Acupro
Acupro ist ein hochwirksames Herbizid zur gezielten Bekämpfung von Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale sowie Sommergerste und Sommerweichweizen. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um eine breite und nachhaltige Wirkung im frühen Nachauflauf zu erzielen.
Das Wirkungsspektrum von Acupro umfasst insbesondere einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie den Gemeinen Windhalm. Durch die Kombination von Blatt- und Bodenwirkung bietet das Produkt auch unter wechselnden Witterungsbedingungen eine zuverlässige Unkrautfreiheit und sichert so die ungestörte Jugendentwicklung der Getreidekulturen in der kritischen Bestockungsphase.
Als flexibler Partner im professionellen Ackerbau lässt sich Acupro hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien im Herbst oder im frühen Frühjahr integrieren. Die einfache Handhabung und die exzellente Kulturverträglichkeit machen es zu einem Standardwerkzeug für Landwirte, die Wert auf saubere Bestände von Anfang an legen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Herbizidleistung von Acupro basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier Wirkstoffe mit unterschiedlichen biochemischen Angriffspunkten. Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (PDS-Inhibitoren) und blockiert die Carotinoid-Biosynthese. Ohne schützende Carotinoide wird das Chlorophyll der Unkräuter durch Sonnenlicht zerstört, was zu den charakteristischen Aufhellungen (Bleaching) und dem anschließenden Absterben der Keimlinge führt. Diflufenican wirkt primär über den Boden und bildet einen feinen Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger direkt beim Durchstoßen erfasst. Metsulfuron-methyl (HRAC-Gruppe 2) ist ein Sulfonylharnstoff, der als ALS-Inhibitor fungiert. Er hemmt das Enzym Acetolactat-Synthase, welches für die Synthese lebenswichtiger Aminosäuren in der Pflanze essenziell ist. Metsulfuron wird rasch über die Blätter und Wurzeln aufgenommen und systemisch in der Pflanze transportiert. Bereits kurz nach der Anwendung stoppt das Wachstum der sensitiven Unkräuter, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben innerhalb weniger Wochen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen – insbesondere gegenüber ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) – aktiv vorzubeugen, ist Acupro bereits ab Werk mit zwei unterschiedlichen Wirkmechanismen ausgestattet. Dennoch sollte das Produkt stets in eine weite Fruchtfolge und ein integriertes Herbizid-Resistenzmanagement eingebunden werden. Dies beinhaltet den regelmäßigen Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen (wie z. B. Wuchsstoffen oder Bodenherbiziden der Gruppen 3 oder 15) sowie den gezielten Einsatz mechanischer Unkrautbekämpfungsmaßnahmen zur Schonung der chemischen Wirkstoffklassen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Acupro zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist der Spritztank zunächst mit mindestens der Hälfte der benötigten Wassermenge zu füllen, bevor Acupro unter ständigem Rühren komplett aufgelöst wird; erst danach sollten weitere Mischungspartner hinzugefügt werden. Von Mischungen mit organophosphathaltigen Insektiziden oder der Anwendung unter extremen Temperaturschwankungen wird abgeraten, um das Risiko von vorübergehenden Kulturunverträglichkeiten zu minimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von Acupro sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz und zur Schongebietsregelung strikt einzuhalten. Das Tragen von Standard-Schutzkleidung (einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Handhabung des Konzentrats) ist obligatorisch. Aufgrund der hohen Sensitivität von aquatischen Organismen und Nichtzielpflanzen gegenüber den Wirkstoffen müssen die im Zulassungsbescheid definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumbiotopen exakt eingehalten werden. Das Mittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommerweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 65 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 65 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 65 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 65 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Acupro im Getreide?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn Acupro im frühen Nachauflauf der Kultur (ab BBCH 10 bis BBCH 29) appliziert wird, sobald die Unkräuter aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden. Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit unterstützt dabei die residuale Wirkung von Diflufenican.
Wie reagiert Acupro auf langanhaltende Trockenheit nach der Spritzung?
Bei starker Trockenheit kann die Bodenwirkung von Diflufenican vorübergehend eingeschränkt sein, da der Wirkstoff Feuchtigkeit benötigt, um von den Keimlingen optimal aufgenommen zu werden. Die blattaktive Komponente Metsulfuron bleibt jedoch über die Blätter wirksam, sofern die Unkräuter nicht unter extremem Trockenstress stehen.
Was muss beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Acupro beachtet werden?
Aufgrund der Persistenz der Wirkstoffe im Boden sollten vor dem Anbau von Folgekulturen die üblichen Fruchtfolge-Richtlinien eingehalten werden. Nach einer normalen Ernte im Herbst können in der Regel Wintergetreidearten problemlos nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur ist ein tiefes Pflügen vor der Neueinsaat dringend zu empfehlen.
Kann Acupro bei Frost oder sehr niedrigen Temperaturen ausgebracht werden?
Nein, die Anwendung sollte bei wüchsigem Wetter und Temperaturen stabil über 5 °C erfolgen. Vermeiden Sie Behandlungen bei Frost oder wenn Nachtfröste unmittelbar bevorstehen, da dies die Kulturverträglichkeit des Getreides beeinträchtigen und die Wirkstoffaufnahme der Unkräuter stark verlangsamen kann.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Gemeinen Windhalm?
Nutzen Sie die integrierte Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Getreidekultur aus und filtern Sie nach dem Schaderreger „Gemeiner Windhalm“, um eine Übersicht aller in Deutschland registrierten Herbizide inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen zu erhalten.