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BOUDHA

BVL Zul.-Nr. 037382-00

BOUDHA ist ein hochkonzentriertes, systemisches Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie der Acker-Kratzdistel in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Formuliert als wasserlösliches Granulat (WG), kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe: Metsulfuron-methyl und Tribenuron-methyl. Diese Kombination sichert eine breite und zuverlässige Wirkung im Nachauflaufverfahren im Frühjahr.

Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch seine hervorragende Selektivität in wichtigen Getreidearten wie Winterweichweizen, Wintergerste, Sommergerste, Hafer, Winterroggen, Sommerweichweizen und Wintertriticale aus. Durch die geringe Aufwandmenge pro Hektar ist BOUDHA besonders anwenderfreundlich und effizient in der Logistik und Lagerung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb.

Die Aufnahme erfolgt primär über das Blattwerk der Schaderreger, sekundär auch über die Wurzeln, was eine nachhaltige Wirkung auch bei leicht verzögertem Auflaufen von Unkräutern gewährleistet. Das Wirkungsspektrum umfasst die typischen Problemunkräuter des Getreidebaus, wobei insbesondere die schwer bekämpfbare Acker-Kratzdistel effektiv im Wachstum gestoppt wird.

Wirkstoffe

Metsulfuron
250 g/kg · Wirkstoff
Tribenuron
250 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von BOUDHA basiert auf der synergistischen Wirkung von Metsulfuron und Tribenuron. Beide Wirkstoffe gehören zur chemischen Klasse der Sulfonylharnstoffe und sind als ALS-Inhibitoren (Acetolactat-Synthase) in die HRAC-Gruppe 2 (ehemals Klasse B) eingestuft. Sie blockieren das Schlüsselenzym ALS, welches für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in der Pflanze unerlässlich ist. Unmittelbar nach der Anwendung stoppt das Pflanzenschutzmittel das Zellwachstum und die Zellteilung der sensitiven Schaderreger. Obwohl die Unkräuter kurz nach der Behandlung aufhören zu wachsen und keine Nährstoffkonkurrenz mehr für die Kultur darstellen, zeigt sich das vollständige Absterben (Nekrosen und Chlorosen an den Vegetationspunkten) witterungsabhängig erst nach ein bis drei Wochen.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe in BOUDHA der HRAC-Gruppe 2 angehören, besteht bei wiederholter, alleiniger Anwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Unkrautbiotypen (z. B. bei Vogelmiere oder Windhalm). Um der Resistenzbildung wirksam vorzubeugen, sollte BOUDHA stets in eine weite Fruchtfolge integriert und im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. Wuchsstoffe oder synthetische Auxine aus der HRAC-Gruppe 4) eingesetzt werden. Zudem empfiehlt sich bei starkem Besatz mit potenziell resistenten Biotypen die Kombination mit einem Partnerherbizid mit abweichendem Wirkungsmechanismus in der Tankmischung.

Mischbarkeit & Tankmischung

BOUDHA zeigt sich generell gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern, die für den Einsatz im Getreide registriert sind. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen oder bei einer ausgeprägten Wachsschicht der Unkräuter, wird der Zusatz eines zugelassenen nicht-ionischen Netzmittels (Adjuvans) empfohlen. Bei Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, und die Mischungspartner sollten nacheinander im vollständig befüllten Spritztank aufgelöst werden. Extreme pH-Werte des Spritzwassers (optimal ist ein leicht saurer bis neutraler Bereich) sollten vermieden werden, um die Stabilität der Sulfonylharnstoffe nicht zu beeinträchtigen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit BOUDHA ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Oberflächengewässern und aquatischen Organismen sind die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen und gegebenenfalls der Einsatz abdriftmindernder Technik zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenAcker-Kratzdistel30–3720 GRAM_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3020 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3020 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter20–3020 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter20–3020 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Kratzdistel30–3720 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Kratzdistel30–3720 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter20–3020 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter20–3020 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Kratzdistel30–3720 GRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3020 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit BOUDHA gegen die Acker-Kratzdistel?

Die beste Wirkung gegen die Acker-Kratzdistel wird erzielt, wenn sich die Disteln im aktiven Wachstum befinden und eine Rosettengröße von etwa 10 bis 15 cm erreicht haben. Zu diesem Zeitpunkt ist genügend Blattfläche für die systemische Aufnahme vorhanden, sodass der Wirkstoff bis in die Wurzeln transportiert werden kann, um einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg zu sichern.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung von BOUDHA?

BOUDHA wirkt am besten bei wüchsigem Wetter mit milden Temperaturen (über 8 °C) und ausreichender Luftfeuchtigkeit, da dies die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze begünstigt. Bei extremer Trockenheit, Frost oder starker Hitze sollte die Anwendung verschoben werden, da die Unkräuter dann ihren Stoffwechsel verlangsamen und die Wirkung unzureichend sein kann.

Kann BOUDHA auch in Untersaaten oder im Nachbau von empfindlichen Kulturen Probleme verursachen?

Da Sulfonylharnstoffe im Boden abgebaut werden, müssen die Nachbaufristen beachtet werden. Nach dem regulären Umbruch im Herbst können in der Regel Wintergetreide und Raps nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur nach einer BOUDHA-Behandlung dürfen nur bestimmte, unempfindliche Kulturen nachgebaut werden; eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) wird in solchen Fällen dringend empfohlen, um Wirkstoffrückstände im Keimbereich zu verdünnen.

Warum ist der Zusatz eines Netzmittels (Adjuvans) bei BOUDHA ratsam?

Da BOUDHA als wasserlösliches Granulat (WG) formuliert ist, verbessert ein zugesetztes Netzmittel die Haftung der Spritzbrühe auf den oft wachsartigen oder behaarten Blättern von Unkräutern (wie z. B. dem Weißen Gänsefuß). Dies beschleunigt die Wirkstoffpenetration und erhöht die Regenfestigkeit der Behandlung, insbesondere unter suboptimalen, trockenen Bedingungen.

Wie verhält sich BOUDHA bezüglich der Abdrift auf benachbarte Kulturen?

Da BOUDHA extrem hochwirksam gegen zweikeimblättrige Pflanzen ist, können bereits geringste Spuren durch Abdrift empfindliche Nachbarkulturen (wie Rüben, Raps, Gemüse oder Leguminosen) schädigen. Die Anwendung muss daher mit äußerster Sorgfalt, unter Verwendung von abdriftmindernden Düsen und nur bei windstillem Wetter (Windgeschwindigkeiten unter 3 m/s) durchgeführt werden.

Wie finde ich im Agronomy-Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen die Acker-Kratzdistel?

Sie können im Portal über die Suchfunktion direkt nach dem Schaderreger „Acker-Kratzdistel“ filtern. Die Plattform listet Ihnen dann alle in Deutschland (BVL) registrierten Herbizide auf, die für Ihre spezifische Kultur zugelassen sind, inklusive der jeweiligen Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen.