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OTHER · SAN Agrow Holding GmbH

Botector

BVL Zul.-Nr. 007417-00

Botector ist ein hochwirksames, biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Botrytis cinerea (Grauschimmel) in bedeutenden Kulturen wie Weinreben, Erdbeeren und Beerenobst. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, basiert dieses innovative Produkt auf den natürlichen Hefepilz-Stämmen Aureobasidium pullulans (DSM 14940 und DSM 14941). Es hat sich als fester Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz sowie im ökologischen Landbau etabliert, da es eine rückstandsfreie Ernte ermöglicht und extrem kurze Wartezeiten aufweist.

Die Stärke von Botector liegt in seiner präventiven Wirkung. Durch die Besiedlung von Mikrorissen und natürlichen Eintrittspforten auf den Oberflächen der Kulturen entzieht der nützliche Mikroorganismus dem Schaderreger die Lebensgrundlage. Dies macht das Produkt zu einer umweltschonenden und hocheffizienten Alternative oder Ergänzung zu chemisch-synthetischen Fungiziden, insbesondere in sensiblen späten Entwicklungsstadien kurz vor der Ernte.

Wirkstoffe

Aureobasidium pullulans DSM 14940
500 g/kg · Wirkstoff
Aureobasidium pullulans DSM 14941
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von Botector basiert auf dem Prinzip der kompetitiven Verdrängung (Nischenkonkurrenz). Die enthaltenen aktiven Sporen von Aureobasidium pullulans keimen nach der Applikation auf den behandelten Pflanzenteilen und besiedeln rasch die Oberfläche, insbesondere potenzielle Infektionspforten wie Mikrorisse in der Beerenhaut oder Blütenansätze. Da die Hefezellen dieselben Nährstoffe (wie Zucker und Stickstoffverbindungen) und denselben Lebensraum beanspruchen wie die Sporen von Botrytis cinerea, wird dem Schaderreger die Keimung und das Eindringen in das Gewebe der Kultur physisch verwehrt. Da es sich um einen rein physikalisch-biologischen Verdrängungsmechanismus handelt, ist der Wirkstoff keiner klassischen FRAC-Gruppe mit chemischem Wirkort zugeordnet. Es findet keine chemische Interaktion mit dem Stoffwechsel des Pilzes statt, was das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen diesen biologischen Gegenspieler praktisch ausschließt.

Resistenzmanagement

Aufgrund des rein kompetitiven Wirkungsmechanismus von Aureobasidium pullulans besteht für Botrytis cinerea kein Risiko einer Resistenzbildung. Botector eignet sich daher hervorragend als strategisches Werkzeug im Resistenzmanagement. Durch den gezielten Einsatz von Botector in Spritzfolgen – insbesondere in den späten BBCH-Stadien kurz vor der Ernte – kann der Selektionsdruck auf chemisch-synthetische Fungizidklassen drastisch reduziert werden, wodurch deren langfristige Wirksamkeit in der Praxis gesichert bleibt.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da es sich bei Botector um ein Lebendpräparat handelt, erfordert die Tankmischung besondere Sorgfalt. Das Produkt sollte nicht mit kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln, starken Säuren oder bestimmten systemischen Fungiziden direkt in der Spritzbrühe gemischt werden, da diese die Vitalität der Hefezellen beeinträchtigen können. Zwischen der Anwendung von Botector und unverträglichen Fungiziden sollte ein zeitlicher Sicherheitsabstand von mindestens 3 Tagen eingehalten werden. Die Verwendung von sauberen Spritzbrühen mit einem pH-Wert im neutralen Bereich (pH 5–8) und die zeitnahe Ausbringung nach dem Ansetzen sind für den Behandlungserfolg entscheidend.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel zeichnet sich Botector durch ein hervorragendes Ökotoxizitätsprofil aus. Es ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und schont wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen und Laufkäfer. Dennoch sind beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Ausbringung die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen einzuhalten, einschließlich des Tragens von Schutzhandschuhen und einer Partikelfiltermaske, um das Einatmen von Staub oder Sprühnebel zu vermeiden, da Mikroorganismen potenziell sensibilisierende Reaktionen hervorrufen können. Gewässerabstände und spezifische Anwendungsauflagen zum Schutz von Nichtzielorganismen sind aufgrund der natürlichen Herkunft des Organismus minimal.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Himbeerartiges BeerenobstBotrytis cinerea51–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErdbeereBotrytis cinerea55–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Himbeerartiges BeerenobstBotrytis cinerea51–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WeinrebeBotrytis cinerea68–890.25 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErdbeereBotrytis cinerea55–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Johannisbeerartiges BeerenobstBotrytis cinerea51–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Johannisbeerartiges BeerenobstBotrytis cinerea51–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Botector im Weinbau?

Im Weinbau liegt der strategische Schwerpunkt auf den BBCH-Stadien 77 bis 81 (Traubenschluss bis Beginn der Reife). Eine Applikation in dieser Phase schützt die Beeren in der sensiblen Phase des Dichtwerdens der Trauben, in der mechanische Mikrorisse entstehen, die als Haupteintrittspforten für Botrytis cinerea dienen.

Wie beeinflussen Witterungsbedingungen die Wirksamkeit von Botector nach der Ausbringung?

Da Aureobasidium pullulans ein lebender Organismus ist, profitiert er von feuchtwarmen Bedingungen, die auch für den Schaderreger optimal sind. Nach dem Antrocknen des Spritzbelags ist der Schutzbelag weitgehend regenfest, da sich die Hefezellen fest an die Wachsschicht der Kultur anheften und dort aktiv vermehren.

Kann Botector im Rahmen einer rückstandsfreien Produktion eingesetzt werden?

Ja, Botector hinterlässt keine chemisch-synthetischen Rückstände auf dem Erntegut. Da die Wirkstoffe natürliche Mikroorganismen sind, fallen sie nicht unter die gesetzlichen Rückstandshöchstmengen (MRL). Dies macht das Produkt ideal für späte Anwendungen kurz vor der Ernte, um strenge Vermarktungsvorgaben des Lebensmitteleinzelhandels einzuhalten.

Was muss bei der Lagerung von Botector beachtet werden, um die Produktqualität zu sichern?

Da es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Sporen handelt, ist die Lagerfähigkeit temperaturabhängig. Bei kühler Lagerung (unter 8 °C) ist das Produkt mindestens 24 Monate haltbar. Bei Raumtemperatur (ca. 20 °C) verkürzt sich die Haltbarkeit auf etwa 10 bis 12 Monate. Frost schadet dem Produkt im trockenen Zustand in der Regel nicht.

Wie lässt sich Botector optimal in eine bestehende Spritzfolge mit chemischen Fungiziden integrieren?

Eine bewährte Strategie ist der Einsatz chemischer Fungizide in den frühen Entwicklungsstadien (z. B. zur Blüte) und der anschließende Wechsel auf Botector für die späten Behandlungen ab dem Traubenschluss bzw. der Fruchtentwicklung. Dadurch wird die chemische Wirkstofflast minimiert und gleichzeitig ein lückenloser Schutz bis zur Ernte gewährleistet, ohne die Wartezeit zu verletzen.

Ist für die Anwendung von Botector ein spezielles Wasser- oder Düngemittelmanagement erforderlich?

Es ist darauf zu achten, dass kein chloriertes Leitungswasser oder extrem saures beziehungsweise alkalisches Wasser für die Spritzbrühe verwendet wird, da dies die Sporen schädigen kann. Zudem sollten keine Blattdünger mit stark fungizider Nebenwirkung (wie bestimmte Phosphonate oder Kupferdünger) zeitgleich in der Tankmischung ausgebracht werden.