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Sonstige · JT Agro Europe sp. z o.o.

Capetus Extra

BVL Zul.-Nr. 00A997-00

Capetus Extra ist ein leistungsstarkes, systemisches Fungizid, das speziell für den breiten Einsatz im Ackerbau entwickelt wurde. Mit seiner ausgewogenen Kombination aus zwei bewährten Triazol-Wirkstoffen bietet das Pflanzenschutzmittel einen hervorragenden Schutz gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in Getreide, Raps und Mais. Die flüssige Formulierung sorgt für eine schnelle Aufnahme durch die Kultur und eine gleichmäßige Verteilung in der Pflanze.

Das Anwendungsspektrum umfasst kritische Schaderreger wie Fusarium-Arten, Rostpilze (Gelb-, Braun- und Zwergrost), Septoria-Blattdürre, Netzflecken sowie Sclerotinia-Stängelfäule im Raps. Durch die Kombination von protektiven, kurativen und teils eradikativen Eigenschaften sichert Capetus Extra die Ertragsleistung und die Qualität des Ernteguts auch unter hohem Infektionsdruck.

Wirkstoffe

Prothioconazol
125 g/L · Wirkstoff
Tebuconazol
125 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirksamkeit von Capetus Extra basiert auf den beiden aktiven Wirkstoffen Prothioconazol und Tebuconazol. Beide gehören zur chemischen Klasse der Triazole (FRAC-Gruppe 3) und wirken als Demethylierungs-Inhibitoren (DMI). Sie greifen gezielt in die Sterol-Biosynthese der Pilze ein, indem sie das Enzym C14-Demethylase blockieren. Dies führt zu einer Störung der Zellmembran-Integrität des Schaderregers, wodurch das Myzelwachstum gestoppt und die Sporenbildung unterbunden wird. Durch die systemische Verteilung in der Kultur werden auch bereits infizierte Gewebe geschützt (kurativer Effekt) und neu zuwachsende Pflanzenteile kontinuierlich mit Wirkstoff versorgt. Die Kombination der beiden Triazole sorgt für eine synergistische Wirkung, da sie sich in ihrer Dynamik und Verteilung im Pflanzengewebe optimal ergänzen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen DMI-Fungizide (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du Capetus Extra stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen dieses Mittels auf derselben Fläche. Es wird empfohlen, Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen in die Spritzfolge einzubauen oder als Mischungspartner zu nutzen. Achte zudem auf pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine ausgewogene Fruchtfolge und die Wahl widerstandsfähiger Sorten, um den Ausgangsdruck der Schaderreger von vornherein zu senken.

Mischbarkeit & Tankmischung

Capetus Extra zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen. Die Zugabe von formulierten Blattdüngern ist in der Regel möglich, sollte jedoch bei extremen Temperaturen oder starker Sonneneinstrahlung vermieden werden, um phytotoxische Reaktionen an der Kultur zu verhindern. Verwende ausreichend Wasser und achte auf eine gleichmäßige Benetzung der Bestände.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Capetus Extra ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bieneneinstufung im Detail vorgegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsregel: Vermeide Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind. Behandle bevorzugt in den späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um Gewässerorganismen und Bodenlebewesen wie Regenwürmer zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Biotopstrukturen strikt zu vermeiden und die gängigen Abstandsauflagen sowie der Einsatz abdriftmindernder Technik zu berücksichtigen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–611 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
MaisFusarium-Arten33–691 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–611 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis30–611 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
RoggenRhynchosporium secalis30–611 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum65–991 LITER_PER_HECTARE
GersteMinderung nichtparasitärer Blattflecken37–691 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie stimmst du den Behandlungszeitpunkt bei Capetus Extra optimal auf das BBCH-Stadium ab?

Der optimale Zeitpunkt hängt stark vom Ziel-Schaderreger ab. Bei der Bekämpfung von Blattkrankheiten im Getreide liegt der Schwerpunkt meist in den BBCH-Stadien 31 bis 39 (Schossen bis Erscheinen des Fahnenblattes). Planst du hingegen eine gezielte Ährenbehandlung gegen Fusarium, solltest du die Anwendung exakt zur Blüte (BBCH 61 bis 65) durchführen, um die Ähren direkt vor Infektionen zu schützen.

Warum ist die Kombination aus Prothioconazol und Tebuconazol in Capetus Extra so effektiv?

Die beiden Wirkstoffe ergänzen sich in ihrer Systemik und Wirkungsgeschwindigkeit. Während Tebuconazol sehr schnell in die Pflanze eindringt und eine starke kurative Sofortwirkung gegen akuten Befall (z. B. Rost) zeigt, verteilt sich Prothioconazol gleichmäßig und sorgt für eine langanhaltende Dauerwirkung gegen ein breites Erregerspektrum wie Septoria und Fusarium.

Was musst du bei der Anwendung von Capetus Extra im Raps beachten?

Im Raps liegt der Fokus meist auf der Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit). Hier ist der optimale Behandlungszeitpunkt die Vollblüte (BBCH 65), wenn die ersten Blütenblätter abfallen, da der Pilz diese als Nährstoffquelle für die Infektion nutzt. Zudem wirkt die Behandlung im Herbst (BBCH 15–18) wachstumsregulierend und verbessert die Winterhärte.

Kannst du Capetus Extra bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Triazole benötigen für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur aktive Stoffwechselprozesse der Pflanze. Daher sollte die Anwendung bei Temperaturen ab ca. 8 bis 10 °C erfolgen. Bei Nachtfrösten oder extremen Temperaturschwankungen solltest du die Behandlung verschieben, um Stress für die Kultur und Wirkungsverluste zu vermeiden.

Wie integrierst du Capetus Extra in ein nachhaltiges Resistenzmanagement?

Da beide Wirkstoffe zur FRAC-Gruppe 3 gehören, solltest du Capetus Extra pro Saison maximal ein- bis zweimal anwenden. Wechsle bei Folgespritzungen auf Fungizide mit anderen Wirkmechanismen, wie beispielsweise Kontaktwirkstoffe oder SDHI-Fungizide, um Selektionsdruck zu vermeiden und die Wirksamkeit der Triazole langfristig zu sichern.

Wie verhältst du dich, wenn kurz nach der Anwendung Regen droht?

Capetus Extra ist dank seiner modernen Formulierung schnell regenfest. In der Regel reichen 1 bis 2 regenfreie Stunden nach der Spritzung aus, damit die Wirkstoffe ausreichend in die Wachsschicht der Blätter eindringen können. Bei unmittelbar bevorstehendem Starkregen solltest du die Applikation jedoch verschieben.