benetzung schwieriger Blattoberflächen (z. B. bei Kohlarten) optimieren. Vor der großflächigen Anwendung wird ein Mischungstest in einem Kleinbehälter empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel zeichnet sich BACTOSPEINE ES durch ein sehr günstiges Umweltprofil aus. Es ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und schont wichtige Raubmilben, Schlupfwespen und andere Nützlinge, was es ideal für den Einsatz im integrierten Anbau macht. Dennoch sind beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Applikation die standardmäßigen persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakte zu vermeiden. Gewässerabstände und eventuelle Abschwemmungsauflagen gemäß der BVL-Zulassung sind strikt einzuhalten, um den Eintrag in Oberflächengewässer zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZwiebelgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.3 LITER_PER_HECTARE
FruchtgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.3 LITER_PER_HECTARE
ZiergehölzeFreifressende Schmetterlingsraupen0.6 LITER_PER_HECTARE
Blattgemüse und frische KräuterFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.3 LITER_PER_HECTARE
StielmusFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.3 LITER_PER_HECTARE
ZwiebelgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.3 LITER_PER_HECTARE
SprossgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.3 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler0.5 LITER_PER_HECTARE2T
Blattgemüse und frische KräuterFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.3 LITER_PER_HECTARE
KohlgemüseKohlweißlings-Arten0.3 LITER_PER_HECTARE3T
StielmusFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.3 LITER_PER_HECTARE
KernobstFreifressende Schmetterlingsraupen0.5 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT1T
SprossgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.3 LITER_PER_HECTARE
ZuckermaisMaiszünsler11–992 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler1.5 LITER_PER_HECTARE2T
SteinobstFreifressende Schmetterlingsraupen0.5 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT2T
ZwiebelgemüseLauchmotte11–990.3 LITER_PER_HECTARE
MaisMaiszünsler2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit BACTOSPEINE ES?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt direkt nach dem Larvenschlupf, wenn sich die Schaderreger im jungen Larvenstadium (L1 bis L2) befinden. Da das Pflanzenschutzmittel als reines Fraßgift wirkt, müssen die Raupen den Wirkstoff aktiv über die Nahrung aufnehmen. Eine regelmäßige Befallsüberwachung (z. B. durch Pheromonfallen oder visuelle Kontrollen) ist daher für den Bekämpfungserfolg entscheidend.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirksamkeit des Produkts?

Da der biologische Wirkstoff UV-empfindlich ist, empfiehlt sich eine Applikation in den späten Nachmittagsstunden oder bei bedecktem Himmel, um den vorzeitigen Abbau der Proteinkristalle durch Sonnenlicht zu minimieren. Zudem sollte die Behandlung auf trockene Bestände erfolgen. Nach starken Niederschlägen ist der Spritzbelag gegebenenfalls abgewaschen, sodass eine Folgebehandlung eingeplant werden muss.

Warum sieht man nach der Spritzung immer noch lebende Raupen auf den Kulturen?

BACTOSPEINE ES führt fast unmittelbar nach der Aufnahme zu einem Fraßstopp, da der Verdauungstrakt der Raupen gelähmt wird. Die Schaderreger stellen die Schädigung der Kultur sofort ein, sterben jedoch physikalisch oft erst nach 2 bis 5 Tagen ab und fallen dann von den Blättern. Ein Verbleib unbeweglicher Raupen auf der Kultur kurz nach der Spritzung ist somit kein Zeichen mangelnder Wirksamkeit.

Kann BACTOSPEINE ES im ökologischen Landbau eingesetzt werden?

Ja, da es sich um ein biologisches Präparat auf Basis eines natürlich vorkommenden Bodenbakteriums handelt, ist BACTOSPEINE ES für den Einsatz im ökologischen Landbau in Deutschland zugelassen und in den entsprechenden Betriebsmittellisten für den Bio-Anbau gelistet.

Wie wirkt sich der pH-Wert des Spritzwassers auf die Stabilität der Spritzbrühe aus?

Ein optimaler pH-Wert des Spritzwassers liegt im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 5,5 bis 7,0). Alkalische Bedingungen (pH-Wert über 8) im Spritztank können zu einer vorzeitigen Aktivierung und Zersetzung der Cry-Toxine führen, was die biologische Wirksamkeit im Feld drastisch reduziert. Bei hartem oder alkalischem Wasser empfiehlt sich der Einsatz eines geeigneten pH-Puffers.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schmetterlingsraupen?

Nutzen Sie die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur aus und filtern Sie in der Produktübersicht nach dem Ziel-Schaderreger (z. B. „Kohlweißling“ oder „Maiszünsler“), um alle aktuell in Deutschland registrierten biologischen und chemischen Alternativen übersichtlich anzuzeigen.