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Sonstige · Gowan Crop Protection Limited

BADGE WG

BVL Zul.-Nr. 028956-00

BADGE WG ist ein hochmodernes, kupferbasiertes Pflanzenschutzmittel von Gowan, das als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert ist. Durch die innovative Kombination zweier bewährter Kupferformen – Kupferhydroxid und Kupferoxychlorid – vereint das Produkt eine schnelle Initialwirkung mit einer hervorragenden Dauerwirkung. Es ist im professionellen Acker-, Obst-, Wein- und Hopfenbau fest etabliert und bietet ein breites Wirkungsspektrum gegen wirtschaftlich bedeutende pilzliche und bakterielle Schaderreger.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Löslichkeit und Haftfestigkeit auf den Pflanzenteilen aus. Dadurch bleibt der schützende Belag auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen und bei Niederschlägen stabil. BADGE WG deckt wichtige Indikationen ab, darunter Falschen Mehltau, Phytophthora infestans, die Kräuselkrankheit sowie bakterielle Infektionen wie den gefürchteten Feuerbrand.

Wirkstoffe

Kupferhydroxid
215 g/kg · Wirkstoff
Kupferoxychlorid
235.3 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von BADGE WG basiert auf der kontinuierlichen Freisetzung von Kupfer-Ionen (Cu2+) aus dem Spritzbelag. Gemäß der FRAC-Klassifizierung gehört Kupfer zur Gruppe M01 (Multi-Site-Inhibitoren). Die freigesetzten Ionen werden von den Sporen und Zellen der Schaderreger passiv aufgenommen. Im Inneren der Erregerzellen interagieren sie unspezifisch mit zahlreichen Proteinen und Enzymen, zerstören deren Struktur und blockieren lebenswichtige Stoffwechselprozesse sowie die Zellatmung. Da dieser Angriff an vielen verschiedenen Stellen (Multi-Site) gleichzeitig erfolgt, wird die Keimung von Pilzsporen und die Vermehrung von Bakterien effektiv unterbunden. Die Wirkung ist rein protektiv (vorbeugend), weshalb die Anwendung zwingend vor einer Infektion erfolgen muss, um einen lückenlosen Schutzfilm auf den Kulturen zu etablieren.

Resistenzmanagement

Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC M01) ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung bei den Zielorganismen gegen Kupfer als extrem gering einzustufen. BADGE WG eignet sich daher hervorragend als Baustein im Antiresistenzmanagement. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit organischen Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen kannst du die Selektion resistenter Stämme gegenüber einortig wirkenden Fungiziden wirksam verhindern und deren Lebensdauer im Markt sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

BADGE WG zeigt sich in der Praxis mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln gut mischbar. Bei Tankmischungen ist jedoch besonders auf den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten: Stark saure Mischungspartner oder saure pH-Regulatoren sollten vermieden werden, da ein niedriger pH-Wert (unter 6,0) die Löslichkeit des Kupfers drastisch erhöht. Dies kann zu einer schlagartigen Freisetzung freier Kupfer-Ionen führen, was das Risiko von Phytotoxizität (Verbrennungen) an den Kulturen erhöht. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird stets eine physische Mischprobe sowie ein Test auf Kulturverträglichkeit empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit BADGE WG ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um Anwenderschäden zu vermeiden. Da Kupfer im Boden nicht abgebaut wird und sich anreichern kann, ist eine gewässerschonende Ausbringung unter Vermeidung von Abdrift essenziell. Zum Schutz von Bestäubern und anderen nützlichen Insekten sollte die Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden erfolgen, insbesondere wenn blühende Kulturen oder Unkräuter im Unterwuchs vorhanden sind.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
PflaumeKräuselkrankheit (Taphrina deformans), Narrentaschenkrankheit (Taphrina pruni)55–911.3 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.625 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
PflaumeMonilinia55–911.17 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
BirneFeuerbrand (Erwinia amylovora)3–590.97 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
AprikoseMonilinia55–911.17 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
ApfelFeuerbrand (Erwinia amylovora)3–590.97 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
SüßkirscheMonilinia55–911.17 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
SauerkirscheMonilinia55–911.17 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
PfirsichKräuselkrankheit (Taphrina deformans), Narrentaschenkrankheit (Taphrina pruni)55–911.3 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
HopfenFalscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli)3.21 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenGloeosporium, Echte Mehltaupilze, Rost (Puccinia allii)2.7 KILOGRAM_PER_HECTARE
KartoffelPhytophthora infestans3 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
PfirsichMonilinia55–911.17 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
ZuckerrübeCercospora beticola39–493.5 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
QuitteFeuerbrand (Erwinia amylovora)3–590.97 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Kräuselkrankheit bei Pfirsich?

Die Behandlung muss zwingend vor dem Knospenschwellen (BBCH 01 bis 03) im Spätwinter erfolgen. Sobald sich die Knospenschuppen öffnen und die grünen Blattspitzen sichtbar werden, können die Pilzsporen bei feuchter Witterung in die Knospe eindringen. Eine spätere Anwendung nach dem Blattaustrieb ist meist wirkungslos, da der Erreger dann bereits im Gewebe geschützt ist.

Warum kombiniert BADGE WG zwei verschiedene Kupferverbindungen?

Die Kombination nutzt die unterschiedlichen Löslichkeiten: Kupferhydroxid löst sich schnell auf und sorgt für eine sofortige, starke Initialwirkung gegen vorhandene Sporen. Kupferoxychlorid hingegen ist schwerer löslich, haftet extrem gut auf der Pflanzenoberfläche und gibt die Kupfer-Ionen nur langsam ab. Das garantiert dir einen langanhaltenden Schutzbelag, der auch bei Niederschlägen stabil bleibt.

Wie verhält sich BADGE WG bei Regen und hoher Feuchtigkeit?

Nach dem Antrocknen des Spritzbelags ist BADGE WG hoch regenfest. Feuchtigkeit ist für die Wirkung jedoch notwendig, da die Kupfer-Ionen erst durch Wasser (Tau oder Regen) auf der Pflanzenoberfläche aktiviert und für die Schaderreger aufnehmbar werden. Zu starke, langanhaltende Niederschläge können den Belag allmählich abwaschen, weshalb du den Schutzfilm nach starken Regenereignissen eventuell erneuern musst.

Kann ich BADGE WG im ökologischen Landbau einsetzen?

Ja, Kupferpräparate wie BADGE WG sind im ökologischen Landbau zur Bekämpfung verschiedener Schaderreger zugelassen. Du musst jedoch die länderspezifischen Höchstmengen für Reinkupfer pro Hektar und Jahr beachten, die im Öko-Anbau streng limitiert sind, um eine Kupferanreicherung im Boden zu minimieren.

Was muss ich bei der Anwendung im Weinbau gegen Falschen Mehltau beachten?

Da Kupfer rein kontaktaktiv wirkt, musst du auf eine lückenlose Benetzung aller grünen Pflanzenteile, insbesondere der Blattunterseiten, achten. Da sich die Rebe in der Hauptwachstumsphase schnell entwickelt, schützt der Kupferbelag den Neuzuwachs nicht. Hier solltest du die Spritzabstände an das Triebwachstum und die Infektionsbedingungen anpassen.

Wie vermeide ich Schäden (Phytotoxizität) an empfindlichen Kulturen?

Vermeide Spritzungen bei extremen Temperaturen, praller Sonne oder wenn die Blätter nass sind und nur langsam abtrocknen können. Unter feucht-kühlen Bedingungen bleibt die Spritzbrühe zu lange flüssig auf dem Blatt, was die Aufnahme von freien Kupfer-Ionen in das Pflanzengewebe begünstigt und zu Blattschäden führen kann. Spritze am besten in den kühleren Abendstunden auf abgetrocknete Bestände.