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Kultur

Schnittsalat

Lactuca sativa var. crispa
LACSP

Lactuca sativa var. crispa (EPPO-Code: LACSP), im deutschsprachigen Raum meist als Pflücksalat, Schnittsalat oder Blattsalat bezeichnet, ist eine vielseitige und schnellwachsende Kultur aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Im Gegensatz zu Kopf- oder Eissalat bildet diese Kultur keine geschlossenen Köpfe, sondern lockere Blattrosetten, was eine gestaffelte Ernte einzelner Blätter oder einen einmaligen Maschinenschnitt ermöglicht. Durch die kurze Kulturdauer eignet sich der Blattsalat hervorragend als Vor-, Zwischen- oder Nachkultur im mitteleuropäischen Freilandanbau sowie im geschützten Anbau unter Glas oder Folie.

Die Kultur stellt hohe Anforderungen an die Gleichmäßigkeit der Wasserversorgung und die Bodenstruktur, da das flache Wurzelsystem empfindlich auf Trockenstress und Staunässe reagiert. Aufgrund der zarten Blattstruktur ist ein sorgfältiges Management von Schaderregern unerlässlich, um Qualitätsverluste vor der Ernte zu vermeiden. Insbesondere pilzliche Erreger wie Sclerotinia-Arten und Grauschimmel können unter feucht-warmen Bedingungen rasch ganze Bestände vernichten.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis August
Erntefenster
Mai bis Oktober
Reihenabstand
25–30 cm
Typischer Ertrag
15–25 t/ha
Wärmesumme (GDD)
750
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Für einen erfolgreichen Anbau benötigt die Kultur humose, gut durchlüftete Böden mit einer gleichmäßigen Wasserführung, da Staunässe die gefürchtete Wurzelfäule begünstigt. Eine flache Bodenbearbeitung vor der Pflanzung oder Saat ist ratsam, um ein feinkrümeliges Saatbett zu schaffen und die Kapillarwirkung des Bodens zu erhalten. Da Blattsalate Schwach- bis Mittelzehrer sind, solltest du die Stickstoffdüngung exakt am Bedarf ausrichten, um Nitratanreicherungen in den Blättern zu minimieren. Eine organische Grunddüngung mit reifem Kompost im Vorjahr hat sich besonders bewährt. Während der Hauptwachstumsphase ist eine tropfenweise oder bodennahe Bewässerung ideal, um die Blätter trocken zu halten und Pilzinfektionen vorzubeugen.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz bei dieser Kultur basiert primär auf vorbeugenden Kulturmaßnahmen wie weiten Pflanzabständen und einer optimalen Belüftung des Bestands. Gegen die Hauptschaderreger wie Sclerotinia sclerotiorum und Botrytis cinerea solltest du zugelassene Pflanzenschutzmittel frühzeitig und präventiv einsetzen, besonders bei feuchter Witterung ab BBCH 15. Achte bei der Auswahl der Pflanzenschutzmittel streng auf die jeweilige Wartezeit, da die Kultur oft mehrfach beerntet wird und Rückstände vermieden werden müssen. Ein regelmäßiges Monitoring auf Blattläuse und Schnecken ist ab dem Auflaufen unerlässlich, um mechanische Schäden und Verunreinigungen des Ernteguts zu verhindern. Durch den gezielten Einsatz von Nützlingen im geschützten Anbau kannst du den chemischen Pflanzenschutzaufwand zusätzlich signifikant reduzieren.

Sorten

Lollo Rossa

Früh bis mittelfrüh (40–50 Tage)

Konstanter Ertrag bei mehrfachem Schnitt.

Resistent gegen: Schoßen

Anfällig für: Falscher Mehltau, Grüne Salatblattlaus

Sehr beliebter, stark gekrauster Blattsalat mit dunkelroten Blatträndern. Hervorragend für den frischen Markt und den Erwerbsanbau.

Lollo Bionda

Früh bis mittelfrüh (40–50 Tage)

Hoher Ertrag an knackigen Einzelblättern.

Resistent gegen: Schoßen, Salatmosaikvirus

Anfällig für: Falscher Mehltau, Wurzelläuse

Hellgrünes Pendant zur Lollo Rossa mit dichter, stark gekrauster Rosette. Sehr schossfest und gut haltbar nach der Ernte.

Red Salad Bowl

Mittelfrüh (45–55 Tage)

Sehr ertragreich durch schnellen Wiederaustrieb.

Resistent gegen: Schoßen, Sommerhitze

Anfällig für: Grauschimmel, Sclerotinia

Eichenlaubartiger Pflücksalat mit intensiv weinroten Blättern. Bildet große, lockere Rosetten, die nach dem Schnitt rasch regenerieren.

Till

Früh (35–45 Tage)

Hohe Ertragssicherheit auch unter kühleren Bedingungen.

Resistent gegen: Falscher Mehltau, Grüne Salatblattlaus

Anfällig für: Grauschimmel

Standard-Eichblattsalat für den ganzjährigen Anbau im Freiland. Sehr raschwüchsig mit aufrechtem Wuchs, was die Ernte erleichtert.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kannst du das Risiko von Sclerotinia-Fäule im Freilandanbau effektiv minimieren?

Neben einer weiten Fruchtfolge (mindestens 3–4 Jahre Pause zu anderen Korbblütlern oder Raps) solltest du auf eine weite Pflanzung und eine rein bodennahe Bewässerung setzen. Vermeide Überkopfberegnung am Abend, damit die Bestände vor der Nacht vollständig abtrocknen können. Zudem hilft der präventive Einsatz von nützlichen Bodenpilzen (wie Coniothyrium minitans) vor der Pflanzung, um Sklerotien im Boden abzubauen.

Welchen Einfluss hat das BBCH-Stadium auf den optimalen Erntezeitpunkt beim Schnittsalat?

Für den einmaligen Maschinenschnitt (Schnittsalat) liegt der optimale Zeitpunkt im BBCH-Stadium 39 (Erreichen der sortentypischen Blattmasse, vor dem Schossen). Wartest du zu lange und die Kultur erreicht BBCH 51 (Beginn des Schossens), lagert die Pflanze Bitterstoffe ein, wodurch die Blätter zäh und ungenießbar werden.

Wie gehst du vor, wenn du Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse kurz vor der Ernte einsetzen musst?

Hier musst du zwingend die gesetzliche Wartezeit des jeweiligen Mittels beachten. Wähle in späten BBCH-Stadien bevorzugt nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel mit sehr kurzen Wartezeiten von nur 3 bis 7 Tagen oder nutze physikalisch wirkende Mittel (wie Kaliseifen), sofern diese für die Kultur zugelassen sind.

Warum ist die Stickstoff-Form bei der Düngung dieser Kultur so entscheidend?

Da Blattsalate Nitratspeicherer sind, solltest du vor allem in den lichtarmen Monaten im geschützten Anbau auf ammoniumbetonte Dünger setzen oder die Düngung insgesamt reduzieren. Zu viel Nitrat im Boden führt bei geringer Sonneneinstrahlung zu hohen Nitratwerten im Erntegut, was die Vermarktungsfähigkeit einschränkt.

Wie unterscheidet sich die Erntetechnik zwischen Pflücksalat und Schnittsalat in der Praxis?

Beim Pflücksalat erntest du fortlaufend nur die äußeren, voll entwickelten Blätter von Hand, während das Herzblatt unbeschädigt bleibt, damit die Kultur weiterwachsen kann. Beim Schnittsalat hingegen mähst du den gesamten Bestand maschinell oder per Handmesser etwa 2–3 cm über dem Boden ab, was meist nur ein bis zwei Schnitte pro Satz ermöglicht.

Wie kannst du im Farmable-Tool gezielt nach zugelassenen Mitteln gegen Botrytis suchen?

Nutze im Pflanzenschutz-Hub die Filterfunktion für Schaderreger und suche gezielt nach dem EPPO-Code 'BOTRCI' oder dem Erreger 'Botrytis cinerea'. Das System listet dir dann alle in deinem Land aktuell registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive der spezifischen Aufwandmengen und Wartezeiten für Blattsalate auf.