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OTHER · Cheminova Deutschland GmbH

ARTUS

BVL Zul.-Nr. 044602-00

ARTUS ist ein leistungsstarkes Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Roggen, Triticale sowie Sommergerste, Sommerweichweizen und Hafer. Das als wasserdispergierbares Granulat (WG) formulierte Pflanzenschutzmittel vereint zwei bewährte Wirkstoffe, um eine schnelle und nachhaltige Unkrautkontrolle im Frühjahr zu gewährleisten. Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen bietet das Produkt ein breites Wirkungsspektrum gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger im Getreidebau.

Es eignet sich hervorragend, um lückige Bestände im frühen Frühjahr sauber zu halten und die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe frühzeitig auszuschalten. Die flexible Anwendung im BBCH-Bereich von 13 bis 32 ermöglicht es Betriebsleitern, den Behandlungszeitpunkt optimal an die Befallssituation und die Witterung anzupassen, um das Ertragspotenzial der Kulturen voll auszuschöpfen.

Wirkstoffe

Carfentrazone
400 g/kg · Wirkstoff
Metsulfuron
100 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von ARTUS basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel seiner beiden aktiven Komponenten. Carfentrazone-ethyl gehört zur HRAC-Gruppe 14 (PPO-Inhibitoren). Dieser Wirkstoff wird hauptsächlich über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und blockiert das Enzym Protoporphyrinogen-Oxidase. Unter Lichteinfluss führt dies zu einer raschen Zerstörung der Zellmembranen, was sich in einem schnellen Vertrocknen und Absterben der getroffenen Unkrautblätter (Kontakteffekt) äußert. Metsulfuron-methyl hingegen ist ein Wirkstoff aus der HRAC-Gruppe 2 (ALS-Inhibitoren). Er wird sowohl über das Blatt als auch über die Wurzel aufgenommen und systemisch in der Pflanze transportiert. Durch die Hemmung der Acetolactat-Synthase wird die Synthese essenzieller Aminosäuren blockiert, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp der Schaderreger an den Vegetationspunkten führt. Diese Kombination aus schneller Kontaktwirkung und nachhaltigem systemischen Effekt sichert den Bekämpfungserfolg.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen – insbesondere gegenüber ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) – wirksam vorzubeugen, ist die Kombination mit dem PPO-Inhibitor Carfentrazone (HRAC-Gruppe 14) in ARTUS ein wertvoller Baustein. Dennoch sollte dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer integrierten Ackerbaustrategie stets im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. synthetischen Auxinen oder Photosynthesehemmern) eingesetzt werden. Ein wiederholter, alleiniger Einsatz von ALS-Hemmern in der Fruchtfolge ist zu vermeiden, um die langfristige Sensitivität der Unkrautpopulationen zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

ARTUS zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL). Bei Mischungen mit AHL sollte die Anwendung jedoch nur in verdünnter Form und nicht unter extremen Bedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder hohen Temperaturen erfolgen, um das Risiko von Kulturverträglichkeitsproblemen (Blattverbrennungen) zu minimieren. Die Zugabe eines zugelassenen Netzmittels kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei trockener Witterung und verholzten Wachsschichten der Unkräuter verbessern. Es wird empfohlen, stets die physikalische Mischbarkeit vorab in einem Kleinbehälter zu prüfen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ARTUS ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und Ansetzung der Spritzbrühe, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die spezifischen Abstandsauflagen und der Einsatz driftmindernder Technik strikt einzuhalten. Das Produkt ist bezüglich seiner Bienentoxizität so eingestuft, dass es bei bestimmungsgemäßer Anwendung die Bienen nicht gefährdet (B4), dennoch sollten Anwendungen außerhalb des aktiven Bienenflugs bevorzugt werden, um jegliche Risiken zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter20–290.05 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–190.04 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter20–320.05 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–190.04 KILOGRAM_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–250.05 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–190.04 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter20–290.05 KILOGRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.05 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter20–290.05 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–190.04 KILOGRAM_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.05 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit ARTUS?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Frühjahr, wenn die einjährigen zweikeimblättrigen Unkräuter aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im Rosettenstadium). Die Kulturen selbst sollten sich im BBCH-Stadium 13 bis 32 befinden. Eine Anwendung bei wüchsigem Wetter und ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit optimiert die Wirkstoffaufnahme.

Wie beeinflusst Frost die Wirkung von ARTUS?

Nach der Behandlung sollte kein starker Frost auftreten, da frostige Bedingungen den Stoffwechsel der Unkräuter verlangsamen und somit die systemische Wirkung von Metsulfuron-methyl beeinträchtigen können. Zudem kann die Kultur unter Stress geraten, was das Risiko von vorübergehenden Aufhellungen erhöht. Leichte Nachtfröste sind meist unbedenklich, solange die Tage wüchsig sind.

Welche Nachbauauflagen müssen nach dem Einsatz von ARTUS beachtet werden?

Aufgrund des enthaltenen Wirkstoffs Metsulfuron-methyl, der eine gewisse Bodenpersistenz aufweisen kann, ist bei der Nachbauplanung Sorgfalt geboten. Nach normaler Ernte der behandelten Getreidekulturen können im Herbst in der Regel Wintergetreide und Raps nachgebaut werden. Vor dem Anbau empfindlicherer Kulturen oder Zwischenfrüchten wird eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) empfohlen, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Kann ARTUS bei starker Sonneneinstrahlung ausgebracht werden?

Da Carfentrazone-ethyl ein lichtabhängiger Wirkstoff (PPO-Inhibitor) ist, beschleunigt Sonnenschein die Kontaktwirkung erheblich. Allerdings sollte bei extremen Temperaturen über 25 °C und praller Mittagssonne auf eine Behandlung verzichtet werden, um Stressreaktionen oder Verbrennungen an den Blättern der Kultur zu vermeiden. Die Abendstunden sind oft der bessere Applikationszeitraum.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Nutzen Sie hierzu einfach die integrierte Such- und Filterfunktion in unserem Hub. Sie können gezielt nach Ihrer spezifischen Kultur (z. B. Winterweichweizen oder Sommergerste) filtern und die Suche mit dem gewünschten Schaderreger (wie einjährige zweikeimblättrige Unkräuter) kombinieren, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive Zulassungsdetails zu erhalten.