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Kulturgruppe

Sommerblumen

14 Mitgliedskulturen
NNNZA

Die BVL-Kulturgruppe „Sommerblumen“ (Gruppe NNNZA) bündelt eine Vielzahl ein- und zweijähriger Zierpflanzen sowie ausdauernder krautiger Kulturen, die primär für den sommerlichen Flor im Freiland oder unter Glas angebaut werden. Zu dieser Gruppe gehören botanisch diverse, aber im Anbau und Pflanzenschutz ähnlich geführte Kulturen wie die Sommer-Aster (Callistephus chinensis), die Sonnenblume (Helianthus annuus), Zinnien (Zinnia elegans) sowie beliebte Balkonpflanzen und Gattungen wie Chrysanthemum, Bellis oder Lilium.

Die Zusammenfassung dieser Kulturen durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erleichtert die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln erheblich. Da der Anbau von Nischenkulturen wie Bartnelken (Dianthus barbatus), Prachtscharten (Liatris sp.) oder Physostegia-Arten einzeln oft wirtschaftlich zu unbedeutend für eigenständige Zulassungsverfahren der Hersteller ist, ermöglicht die Gruppenzulassung eine lückenlose Verfügbarkeit von Pflanzenschutzlösungen für den gesamten Erwerbsgartenbau.

Pflanzenschutz auf Gruppenebene

Beim integrierten Pflanzenschutz in der Gruppe der Sommerblumen steht die Vorbeugung im Vordergrund, da optische Mängel an Blättern oder Blüten direkt zur Unverkäuflichkeit der Ware führen. Da viele Kulturen dieser Gruppe anfällig für bodenbürtige Schaderreger sowie Blattkrankheiten sind, ist ein konsequenter Fruchtwechsel und die mechanische Unkrautregulierung essenziell. Gegen Ungräser wie das Einjährige Rispengras (Poa annua) oder den Gemeinen Windhalm (Apera spica-venti) kommen im Freiland gezielte Herbizidanwendungen zum Einsatz. Hierbei ist penibel auf die Selektivität der Wirkstoffe zu achten, da die verschiedenen Kulturen der Gruppe sehr unterschiedlich auf chemische Behandlungen reagieren können. Ein konsequentes Resistenzmanagement nach den Richtlinien von HRAC, FRAC und IRAC ist zwingend erforderlich. Da Sommerblumen oft in dichten Beständen und unter intensiver Bewässerung kultiviert werden, ist der Selektionsdruck für Schaderreger hoch. Du solltest Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen systematisch abwechseln, um die Wirksamkeit der zugelassenen Pflanzenschutzmittel langfristig zu sichern. Vor jeder großflächigen Anwendung empfiehlt sich zudem eine Probespritzung an einzelnen Pflanzen, um die Verträglichkeit der jeweiligen Kultur zu testen.

Kulturen in dieser Gruppe

BalkonpflanzenNNNZB
BartnelkeDINBA
Bellis-ArtenBELSS
Chrysanthemum1CHYG
Dahlia pinnataDAHPI
Delphinium-HybridenDELHY
Gladiolus-HybridenGLAHY
Lilium-ArtenLILSS
LöwenmaulATHSS
Physostegia-ArtenPYSSS
PrachtscharteLTSSS
Sommer-AsterCSPCH
SonnenblumeHELAN
ZinnieZIIEL

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie gehst du vor, wenn ein Pflanzenschutzmittel für die gesamte Gruppe der Sommerblumen zugelassen ist, du aber eine sehr empfindliche Kultur anbaust?

Auch wenn eine Zulassung für die gesamte Gruppe „Sommerblumen“ vorliegt, reagieren Kulturen wie Zinnien oder Bellis-Arten sehr unterschiedlich auf chemische Wirkstoffe. Führe vor einer großflächigen Behandlung immer eine Probespritzung an einer kleinen Anzahl von Pflanzen durch. Warte einige Tage ab, um mögliche Phytotoxizität wie Blattverbrennungen oder Wachstumsstockungen sicher auszuschließen, bevor du den gesamten Bestand behandelst.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Ungräser wie das Einjährige Rispengras in Sommerblumen-Beständen zu regulieren?

Die Bekämpfung von Ungräsern wie Poa annua oder Apera spica-venti sollte so früh wie möglich erfolgen, idealerweise im Keim- bis frühen Bestockungsstadium der Gräser. Zu diesem Zeitpunkt sind die Sommerblumen meist noch in der vegetativen Phase und vertragen selektive Graminizide deutlich besser. Zudem ist die Aufwandmenge bei jungen Schadpflanzen oft geringer und der Bekämpfungserfolg höher.

Wie setzt du das Resistenzmanagement (FRAC/IRAC/HRAC) bei Sommerblumen in der Praxis um?

Wechsle bei aufeinanderfolgenden Behandlungen konsequent zwischen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Codes (z. B. beim Wechsel von Fungiziden auf unterschiedliche FRAC-Gruppen achten). Verlasse dich nicht nur auf chemische Pflanzenschutzmittel, sondern integriere mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung und fördere die Pflanzengesundheit durch eine angepasste Düngung und bedarfsgerechte Bewässerung, um den Infektionsdruck von vornherein zu senken.

Warum spielen die BBCH-Stadien bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Sommerblumen eine so kritische Rolle?

Viele Zulassungen für Sommerblumen begrenzen die Anwendung auf bestimmte BBCH-Stadien, beispielsweise vor der Knospenbildung oder streng vor der Blüte. Eine späte Anwendung kann nicht nur zu sichtbaren Rückständen auf den verkaufsfertigen Pflanzenteilen führen, sondern birgt auch ein hohes Risiko für Blütenverätzungen und schädigt potenziell nützliche Bestäuberinsekten, die die offenen Blüten besuchen.

Wie findest du im Agronomy-Hub gezielt Pflanzenschutzmittel, die für deine spezifische Sommerblumen-Kultur zugelassen sind?

Nutze die Filterfunktion in unserem Hub und suche nach der übergeordneten BVL-Gruppe „Sommerblumen“ (Code NNNZA). Da Zulassungen für diese Gruppe automatisch für alle gelisteten Mitgliedskulturen – von der Bartnelke bis zur Sonnenblume – gelten, kannst du diese Produkte rechtssicher auf deinen Flächen einsetzen. Achte im Datenblatt des jeweiligen Mittels jedoch immer auf eventuelle kulturspezifische Anwendungseinschränkungen.