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OTHER · W. NEUDORFF GMBH KG

Finalsan

BVL Zul.-Nr. 024645-61

Finalsan ist ein hochwirksames, kontaktwirksames Pflanzenschutzmittel auf Basis des natürlichen Wirkstoffs Pelargonsäure. Es ist als nicht-selektives Herbizid und Moosvernichter für den Einsatz in einer Vielzahl von Kulturen, darunter Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenkulturen, registriert. Durch seine flüssige Formulierung lässt sich das Mittel präzise applizieren und deckt ein breites Spektrum an Schaderregern ab.

Das Produkt zeichnet sich durch eine extrem schnelle Anfangswirkung aus, die bereits wenige Stunden nach der Anwendung sichtbar wird. Da es sich um ein reines Kontaktherbizid handelt, eignet es sich hervorragend für die gezielte Unkraut- und Moosregulierung, insbesondere dort, wo systemische Wirkstoffe aufgrund von Rückstands- oder Selektivitätsrisiken nicht erwünscht sind. Es erfasst sowohl einkeimblättrige als auch zweikeimblättrige Unkräuter sowie Algen und Moose im Unterwuchs.

Wirkstoffe

Pelargonsäure
206.8 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Pelargonsäure (eine gesättigte Fettsäure) wirkt rein physikalisch-chemisch über den direkten Kontakt mit den grünen Pflanzenteilen. Nach dem Auftreffen dringt die Säure in die schützende Wachsschicht (Kutikula) der Blätter ein und zerstört die Zellmembranen der Epidermiszellen. Dies führt zu einer sofortigen Undichtigkeit der Zellen, wodurch der Zellsaft ungehindert austritt und das betroffene Gewebe innerhalb kürzester Zeit vertrocknet. Da Pelargonsäure nicht in der Kultur oder im Schaderreger transportiert wird (keine systemische Wirkung), bleiben unterirdische Pflanzenteile wie Wurzeln oder Rhizome unbeeinflusst. In der HRAC-Klassifizierung wird Pelargonsäure der Gruppe 0 (Wirkungsmechanismus unbekannt oder physikalisch-chemisch) zugeordnet. Die Wirkung ist stark temperatur- und lichtabhängig, da Wärme und Sonnenschein den Austrocknungsprozess der geschädigten Zellen massiv beschleunigen.

Resistenzmanagement

Aufgrund des rein physikalischen Wirkungsmechanismus der Membranzerstörung ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Ziel-Schaderregern als extrem gering einzustufen. Dennoch sollte Finalsan im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzmanagements eingesetzt werden. Um eine Selektion von schwer bekämpfbaren, tiefwurzelnden Unkrautarten zu verhindern, empfiehlt sich die Kombination oder der Wechsel mit mechanischen Maßnahmen sowie der gezielte Einsatz von Herbiziden mit anderen Wirkmechanismen in der Fruchtfolge.

Mischbarkeit & Tankmischung

Finalsan wird aufgrund der erforderlichen hohen Aufwandmenge und des spezifischen Benetzungsanspruchs meist als Solobehandlung ausgebracht. Bei eventuellen Tankmischungen ist unbedingt auf die physikalische Kompatibilität und den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten. Da für eine optimale Wirkung eine vollständige und tropfnasse Benetzung der Schaderreger zwingend erforderlich ist, sollte die Wasseraufwandmenge nicht zu gering gewählt werden. Mischungen mit systemischen Herbiziden sind in der Regel nicht ratsam, da die extrem schnelle Zerstörung des Blattgewebes durch die Pelargonsäure die Aufnahme und den Transport des systemischen Mischpartners blockieren kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als natürlicher Wirkstoff wird Pelargonsäure im Boden durch Mikroorganismen extrem schnell und rückstandsfrei abgebaut, weshalb keine nachhaltige Belastung der Umwelt zu befürchten ist. Dennoch ist das Pflanzenschutzmittel aufgrund seiner säurehaltigen Natur als reizend eingestuft; beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Anwendung ist daher die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (insbesondere Schutzbrille und Handschuhe) zu tragen. Finalsan ist im Allgemeinen als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, jedoch sollten direkte Abdriften in Oberflächengewässer und Saumbiotope vermieden werden, um aquatische Organismen und Nichtzielpflanzen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wege und Plätze mit HolzgewächsenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
SpinatZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
KohlrabiZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenMoose166 LITER_PER_HECTARE
KnollensellerieZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
Wege und Plätze mit HolzgewächsenAlgen, Moose166 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER
MöhreZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
Rucola-ArtenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
FeldsalatZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
RadieschenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
ZiergehölzeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER
RasenMoose166 LITER_PER_HECTARE
Basilikum-ArtenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
KohlrübeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
RasenMoose0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER
SpeisezwiebelZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter166 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenAlgen166 LITER_PER_HECTARE
WurzelpetersilieZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
Wege und Plätze mit HolzgewächsenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter166 LITER_PER_HECTARE
ZiergehölzeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter166 LITER_PER_HECTARE
PastinakZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Finalsan nach der Behandlung?

Die Wirkung von Finalsan basiert auf der schnellen Austrocknung der getroffenen Pflanzenteile. Warme Temperaturen (über 15 °C) und intensiver Sonnenschein beschleunigen diesen Dehydrationseffekt massiv, sodass Symptome oft schon nach wenigen Stunden sichtbar sind. Bei kühler oder bedeckter Witterung verzögert sich der Wirkeintritt. Wichtig ist, dass der Spritzfilm vor dem nächsten Regen vollständig antrocknen kann (Regenfestigkeit wird meist nach ca. 1 bis 2 Stunden erreicht).

Warum ist eine extrem gründliche Benetzung der Unkräuter bei diesem Pflanzenschutzmittel entscheidend?

Da Pelargonsäure ein reines Kontaktherbizid ohne systemische Wirkung ist, werden ausschließlich die direkt von der Spritzbrühe getroffenen Pflanzenteile abgetötet. Nicht benetzte Blätter oder Pflanzenteile überleben schadlos und können die Pflanze weiter versorgen. Für einen optimalen Bekämpfungserfolg muss die Unkrautflora daher vollständig und tropfnass benetzt werden.

Kann Finalsan auch zur Bekämpfung von tiefwurzelnden, ausdauernden Unkräutern genutzt werden?

Finalsan wirkt hervorragend gegen einjährige Unkräuter im frühen Entwicklungsstadium. Bei ausdauernden Schaderregern mit tiefen Wurzeln oder Speicherorganen (wie Löwenzahn, Disteln oder Quecken) wird nur die oberirdische Blattmasse zerstört. Da die Wurzeln intakt bleiben, treiben diese Unkräuter nach einiger Zeit wieder aus. In diesen Fällen sind Folgebehandlungen oder eine Kombination mit mechanischen Regulierungsmaßnahmen erforderlich.

Was muss beim Einsatz von Finalsan in unmittelbarer Nähe von Kulturpflanzen beachtet werden?

Da Finalsan ein nicht-selektives Herbizid ist, schädigt es jede grüne Pflanzenmasse, mit der es in Berührung kommt. Bei Anwendungen in stehenden Kulturen (z. B. zwischen den Reihen im Gemüse- oder Beerenobstbau) muss ein Abdriften des Spritznebels auf die Blätter oder grünen Triebe der Kultur unbedingt verhindert werden. Der Einsatz eines Spritzschirms oder einer Abschirmung an der Düse wird dringend empfohlen.

Wie schnell nach einer Behandlung mit Finalsan kann eine Neubepflanzung oder Einsaat erfolgen?

Da der Wirkstoff Pelargonsäure im Boden extrem schnell durch Mikroorganismen abgebaut wird und keine Bodenwirkung besitzt, gibt es keine nennenswerten Wartezeiten für Nachfolgekulturen. Sobald die behandelten Unkräuter vollständig eingetrocknet und abgestorben sind (in der Regel nach wenigen Tagen), kann die Fläche problemlos neu eingesät, bepflanzt oder mechanisch bearbeitet werden.