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OTHER · GLOBACHEM NV

Acloduo

BVL Zul.-Nr. 00B329-60

Acloduo von GLOBACHEM NV ist ein hochwirksames, flüssiges Herbizid (Formulierungstyp: Suspensionskonzentrat, SC), das speziell für den Einsatz im Vorauflauf und frühen Nachauflauf von Wintergetreide konzipiert wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Unkräuter und Ungräser im Herbst.

Das Wirkungsspektrum umfasst neben einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern auch wichtige Ungräser wie den Gemeinen Windhalm und das Einjährige Rispengras. Dank seiner ausgeprägten Bodenwirksamkeit bildet das Produkt einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger bereits im Keimprozess effektiv erfasst.

Acloduo positioniert sich als starker Baustein für die Unkrautbekämpfung im Herbst, insbesondere in Kulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale, Dinkel und Winterhartweizen. Die frühe Anwendung sichert den Kulturen einen unkrautfreien Start und minimiert die frühe Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe.

Wirkstoffe

Aclonifen
475 g/L · Wirkstoff
Diflufenican
105 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirksamkeit von Acloduo basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Aclonifen gehört zur HRAC-Gruppe 14 (Diphenylether) und wirkt primär als Protox-Inhibitor. Es wird hauptsächlich über die Keimscheide (Koleoptile) und die Keimblätter aufgenommen. Unter Lichteinfluss führt es zur schnellen Zerstörung der Zellmembranen der empfindlichen Unkräuter. Der zweite Partner, Diflufenican, ist der HRAC-Gruppe 12 (PDS-Inhibitoren) zugeordnet. Er blockiert die Biosynthese von Carotinoiden, was zu einer typischen Ausbleichung (Bleaching) des neu zuwachsenden Pflanzengewebes führt. Da Diflufenican vor allem über die Wurzeln und Hypokotyle auflaufender Unkräuter aufgenommen wird und einen langanhaltenden Bodenfilm bildet, ergänzt es die Kontakthemmung von Aclonifen ideal und sorgt für eine nachhaltige Dauerwirkung.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei Windhalm-Populationen, nachhaltig vorzubeugen, ist Acloduo ein wertvolles Werkzeug im integrierten Pflanzenschutz. Durch die Kombination zweier unterschiedlicher HRAC-Klassen (Gruppe 14 und Gruppe 12) wird das Risiko einer Selektion resistenter Biotypen im Vergleich zu Solo-Produkten (wie reinen ALS- oder ACCase-Hemmern) deutlich minimiert. Landwirte sollten dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge einsetzen und im Frühjahr bei Bedarf auf Herbizide mit anderen Wirkmechanismen zurückgreifen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Acloduo zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit gängigen Herbstherbiziden und Bodenpartnern aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits optimal auf die Bodenhaftung abgestimmt ist. Mischungen mit Blattdüngern oder Mikronährstoffen sollten vorab auf Verträglichkeit geprüft werden; extreme Kälte oder Staunässe zum Anwendungszeitpunkt sind zu vermeiden, um Kulturverträglichkeitsrisiken auszuschließen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Acloduo ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Aufgrund der Wirkstoffeigenschaften ist das Produkt als gewässergefährdend eingestuft, weshalb strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (unter Berücksichtigung von Abdriftminderungsklassen) einzuhalten sind, um aquatische Organismen zu schützen. Für Honigbienen ist das Mittel bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–130.35 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–90.7 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–130.35 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0–90.35 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–130.625 LITER_PER_HECTARE
WinterdinkelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–130.35 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0–90.35 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0–90.35 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–90.7 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–130.625 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–130.625 LITER_PER_HECTARE
WinterdinkelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–90.7 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–90.7 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–90.7 LITER_PER_HECTARE
WinterdinkelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–130.625 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0–90.7 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–130.35 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–130.625 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0–90.35 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0–90.35 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–130.35 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–130.35 LITER_PER_HECTARE
WinterdinkelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0–90.35 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–130.625 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Acloduo im Herbst?

Der beste Bekämpfungserfolg wird im frühen Nachauflauf der Kulturen (BBCH-Stadium 10 bis 13) erzielt, wenn die Unkräuter gerade auflaufen oder sich im Keimblattstadium befinden. Ein feuchtes Saatbett begünstigt die Ausbildung des Herbizidfilms und optimiert die Wirkstoffaufnahme über den Boden.

Welche Bodenbedingungen sind für eine optimale Wirkung von Acloduo erforderlich?

Da sowohl Aclonifen als auch Diflufenican stark über den Boden wirken, ist ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett ohne grobe Klumpen oder organische Rückstände (wie z. B. große Mengen an Stroh) ideal. Ausreichende Bodenfeuchtigkeit nach der Behandlung aktiviert den Wirkstofffilm und sichert die Dauerwirkung.

Kann Acloduo auch bei Frost oder extremen Wetterbedingungen gespritzt werden?

Nein, von einer Anwendung bei Frost, anhaltender Trockenheit oder unmittelbar vor starken Regenfällen wird abgeraten. Frost kann die Verträglichkeit in den Kulturen beeinträchtigen, während extreme Trockenheit die Bodenwirkung stark einschränkt. Optimal sind milde, windstille Tage mit ausreichender Bodenfeuchte.

Wie verhält sich Acloduo im Hinblick auf den Nachbau von Folgekulturen?

Nach dem regulären Einsatz von Acloduo im Herbst können im folgenden Frühjahr nach normaler Bodenbearbeitung alle üblichen Ackerkulturen angebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur ist eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Oberboden zu verdünnen.

Warum ist die Kombination aus Aclonifen und Diflufenican besonders vorteilhaft gegen Windhalm?

Die Kombination nutzt zwei unterschiedliche, nicht-systemische Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen 14 und 12), die den Windhalm über unterschiedliche Eintrittspforten (Spross und Wurzel) erfassen. Dies beugt der Selektion von Resistenzen effektiv vor, die bei herkömmlichen Sulfonylharnstoffen im Frühjahr häufiger auftreten.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank. Wählen Sie einfach Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterweichweizen) und den Ziel-Schaderreger aus, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.