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Kulturgruppe

Himbeerartiges Beerenobst

4 Mitgliedskulturen
NNNOH

Die BVL-Kulturgruppe „Himbeerartiges Beerenobst“ (Gruppe NNNOH) fasst wirtschaftlich bedeutende Strauchbeerenobstarten zusammen, die enge botanische Verwandtschaften und vergleichbare Anbaubedingungen aufweisen. Zu den wichtigsten Vertretern dieser Gruppe gehören die Himbeere (Rubus idaeus), die Brombeere (Rubus fruticosus) sowie die eng verwandte Loganbeere (Rubus x loganobaccus). Auch die botanisch anders eingeordnete, aber im Pflanzenschutz ähnlich bewertete Maulbeere (Morus sp.) ist dieser Gruppe zugeordnet.

Die Zusammenfassung dieser Kulturen in einer gemeinsamen Zulassungsgruppe erleichtert das Registrierungsverfahren für Pflanzenschutzmittel erheblich. Da diese Kulturen ähnliche morphologische Merkmale wie eine empfindliche Epidermis der Früchte, vergleichbare Wuchsformen (meist mehrjährige Ruten) und identische physiologische Reaktionen auf Wirkstoffe zeigen, lassen sich Rückstandsverhalten und Wirksamkeitsdaten oft von einer Leitkultur (wie der Himbeere) auf die anderen Gruppenmitglieder übertragen. Dies sichert den Anbauern die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln auch für Nischenkulturen.

Pflanzenschutz auf Gruppenebene

Der Pflanzenschutz im himbeerartigen Beerenobst erfordert aufgrund der krautigen, mehrjährigen Rutenstruktur und der hochempfindlichen Früchte ein vorausschauendes, integriertes Management. Zu den dominanten pilzlichen Schaderregern gehören Botrytis cinerea (Grauschimmel) während der Blüte und Fruchtreife sowie Echte Mehltaupilze (Sphaerotheca spp.), die Triebspitzen und Blätter schwächen. Im Unterboden- und Reihenbereich stellt die Konkurrenz durch einkeimblättrige und zweikeimblättrige Unkräuter wie Poa annua, Elymus repens und Senecio vulgaris eine erhebliche Herausforderung dar, da sie Licht, Wasser und Nährstoffe entziehen und das Mikroklima in Bodennähe feucht halten, was Pilzinfektionen begünstigt. Um Resistenzen vorzubeugen, ist ein konsequentes Wirkstoffmanagement nach den Vorgaben von FRAC (Fungizide) und HRAC (Herbizide) zwingend erforderlich. Ein wiederholter Einsatz von Wirkstoffen derselben chemischen Klasse muss durch gezielten Wirkstoffwechsel vermieden werden. Gruppenübergreifende BVL-Zulassungen ermöglichen es Betriebsleitern, einheitliche Behandlungsstrategien über verschiedene Parzellen hinweg zu planen. Dabei müssen die spezifischen BBCH-Stadien der jeweiligen Kultur und die einzuhaltenden Wartezeiten exakt berücksichtigt werden, um Rückstände im Erntegut sicher zu vermeiden und die Nützlingspopulationen im Bestand zu schonen.

Kulturen in dieser Gruppe

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie finde ich im Portal gezielt zugelassene Pflanzenschutzmittel für diese gesamte Kulturgruppe?

Nutzen Sie die Suchmaske unserer Datenbank und filtern Sie nach dem BVL-Code „NNNOH“ oder dem Begriff „Himbeerartiges Beerenobst“. Dadurch werden Ihnen alle Pflanzenschutzmittel angezeigt, die eine Gruppenbehandlung erlauben. Achten Sie bei den Details darauf, ob einzelne Kulturen (z. B. die Maulbeere) explizit von der Anwendung ausgenommen sind.

Warum ist die Einhaltung der BBCH-Stadien bei der Bekämpfung von Botrytis cinerea so kritisch?

Die Hauptinfektion durch Botrytis cinerea erfolgt bereits während der Blüte (BBCH 61 bis 69), obwohl die Symptome oft erst an der reifen Frucht sichtbar werden. Behandlungen müssen daher präventiv in diesen Stadien erfolgen. Späte Anwendungen kurz vor der Ernte sind wegen der strengen Wartezeiten und des Rückstandsrisikos stark limitiert.

Welche Rolle spielen Herbizid-Anwendungen im Band- oder Reihenbereich bei mehrjährigen Rutenkulturen?

Da Kulturen wie Himbeeren und Brombeeren flach wurzeln, ist eine mechanische Bodenbearbeitung im unmittelbaren Unterstockbereich riskant, da Wurzelverletzungen Eintrittspforten für Krankheitserreger bieten. Chemische Behandlungen gegen Schadgräser wie Elymus repens oder Unkräuter wie Senecio vulgaris müssen daher präzise als Bandbehandlung appliziert werden, um direkten Kontakt mit den grünen Ruten oder Blättern der Kultur zu vermeiden.

Wie lässt sich das Risiko von Fungizidresistenzen bei der Mehltau-Bekämpfung minimieren?

Gegen Echte Mehltaupilze (Sphaerotheca spp.) sollte ein strikter Wechsel zwischen verschiedenen FRAC-Klassen (z. B. SDHI, Azole und biologische Präparate wie Schwefel oder Backpulver-Formulierungen) eingeplant werden. Nutzen Sie die in der Tabelle gelisteten Wirkmechanismen, um Blockbehandlungen mit demselben Wirkstofftyp zu vermeiden.

Gelten Zulassungen für Himbeeren automatisch auch für die Loganbeere oder Maulbeere?

Nein, nicht automatisch. Eine Anwendung ist nur dann auf allen Gruppenmitgliedern zulässig, wenn das Pflanzenschutzmittel explizit für die Gruppe „Himbeerartiges Beerenobst“ registriert ist. Ist ein Mittel nur für „Himbeere“ zugelassen, darf es auf Loganbeeren oder Maulbeeren ohne gesonderte Genehmigung (z. B. nach § 22 Abs. 2 PflSchG für den Einsatz in Kleinbzw. Nischenkulturen) nicht eingesetzt werden.