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OTHER · Syngenta Agro GmbH

Filon

BVL Zul.-Nr. 033838-60

Filon ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern. Als flüssiges Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, basiert das Pflanzenschutzmittel auf dem bewährten Wirkstoff Prosulfocarb. Es wird vorzugsweise im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf eingesetzt und bildet das Fundament für eine erfolgreiche Unkrautkontrolle in einer Vielzahl von Kulturen, darunter Winter- und Sommergetreide, Zwiebelgemüse, Sonnenblumen sowie ausgewählte Kräuter- und Sonderkulturen.

Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie das Kletten-Labkraut, die Vogel-Sternmiere, Taubnessel-Arten sowie wichtige Ungräser wie das Einjährige Rispengras, den Gemeinen Windhalm und den Acker-Fuchsschwanz. Durch seine ausgeprägte Bodenwirkung erfasst Filon keimende Unkräuter bereits vor oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche, was den Kulturen einen unkrautfreien Start und eine ungestörte Jugendentwicklung ermöglicht.

Dank seiner flexiblen Anwendungsmöglichkeiten und der hervorragenden Kulturverträglichkeit ist Filon ein unverzichtbarer Baustein in modernen Ackerbau- und Gemüsebaustrategien. Es lässt sich optimal in bestehende Spritzfolgen integrieren und sichert auch unter wechselnden Witterungsbedingungen eine zuverlässige Dauerwirkung über mehrere Wochen.

Wirkstoffe

Prosulfocarb
800 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Filon enthaltene Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur chemischen Gruppe der Thiocarbamate und ist im HRAC-System in die Gruppe 15 (ehemals Gruppe N) eingeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA). Dies blockiert grundlegende Prozesse der Zellteilung und des Zellwachstums in den meristematischen Geweben der keimenden Schadpflanzen. Die Aufnahme des Wirkstoffs erfolgt primär über das Hypokotyl, die Koleoptile sowie über die Wurzeln der keimenden Unkräuter und Ungräser; eine geringere Aufnahme findet über die Blätter bereits aufgelaufener Pflanzen statt. Nach der Absorption wird der Wirkstofftransport gehemmt, was dazu führt, dass betroffene Schaderreger entweder gar nicht erst auflaufen oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenkrume unter typischen Deformationserscheinungen und anschließender Nekrose absterben.

Resistenzmanagement

Aufgrund der Einstufung in die HRAC-Gruppe 15 stellt Filon ein wertvolles Werkzeug für das Resistenzmanagement dar. Da es sich im Wirkungsmechanismus grundlegend von klassischen ALS-Hemmern (Gruppe 2) oder ACCase-Hemmern (Gruppe 1) unterscheidet, eignet sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend zur Durchbrechung von Wirkstoffresistenzen, insbesondere bei Problemgräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz und dem Gemeinen Windhalm. Um der Entstehung von Resistenzen langfristig vorzubeugen, sollte Filon stets im Rahmen einer weiten Fruchtfolge und im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Filon zeichnet sich durch eine sehr gute Mischbarkeit mit anderen gängigen Boden- und Blattherbiziden aus, die im Herbst oder zeitigen Frühjahr eingesetzt werden. Mischungen mit Partnern auf Basis von Diflufenican, Flufenacet oder Pendimethalin sind üblich, um das Wirkungsspektrum gegen spezifische Unkrautarten gezielt abzurunden. Bei der Ausbringung ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett zu achten, um eine gleichmäßige Verteilung des Spritzfilms auf der Bodenoberfläche zu gewährleisten. Extreme Trockenheit oder klumpige Bodenstrukturen können die Bodenwirksamkeit einschränken.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Filon sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwenderschutzbestimmungen und das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Oberflächengewässern und aquatischen Organismen sind die vorgegebenen Abdriftminderungsklassen und Gewässerabstände penibel zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten Anwendungen in der Nähe von blühenden Beständen oder während des Bienenflugs mit Sorgfalt und unter Berücksichtigung lokaler Windverhältnisse durchgeführt werden, um jegliche Drift auf Nichtzielbiotope zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SonnenblumeKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere, Weißer Gänsefuß5 LITER_PER_HECTARE
SchnittlauchZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
MelisseAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE60T
PorreeAcker-Fuchsschwanz, Kletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE80T
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
DinkelAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
SommergersteStängelumfassende Taubnessel, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere5 LITER_PER_HECTARE
ZwiebelgemüseAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm4 LITER_PER_HECTARE
StaudenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
Echte KamilleAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras4 LITER_PER_HECTARE42T
Garten-StiefmütterchenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
BleichsellerieAcker-Fuchsschwanz, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere4 LITER_PER_HECTARE70T
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras5 LITER_PER_HECTARE
KnollensellerieAcker-Fuchsschwanz, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere4 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
KümmelAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras4 LITER_PER_HECTARE90T
AckerbohneAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
SommerblumenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
PorreeAcker-Fuchsschwanz, Kletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE80T
Garten-StiefmütterchenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
Echte KamilleAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras4 LITER_PER_HECTARE42T
KümmelAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras4 LITER_PER_HECTARE90T
KartoffelAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
ZiergehölzeAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
Lupine-ArtenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
JohanniskrautAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE70T
ZwiebelgemüseAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm4 LITER_PER_HECTARE60T
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE
JohanniskrautAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm5 LITER_PER_HECTARE70T
SpitzwegerichAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm4 LITER_PER_HECTARE42T

Häufige Fragen

Warum ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von Filon entscheidend?

Da Filon ein Bodenherbizid ist, benötigt der Wirkstoff Prosulfocarb Feuchtigkeit, um im Boden gelöst und von den keimenden Schaderregern aufgenommen zu werden. Bei extremer Trockenheit kann sich der Herbizidfilm nicht optimal verteilen, was die Wirkung verzögert. Ein feuchtes Saatbett optimiert die Wirkstoffaufnahme über die Koleoptile und die Wurzeln.

Wie wirkt sich die Saatbettleggung auf den Bekämpfungserfolg aus?

Ein feinkrümeliges, klutenfreies Saatbett ist für den Erfolg von Filon essenziell. Grobe Erdschollen führen zu Spritzschatten, unter denen Unkrautsamen ungestört keimen können. Zudem verhindert eine unebene Oberfläche die Ausbildung eines lückenlosen Wirkstofffilms auf der Bodenoberfläche.

Kann Filon in Tankmischungen mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) ausgebracht werden?

Mischungen mit AHL sind grundsätzlich möglich, sollten jedoch nur in robusten Kulturen und unter stabilen Witterungsbedingungen durchgeführt werden. Bei starker Sonneneinstrahlung oder weichen Wachsschichten der Kulturpflanzen nach Frostperioden besteht das Risiko von Blattschäden (Nekrosen). Im Zweifelsfall ist eine separate Ausbringung vorzuziehen.

Welche Rolle spielt Filon bei der Bekämpfung von resistentem Acker-Fuchsschwanz?

Filon nutzt mit der HRAC-Gruppe 15 einen Wirkungsmechanismus, gegen den beim Acker-Fuchsschwanz im Vergleich zu ALS- oder ACCase-Hemmern kaum Resistenzen vorliegen. Es blockiert die Fettsäuresynthese und ist daher ein unverzichtbarer Partner in Spritzfolgen, um resistente Biotypen effektiv zu kontrollieren und die Selektion resistenter Gräser zu verhindern.

Gibt es Einschränkungen bei der Anwendung von Filon bezüglich der Windgeschwindigkeit?

Ja, um Abdrift auf benachbarte Flächen und empfindliche Kulturen zu vermeiden, sollte die Windgeschwindigkeit bei der Applikation 3 m/s nicht überschreiten. Zudem wird dringend empfohlen, injektorbasierte, driftmindernde Düsen zu verwenden, um ein optimales Tropfenspektrum zu erzielen und Wirkstoffverluste zu minimieren.