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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Cayunis

BVL Zul.-Nr. 00B272-00

Cayunis ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von pilzlichen Schaderregern in einer Vielzahl von Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel und Triticale. Als modernes Fungizid kombiniert es drei leistungsstarke Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an Blatt- und Ährenkrankheiten zuverlässig zu kontrollieren. Das Produkt ist darauf ausgelegt, die Ertragsleistung und Kornqualität der Kulturen auch unter hohem Infektionsdruck abzusichern.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Systemik und schnelle Regenfestigkeit aus. Cayunis schützt sowohl bereits ausgebildete Pflanzenteile kurativ als auch neu zuwachsende Blätter präventiv über einen langen Zeitraum. Damit deckt das Pflanzenschutzmittel die entscheidenden Ertragsbildungsphasen der Kulturen von der Schossphase bis zum Ende der Blüte flexibel ab.

Wirkstoffe

Bixafen
75 g/L · Wirkstoff
Spiroxamine
150 g/L · Wirkstoff
Trifloxystrobin
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von Cayunis basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel dreier Wirkstoffe mit unterschiedlichen biochemischen Angriffspunkten. Bixafen gehört zur Gruppe der SDHI (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren, FRAC-Gruppe 7) und blockiert die Zellatmung der Pilze im Komplex II der Atmungskette. Trifloxystrobin, ein Wirkstoff aus der Klasse der Strobilurine (QoI, FRAC-Gruppe 11), hemmt ebenfalls die Atmungskette, jedoch im Komplex III. Diese Kombination sorgt für eine langanhaltende präventive Schutzwirkung und fördert zudem physiologische Effekte in der Kultur. Ergänzt werden diese beiden Komponenten durch Spiroxamin, das zur Klasse der Amine (FRAC-Gruppe 5) gehört und als Sterolbiosynthese-Inhibitor (SBI Klasse II) fungiert. Spiroxamin greift in den Aufbau der Pilzzellmembran ein und zeichnet sich durch eine extrem schnelle Anfangs- und Kurativwirkung aus. Zudem wirkt Spiroxamin als Penetrationsbeschleuniger, wodurch die Aufnahme der anderen Wirkstoffe in die Kultur optimiert wird.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei kritischen Schaderregern wie *Septoria tritici* oder *Ramularia collo-cygni*, aktiv entgegenzuwirken, nutzt Cayunis das Prinzip des integrierten Wirkstoffwechsels. Durch die Kombination von drei unterschiedlichen FRAC-Klassen (7, 11 und 5) wird das Risiko einer Selektion resistenter Pilzstämme im Feld drastisch reduziert. Dennoch sollte Cayunis im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden, wobei stets die empfohlenen Aufwandmengen einzuhalten sind.

Mischbarkeit & Tankmischung

Cayunis ist im Allgemeinen sehr gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern, die in den registrierten Kulturen Anwendung finden. Bei der Erstellung von Tankmischungen empfiehlt es sich, den Spritztank zu zwei Dritteln mit Wasser zu füllen, das Rührwerk einzuschalten und die Mischungspartner nacheinander vollständig aufzulösen, bevor Cayunis hinzugefügt wird. Für eine optimale Benetzung der Kulturen sollte eine Wasseraufwandmenge von 150–300 l/ha gewählt werden, insbesondere bei dichten Beständen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Cayunis ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz lückenlos zu gewährleisten. Aufgrund der Wirkstoffeigenschaften ist das Produkt als gewässergefährdend eingestuft, weshalb strenge Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen) zu Oberflächengewässern zwingend einzuhalten sind. Cayunis ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten lokale Anwendungsbeschränkungen und Mischungshinweise stets beachtet werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
HartweizenSeptoria nodorum30–691 LITER_PER_HECTARE
RoggenRhynchosporium secalis30–691 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–691 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis30–611 LITER_PER_HECTARE
DinkelBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
DinkelEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691 LITER_PER_HECTARE
HartweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691 LITER_PER_HECTARE
HartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–691 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenSeptoria nodorum30–691 LITER_PER_HECTARE
HartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–691 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–691 LITER_PER_HECTARE
DinkelDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–691 LITER_PER_HECTARE
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–611 LITER_PER_HECTARE
HartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691 LITER_PER_HECTARE
DinkelSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–691 LITER_PER_HECTARE
DinkelSeptoria nodorum30–691 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–691 LITER_PER_HECTARE
HartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–691 LITER_PER_HECTARE
TriticaleDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–691 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis)30–691 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–691 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Cayunis zur Bekämpfung von Septoria tritici im Weizen?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt in der Regel in den BBCH-Stadien 32 bis 55 (Schossen bis Ährenschieben). Eine vorbeugende Anwendung kurz vor oder zu Beginn des Infektionsgeschehens – idealerweise als T2-Behandlung zum Schutz des Fahnenblattes – sichert die maximale Wirkungsdauer und schützt das ertragsentscheidende obere Blattwerk.

Welchen Vorteil bietet das enthaltene Spiroxamin bei kühlen Frühjahrstemperaturen?

Spiroxamin besitzt eine hervorragende Temperaturflexibilität und wirkt bereits bei niedrigen Temperaturen ab ca. 8–10 °C zuverlässig. Dies ermöglicht einen sehr frühen Einsatz von Cayunis im Frühjahr (ab BBCH 30), um beispielsweise frühen Befall mit Echtem Mehltau oder Halmbruch effektiv zu stoppen.

Wie wirkt sich der in Cayunis enthaltene Strobilurin-Anteil auf die Vitalität der Kultur aus?

Das enthaltene Trifloxystrobin löst positive physiologische Effekte in der Kultur aus, die oft als 'Greening-Effekt' bezeichnet werden. Die Kultur zeigt eine gesteigerte Photosyntheseaktivität, eine verbesserte Stickstoffausnutzung und eine höhere Toleranz gegenüber abiotischem Stress wie Hitze oder Trockenheit, was die Kornfüllungsphase positiv unterstützt.

Wie schnell ist Cayunis nach der Anwendung regenfest?

Dank der systemischen Eigenschaften und der Formulierungstechnologie, bei der Spiroxamin als Penetrationsförderer wirkt, dringen die Wirkstoffe sehr rasch in die Wachsschicht der Blätter ein. Cayunis ist daher meist schon 15 bis 30 Minuten nach dem Antrocknen des Spritzbelags vollständig regenfest.

Kann Cayunis in einer Spritzfolge mit reinen SDHI-Fungiziden kombiniert werden?

Um das Risiko von Resistenzen zu minimieren, sollte die Anzahl der SDHI-Anwendungen pro Saison streng limitiert werden. Wenn Cayunis (das bereits den SDHI-Wirkstoff Bixafen enthält) eingesetzt wird, sollte bei eventuellen Folgebehandlungen auf Wirkstoffe aus anderen Klassen (z. B. reine Azole oder Kontaktmittel) zurückgegriffen werden.