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OTHER · Nufarm Deutschland GmbH

Clinic Xtreme

BVL Zul.-Nr. 00B183-00

Clinic Xtreme ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Systemherbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern. Durch die Formulierung mit einem besonders hohen Wirkstoffgehalt an Glyphosat bietet das Pflanzenschutzmittel eine effiziente Lösung für die Vorsaatbehandlung, die Stoppelbearbeitung sowie für Anwendungen im Forst und auf Nichtkulturland. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Transport- und Lagerungseffizienz aus, was den Verpackungsaufwand und die Logistikkosten für den landwirtschaftlichen Betrieb spürbar reduziert.

Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und systemisch in der gesamten Kultur beziehungsweise im Schaderreger verteilt. Da der Transport bis in die Wurzeln und Rhizome erfolgt, werden auch hartnäckige, ausdauernde Unkrautarten nachhaltig erfasst. Dies macht Clinic Xtreme zu einem unverzichtbaren Baustein in der modernen Ackerbaupraxis zur Feldsanierung vor der Neuansaat.

Wirkstoffe

Glyphosat
698.5 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Clinic Xtreme enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Die biochemische Wirkung basiert auf der gezielten Blockierung des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist ein Schlüsselkomponente im Shikimatweg, welcher in Pflanzen für die Synthese essenzieller aromatischer Aminosäuren wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan verantwortlich ist. Da dieser Stoffwechselweg ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und einigen Mikroorganismen vorkommt, besitzt das Pflanzenschutzmittel eine hohe Spezifität. Nach der Aufnahme über das Blattwerk wird der Wirkstoff über das Phloem aktiv in die Wachstumszonen (Meristeme) von Spross und Wurzel transportiert. Dies führt zu einem schnellen Wachstumsstopp, gefolgt von einer allmählichen Chlorose und dem vollständigen Absterben der behandelten Schaderreger.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, sollte Clinic Xtreme stets als Teil eines integrierten Unkrautmanagement-Konzepts eingesetzt werden. Obwohl Glyphosat (HRAC-Gruppe 9) ein vergleichsweise geringes Resistenzrisiko aufweist, ist die Kombination mit mechanischen Maßnahmen wie der Stoppelbearbeitung und einer abwechslungsreichen Fruchtfolge ratsam. Zudem sollte die wiederholte, alleinige Anwendung auf derselben Fläche vermieden und bei Bedarf ein Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen durchgeführt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Clinic Xtreme ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar. Bei der Verwendung von hartem Wasser empfiehlt sich dringend der Zusatz von Ammoniumsulfat oder einem geeigneten Wasserkonditionierer, um eine Inaktivierung des Wirkstoffs durch Calcium- oder Magnesiumionen zu verhindern. Die Anwendung sollte bei aktivem Wuchs und ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen; extreme Trockenheit oder Frost mindern die Wirkstoffaufnahme und sollten bei der Terminierung der Behandlung gemieden werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Clinic Xtreme sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz und zur Ecotox-Sicherheit strikt einzuhalten. Das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation ist obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielpflanzen und aquatischen Organismen müssen die vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen exakt berücksichtigt werden. Das Mittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
BaumschulgehölzpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter330 LITER_PER_1000_LITER_WATER
GetreidestoppelZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2 LITER_PER_HECTARE
RapsstoppelZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
MaisstoppelZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter330 LITER_PER_1000_LITER_WATER

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Wasserhärte die Wirksamkeit von Clinic Xtreme?

In hartem Wasser enthaltene Calcium- und Magnesiumionen können sich an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme durch die Blätter blockieren. Um diese Inaktivierung zu verhindern, sollte vor der Zugabe des Herbizids ein geeigneter Wasserenthärter oder Ammoniumsulfat in den Spritztank gegeben werden.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Stoppelbehandlung?

Die Schaderreger müssen für eine optimale Wirkung genügend aufnahmefähige, grüne Blattmasse gebildet haben. Bei einjährigen Ungräsern und Unkräutern ist dies meist ab einer Wuchshöhe von 10–15 cm der Fall, während ausdauernde Arten wie Quecken mindestens 3–4 entfaltete Blätter aufweisen sollten.

Wie lange muss ich nach der Anwendung mit der Bodenbearbeitung warten?

Um eine vollständige Translokation des Wirkstoffs bis in die Wurzelspitzen zu gewährleisten, sollte nach der Behandlung eine Wartezeit eingehalten werden. Bei einjährigen Unkräutern reicht in der Regel eine Pause von 3–5 Tagen, bei ausdauernden Problemunkräutern sollten mindestens 7–10 Tage bis zur nächsten Bodenbearbeitung vergehen.

Kann Clinic Xtreme auch bei kühlen Temperaturen im Spätherbst eingesetzt werden?

Ja, eine Anwendung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Zielpflanzen noch assimilieren und kein Frost herrscht. Allerdings verzögert sich der Wirkungseintritt bei Kälte deutlich, da der pflanzliche Stoffwechsel und damit der Wirkstofftransport verlangsamt sind.

Ist die Anwendung bei leichtem Tau auf den Unkräutern ratsam?

Ein leichter Tau schadet der Wirkung meist nicht, solange die Spritzbrühe nicht von den Blättern abläuft (Run-off). Bei starkem Tau oder drohendem Regen sollte die Behandlung verschoben werden, um eine Auswaschung des Wirkstoffs zu vermeiden. Eine Regenfestigkeit ist meist nach 2 bis 6 Stunden erreicht.