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OTHER · ISK Biosciences Europe N.V.

Kenja

BVL Zul.-Nr. 008662-00

Kenja ist ein hochmodernes, spezialisiertes Fungizid von ISK Biosciences Europe N.V., das sich als unverzichtbarer Baustein im professionellen Pflanzenschutz etabliert hat. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC) mit dem innovativen Wirkstoff Isofetamid (400 g/l), bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine herausragende Wirksamkeit gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten in einer Vielzahl von Kulturen, darunter Weinreben, Erdbeeren, Salat-Arten und Spargel.

Das Wirkungsspektrum von Kenja konzentriert sich primär auf schwer bekämpfbare Schaderreger wie Botrytis cinerea (Grauschimmel), Sclerotinia-Arten sowie die Laubkrankheit (Stemphylium vesicarium). Dank seiner hervorragenden vorbeugenden und kurativen Eigenschaften schützt das Mittel die behandelten Pflanzenteile zuverlässig vor einer Infektion und verhindert die Ausbreitung bereits etablierter Myzelien, was die Ertrags- und Qualitätsbildung der Kulturen nachhaltig sichert.

Wirkstoffe

Isofetamid
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Kenja enthaltene Wirkstoff Isofetamid gehört zur chemischen Gruppe der Phenyloxoethylthiophenamide und wird innerhalb des FRAC-Codes in die Gruppe 7 (SDHI – Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren) eingestuft. Isofetamid blockiert gezielt den Komplex II der Atmungskette in den Mitochondrien der Pilzzellen. Durch diese Hemmung wird die Energieproduktion (ATP-Synthese) des Schaderregers unterbrochen, was zu einem schnellen Wachstumsstopp der Keimschläuche und des Myzels führt. Ein besonderer Vorteil von Isofetamid ist seine ausgeprägte Translaminarität und lokale Systemik. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein und verteilt sich gleichmäßig in der Kultur. Dies gewährleistet einen langanhaltenden Schutz auch auf den unbehandelten Blattunterseiten und schützt neu zuwachsende Pflanzenteile effektiv vor dem Eindringen der Pilzsporen.

Resistenzmanagement

Da Isofetamid als SDHI-Fungizid (FRAC-Gruppe 7) ein mittleres bis hohes Risiko für die Resistenzentwicklung aufweist, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement zwingend erforderlich. Kenja sollte stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen appliziert werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, und vorbeugende Behandlungen bei geringem Befallsdruck sind vorzuziehen, um die Selektion resistenter Biotypen des Schaderregers zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Kenja zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen wird dennoch empfohlen, vorab eine Verträglichkeitsprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Für eine optimale Benetzung der Kulturen, insbesondere bei Kulturen mit wachsartigen Blattoberflächen, kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels vorteilhaft sein. Die Anwendung sollte mit ausreichend Wasser erfolgen, um eine lückenlose Benetzung der Zielflächen zu garantieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Kenja ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Das Pflanzenschutzmittel ist als umweltgefährlich eingestuft, weshalb strenge Abdriftminderungsauflagen und Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern gemäß den BVL-Auflagen strikt einzuhalten sind, um aquatische Organismen zu schützen. Hinsichtlich der Bienentoxizität ist das Produkt als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten Anwendungen in blühenden Beständen vorzugsweise außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden durchgeführt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SchnittblumenBotrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.)60–650.8 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeBotrytis cinerea61–850.375 LITER_PER_HECTARE21T
Zwiebelgewächse (Zierpflanzen)Botrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
KopfsalatSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea12–411 LITER_PER_HECTARE21T
EissalatSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea12–411 LITER_PER_HECTARE21T
BaumschulgehölzpflanzenBotrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
SpargelLaubkrankheit (Stemphylium vesicarium), Botrytis cinerea35–871 LITER_PER_HECTARE
Spinat und verwandte ArtenSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea12–331 LITER_PER_HECTARE21T
Knollengewächse (Zierpflanzen)Botrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
SchnittsalatSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea12–411 LITER_PER_HECTARE21T
ErdbeereBotrytis cinerea60–871.2 LITER_PER_HECTARE1T
frische KräuterSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea12–271 LITER_PER_HECTARE21T
Römischer SalatSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea12–411 LITER_PER_HECTARE21T
TopfpflanzenBotrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
Himbeerartiges BeerenobstBotrytis cinerea51–891 LITER_PER_HECTARE3T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Kenja gegen Botrytis im Weinbau?

Die gezielte Anwendung im Weinbau erfolgt idealerweise in den kritischen BBCH-Stadien der Traubenentwicklung, insbesondere zur abgehenden Blüte (BBCH 69) oder vor dem Traubenschluss (BBCH 77–79). Eine vorbeugende Behandlung schützt das Innere der Traube vor einer frühen Infektion, die später zu verheerender Sauerfäule führen kann.

Wie verhält sich Kenja bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Isofetamid ist auch bei niedrigeren Temperaturen ab ca. 8–10 °C voll wirksam. Dies macht Kenja zu einer hervorragenden Option für frühe Behandlungen gegen Sclerotinia im Salat oder Botrytis in Erdbeertunneln, wo die Temperaturen im Frühjahr stark schwanken können.

Kann Kenja im Gewächshaus und im Freiland gleichermaßen eingesetzt werden?

Ja, Kenja besitzt für verschiedene Kulturen wie Salate und Erdbeeren Zulassungen sowohl für das Freiland als auch für den geschützten Anbau (Gewächshaus). Bitte beachten Sie jedoch die spezifischen BVL-Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten, die je nach Anbausystem variieren können.

Welche Rolle spielt die Regenfestigkeit von Kenja direkt nach der Applikation?

Dank der schnellen Penetration des Wirkstoffs Isofetamid in die Wachsschicht und das Blattgewebe ist Kenja bereits etwa zwei Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags hervorragend regenfest. Einsetzender Niederschlag nach dieser Spanne beeinträchtigt die fungizide Wirkung nicht mehr.

Wie lässt sich Kenja am besten in eine Spritzfolge zur Vermeidung von Resistenzen integrieren?

Da Kenja zur FRAC-Gruppe 7 (SDHI) gehört, sollte es pro Saison maximal zweimal (bzw. gemäß den spezifischen Zulassungsauflagen der Kultur) appliziert werden. Planen Sie nach einer Kenja-Behandlung stets den Wechsel auf ein Fungizid mit einem anderen Wirkungsmechanismus, beispielsweise aus einer anderen FRAC-Klasse.