Antarktis
Antarktis ist ein leistungsstarkes, flüssiges Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Winter- und Sommergetreidekulturen. Als moderne Formulierung kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um ein breites Wirkungsspektrum im Frühjahr abzudecken. Es wurde speziell entwickelt, um landwirtschaftlichen Betrieben eine hochwirksame Lösung gegen ertragsmindernde Unkrautkonkurrenz während der entscheidenden Bestockungsphase der Kulturen zu bieten.
Das Produkt zeichnet sich durch seine schnelle und nachhaltige Wirkung aus, die auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen im Frühjahr zuverlässige Ergebnisse liefert. Durch die Kombination von Kontakt- und systemischen Eigenschaften werden selbst schwer bekämpfbare Schaderreger im Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium sicher erfasst, was den Grundstein für einen sauberen und ertragreichen Getreidebestand legt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Wirksamkeit von Antarktis basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel seiner zwei aktiven Wirkstoffe Bifenox und Florasulam, die über unterschiedliche biochemische Mechanismen verfügen. Bifenox gehört zur chemischen Gruppe der Diphenylether (HRAC-Gruppe 14, ehemals E) und wirkt als selektives Kontakt- und Bodenherbizid. Es hemmt das Enzym Protoporphyrinogen-Oxidase (PPO), was unter Lichteinfluss zur Zerstörung der Zellmembranen und zum raschen Absterben des Unkrautgewebes führt. Florasulam hingegen ist ein systemischer Wirkstoff aus der Gruppe der Triazolopyrimidine (HRAC-Gruppe 2, ehemals B). Es hemmt das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Synthese essenzieller Aminosäuren verantwortlich ist. Nach der Aufnahme über das Blatt wird der Wirkstoff schnell in der Pflanze transportiert und führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der Zielunkräuter.
Resistenzmanagement
Durch die Kombination zweier Wirkstoffe aus völlig unterschiedlichen HRAC-Klassen (Gruppe 14 und Gruppe 2) ist Antarktis ein wertvolles Werkzeug im Rahmen des Resistenzmanagements. Diese Kombination minimiert das Risiko einer Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei weit verbreiteten Unkräutern wie der Vogelmiere oder Kamille-Arten, die bereits Resistenzen gegenüber reinen ALS-Hemmern aufweisen. Um diese Schutzwirkung langfristig zu erhalten, sollte das Pflanzenschutzmittel stets im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen eingesetzt und durch pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge ergänzt werden.
Mischbarkeit & Tankmischung
Antarktis weist eine gute Mischbarkeit mit gängigen Getreidefungiziden, Halmverkürzern und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) auf. Bei Mischungen mit Wachstumsregulatoren ist jedoch auf die Vitalität der Kultur zu achten, um Stressreaktionen zu vermeiden. Es wird empfohlen, stets eine Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchzuführen, bevor größere Mengen angesetzt werden. Für eine optimale Benetzung und Wirkung der Kontaktkomponente Bifenox ist eine ausreichende Wasseraufwandmenge von 200–300 l/ha sowie eine feine bis mittlere Tropfenapplikation ratsam.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von Antarktis sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwenderschutzmaßnahmen, einschließlich des Tragens von Schutzkleidung und Handschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Aufgrund der Eigenschaften der Wirkstoffe gelten spezifische Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und angrenzenden Biotopen, um aquatische Organismen und Nichtzielpflanzen zu schützen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Antarktis im Frühjahr?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Frühjahr, sobald die Unkräuter zu wachsen beginnen und die Temperaturen tagsüber konstant über 5 °C steigen. Die Schaderreger sollten sich idealerweise im kleinen Keim- bis frühen Laubblattstadium befinden, da junge, aktiv wachsende Unkräuter die Wirkstoffe am effizientesten aufnehmen.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?
Da die Wirkstoffkomponente Bifenox ein lichtabhängiger PPO-Inhibitor ist, fördern sonniges Wetter und milde Temperaturen nach der Applikation den Wirkungseintritt erheblich. Bei extremen Temperaturschwankungen oder drohendem Nachtfrost sollte die Behandlung verschoben werden, um die Kultur nicht unnötig zu stressen.
Kann Antarktis auch auf feuchten Getreidebeständen ausgebracht werden?
Es wird dringend empfohlen, das Produkt nur auf abgetrocknete Bestände zu applizieren. Eine ausgeprägte Wachsschicht auf den Blättern der Kultur schützt diese vor phytotoxischen Effekten durch die Kontaktkomponente Bifenox. Nässe oder Tau können die Selektivität beeinträchtigen.
Welche Wasseraufwandmenge wird für die Applikation empfohlen?
Für eine optimale Wirkung ist eine gründliche Benetzung der Unkrautblätter entscheidend, da Bifenox primär als Kontaktpartner agiert. Eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 300 l/ha mit einer mittleren Tropfengröße stellt sicher, dass auch dichtere Unkrautnester ausreichend benetzt werden.
Gibt es Einschränkungen beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz?
Nach dem regulären Einsatz von Antarktis im Frühjahr können im Herbst desselben Jahres problemlos Wintergetreide oder Winterraps angebaut werden. Sollte ein vorzeitiger Umbruch der Kultur notwendig werden, empfiehlt sich vor der Neueinsaat empfindlicher Kulturen eine wendende Bodenbearbeitung (Pflügen), um Wirkstoffreste im Boden zu verdünnen.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen zweikeimblättrige Unkräuter?
Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktübersicht nach der Kategorie 'Herbizide' und wählen Sie die entsprechende Kultur sowie den Schaderreger 'Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter' aus, um alle in Deutschland registrierten Alternativen anzuzeigen.