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Boom efekt

BVL Zul.-Nr. 006763-00

Boom efekt ist ein hochwirksames, nicht-selektives Systemherbizid (Totalherbizid) auf Basis des bewährten Wirkstoffs Glyphosat (485,8 g/l). Es wurde speziell für die zuverlässige und breitbandige Ausschaltung von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie hartnäckigen Laubholz-Arten entwickelt. Das Pflanzenschutzmittel eignet sich hervorragend für den Einsatz in verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen, im Weinbau sowie auf Nichtkulturland und im Forstbereich, um unerwünschten Aufwuchs nachhaltig zu regulieren.

Formuliert als wasserlösliches Konzentrat (SL), wird der Wirkstoff schnell über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und mit dem Saftstrom in der gesamten Pflanze verteilt. Dies garantiert eine vollständige Erfassung des oberirdischen Pflanzenmaterials sowie des unterirdischen Wurzelsystems. Selbst tiefwurzelnde, ausdauernde Schaderreger werden dadurch im Kern getroffen, was einen erneuten Wiederaustrieb effektiv unterbindet.

In der modernen landwirtschaftlichen Praxis nimmt Boom efekt eine Schlüsselrolle bei der Vorsaatbehandlung, der Stoppelbearbeitung und der Kulturpflege ein. Es ermöglicht eine saubere Feldvorbereitung und sichert jungen Kulturen einen optimalen, konkurrenzfreien Start ohne Nährstoff- und Wasserentzug durch Begleitflora.

Wirkstoffe

Glyphosat
485.8 g/L

Wirkungsweise

Der in Boom efekt enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Die biochemische Wirkung basiert auf der gezielten Blockierung des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist ein zentraler Baustein des Shikimatwegs, welcher in Pflanzen für die Synthese der essenziellen aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan verantwortlich ist. Da dieser Stoffwechselweg ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen vorkommt, weist das Pflanzenschutzmittel eine hohe Spezifität auf. Nach der systemischen Translokation in die Wachstumszonen (Meristeme) führt der Mangel an Aminosäuren zu einem schnellen Wachstumsstopp. Sichtbare Symptome wie Gelbfärbung (Chlorose) und anschließende Vertrocknung (Nekrose) der behandelten Schaderreger treten je nach Witterung nach 7 bis 14 Tagen ein.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung zu minimieren, sollte Boom efekt stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Obwohl Resistenzen gegen Herbizide der HRAC-Gruppe 9 in Europa noch selten sind, empfiehlt sich der regelmäßige Wechsel mit mechanischen Bekämpfungsverfahren sowie der Einsatz von Bodenherbiziden mit anderen Wirkmechanismen in der Fruchtfolge. Einseitige, wiederholte Anwendungen auf derselben Fläche ohne Wirkstoffwechsel sollten vermieden werden, um die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Boom efekt ist mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar, jedoch sollte vor jeder Tankmischung eine physikalische Mischbarkeitsprobe (Kübeltest) durchgeführt werden. Für eine optimale Wirkung ist die Verwendung von sauberem, weichem Wasser ratsam, da sehr hartes Wasser (hoher Calcium- und Magnesiumgehalt) die Glyphosat-Moleküle binden und die Herbizidleistung abschwächen kann. Die Zugabe von Ammoniumsulfat kann die Wirkstoffaufnahme insbesondere unter trockenen Bedingungen oder bei hartem Wasser deutlich verbessern. Mischungen mit schnell wirkenden Kontakt- oder Kontaktherbiziden sollten vermieden werden, da diese das Blattgewebe zu schnell zerstören und die systemische Verteilung von Glyphosat behindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Boom efekt sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Richtlinien (persönliche Schutzausrüstung) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Oberflächengewässern und Nichtzielpflanzen müssen die vorgegebenen Abdrifteleistungsauflagen und Abstandsflächen eingehalten werden; der Einsatz von abdriftmindernder Düsentechnik wird dringend empfohlen. Das Produkt ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte eine direkte Benetzung von blühenden Unkräutern im Sinne des Schutzes von Wildbienen und anderen Bestäubern vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SteinobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE42T
NadelholzZweikeimblättrige Unkräuter, Laubholz, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE42T
NadelholzZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter, Acker-Winde5 LITER_PER_HECTARE30T
AckerbaukulturenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Boom efekt nach der Applikation?

Für eine optimale Wirkstoffaufnahme sollte nach der Behandlung für mindestens 4 bis 6 Stunden kein Niederschlag fallen. Warme und wüchsige Wetterbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigen den systemischen Transport in der Pflanze, während extreme Trockenheit oder Kälte die Wirkung verzögern können, da der Stoffwechsel der Schaderreger verlangsamt ist.

Warum ist die Bekämpfung der Acker-Winde mit diesem Produkt besonders nachhaltig?

Die Acker-Winde besitzt ein tiefreichendes, verzweigtes Wurzelsystem, das durch reine Kontaktherbizide nicht dauerhaft geschädigt wird. Boom efekt wird systemisch bis in die Wurzelspitzen transportiert und zerstört die Speicherorgane. Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im Sommer oder frühen Herbst, wenn die Pflanze Nährstoffe aktiv in die Wurzeln einlagert.

Kann Boom efekt im Weinbau (VITVI) direkt unter den Rebstöcken eingesetzt werden?

Ja, eine Anwendung unter den Rebstöcken ist möglich, erfordert jedoch äußerste Sorgfalt. Es muss strikt verhindert werden, dass die Spritzbrühe mit grünen Teilen der Rebe (Blätter, junge Triebe, unverholzte Rinde) in Kontakt kommt, da Glyphosat nicht-selektiv wirkt. Der Einsatz einer Abschirmvorrichtung an der Spritze wird dringend empfohlen.

Wie lange muss ich nach der Behandlung warten, bevor ich den Boden mechanisch bearbeiten kann?

Um eine vollständige Translokation des Wirkstoffs in die Wurzeln und Rhizome zu gewährleisten, sollte der Boden nach der Anwendung für einige Tage nicht bearbeitet werden. Bei einjährigen Unkräutern wird eine Wartezeit von mindestens 3 bis 5 Tagen empfohlen, bei ausdauernden und tiefwurzelnden Schaderregern wie der Acker-Winde sollten mindestens 7 bis 10 Tage vergehen.

Welchen Einfluss hat hartes Wasser auf die Wirksamkeit von Boom efekt?

Sehr hartes Wasser enthält hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen, die sich im Spritztank an das Glyphosat-Molekül binden können. Dies führt zu einer verminderten Aufnahme durch die Pflanzenblätter. Bei hartem Wasser empfiehlt es sich, vor der Zugabe des Herbizids Ammoniumsulfat oder einen geeigneten Wasserkonditionierer in den Tank zu geben.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech alternative Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Nutzen Sie die integrierte Such- und Filterfunktion auf unserem Portal. Sie können gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Weinrebe), der Wirkstoffklasse (z. B. HRAC-Gruppe 9) oder dem spezifischen Schaderreger filtern, um alle in Deutschland (BVL) zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen direkt miteinander zu vergleichen.