Alliance
Alliance von Nufarm ist ein leistungsstarkes, breit wirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und dem Gemeinen Windhalm in Getreidekulturen. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, kombiniert das Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um sowohl über das Blatt als auch über den Boden eine nachhaltige Unkrautfreiheit zu sichern. Es ist für den Einsatz im Nachauflauf im Herbst oder Frühjahr in wichtigen Getreidearten wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale sowie Sommergerste und Sommerweichweizen registriert.
Die Stärke von Alliance liegt in der Kombination zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen, die sich gegenseitig hervorragend ergänzen. Während der eine Partner primär über die Blätter aufgenommen wird und systemisch in der Kultur transportiert wird, sorgt der andere Partner für eine langanhaltende Bodenwirkung, die auch nachkeimende Unkräuter zuverlässig erfasst. Dies macht das Produkt zu einem flexiblen Baustein im modernen Ackerbau, insbesondere bei der Unkrautbehandlung im frühen Entwicklungsstadium der Kulturen (BBCH-Stadium 10 bis 29).
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Aktivität von Alliance basiert auf dem Zusammenspiel von Diflufenican und Metsulfuron. Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 und wirkt als Hemmstoff der Phytoen-Desaturase (PDS) in der Carotinoid-Biosynthese. Dies führt zum Zusammenbruch des Chlorophylls und äußert sich in charakteristischen Aufhellungen (Bleaching) und dem anschließenden Absterben der empfindlichen Schaderreger. Es lagert sich als stabiler Film auf der Bodenoberfläche ab und wird von den Keimlingen vor allem über die Keimscheide und die Wurzeln aufgenommen. Metsulfuron hingegen ist ein Sulfonylharnstoff aus der HRAC-Gruppe 2 und blockiert das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Synthese essenzieller Aminosäuren verantwortlich ist. Dieser Wirkstoff wird rasch über das Blattwerk und die Wurzeln aufgenommen und systemisch in die Wachstumspunkte transportiert. Der sofortige Wachstumsstopp der Schaderreger führt innerhalb weniger Wochen zum vollständigen Absterben der Unkräuter.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzentwicklung, insbesondere gegenüber ALS-Hemmern (HRAC-Gruppe 2), wirksam vorzubeugen, ist Alliance bereits ab Werk als Kombinationsprodukt mit Diflufenican (HRAC-Gruppe 12) konzipiert. Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer integrierten Unkrautbekämpfung im Wechsel mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Der wiederholte Einsatz von Produkten mit demselben Wirkungsmechanismus auf derselben Fläche ist zu vermeiden, und der Fokus sollte auf einer abwechslungsreichen Fruchtfolge sowie mechanischen Maßnahmen liegen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Alliance zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gründliche Durchmischung zu achten; das Granulat sollte als erste Komponente im fast vollständig gefüllten Spritztank vollständig aufgelöst werden. Die Zugabe von Additiven oder Netzmitteln kann die Wirkung unter trockenen Bedingungen absichern, sollte jedoch bei Frostgefahr oder extremen Temperaturschwankungen zur Schonung der Kultur vermieden werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Alliance sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung) wie Schutzhandschuhe und Schutzkleidung strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Einhaltung von Abdriftminderungsklassen genau zu beachten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Unkräutern im Bestand vermieden werden, um Nichtzielorganismen maximal zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 65 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 65 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 65 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 65 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 13–29 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Alliance im Getreide?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die Behandlung im frühen Nachauflauf erfolgt (BBCH-Stadium 10 bis 29), wenn sich die Unkräuter im aktiven Wachstum und im Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Aufnahmefähigkeit der Schaderreger am höchsten und die Bodenwirkung von Diflufenican kann sich optimal entfalten.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Alliance?
Für eine optimale Wirkung von Metsulfuron sind wüchsige Wetterbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 8 °C ideal. Die Bodenkomponente Diflufenican benötigt für eine gute Aktivierung und Verteilung im Boden eine gewisse Grundfeuchtigkeit; extreme Trockenheit kann die Bodenwirkung vorübergehend verzögern.
Gibt es Einschränkungen beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Alliance?
Aufgrund der Persistenz von Metsulfuron im Boden müssen die Wartezeiten und Bodenbearbeitungsvorgaben vor dem Anbau von Folgekulturen beachtet werden. Nach normaler Ernte und üblicher Bodenbearbeitung können im Herbst in der Regel Wintergetreide und Raps gesät werden; bei vorzeitigem Umbruch sind spezielle Richtlinien für den Nachbau von Zwischenfrüchten oder empfindlichen Kulturen wie Rüben zu berücksichtigen.
Kann Alliance auch bei Frost oder starker Sonneneinstrahlung ausgebracht werden?
Nein, Anwendungen bei Nachtfrösten oder unmittelbar vor Frostperioden sollten unterbleiben, da dies zu Kulturunverträglichkeiten führen kann. Ebenso sollte die Behandlung nicht bei extremer Hitze oder intensiver Sonneneinstrahlung in den Mittagsstunden durchgeführt werden, um Stresssymptome an den Kulturen zu vermeiden.
Wie verhält sich Alliance bezüglich der Resistenz von Windhalm?
Da der Gemeine Windhalm in einigen Regionen bereits Resistenzen gegen ALS-Hemmer (HRAC 2) aufweist, ist die Kombination mit dem Partner Diflufenican (HRAC 12) ein wichtiger Baustein zur Resistenzvermeidung. Bei bereits bestehender, nachgewiesener Sulfonylharnstoff-Resistenz des Windhalms auf der Fläche sollte Alliance jedoch gezielt mit einem Partner aus einer anderen Wirkstoffklasse kombiniert werden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen zweikeimblättrige Unkräuter?
Nutzen Sie hierzu die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterweichweizen) und filtern Sie in der Kategorie „Schaderreger“ nach „Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter“, um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Alternativen und Kombinationspartner übersichtlich anzuzeigen.