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OTHER · BASF SE

Conatra 60

BVL Zul.-Nr. 024487-61

Conatra 60 ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel von BASF SE, das speziell für den Einsatz in Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale sowie im Winterraps entwickelt wurde. Mit dem bewährten Wirkstoff Metconazol bietet dieses Fungizid einen zuverlässigen Schutz vor einem breiten Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten. Die flüssige Formulierung gewährleistet eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine schnelle Aufnahme in das Pflanzengewebe.

Im Getreidebau zeichnet sich das Mittel durch seine starke kurative und protektive Wirkung gegen kritische Schaderreger wie Septoria-Arten, Rostpilze (Gelb-, Braun- und Zwergrost) sowie Echten Mehltau aus. Im Rapsanbau steht neben der Bekämpfung von Phoma (Wurzelhals- und Stängelfäule) und Sclerotinia (Weißstängeligkeit) die gezielte Regulierung des Wuchses im Vordergrund.

Durch die Kombination aus fungizider Spitzenleistung und echten wachstumsregulatorischen Eigenschaften zur Erhöhung der Standfestigkeit unterstützt Conatra 60 Landwirte dabei, die Ertragsstruktur zu sichern und die Ernteeffizienz auch unter hohem Krankheitsdruck zu optimieren.

Wirkstoffe

Metconazol
60 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Metconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Er blockiert die Ergosterol-Biosynthese in den Zellmembranen der Schadpilze. Ohne Ergosterol verlieren die Pilzzellen ihre strukturelle Integrität und sterben ab. Da der Wirkstoff systemisch in der Kultur transportiert wird, schützt er auch neu zuwachsende Pflanzenteile von innen heraus und erfasst bereits festsitzende Infektionen kurativ. Neben der fungiziden Wirkung greift Metconazol regulierend in den Hormonhaushalt der Kultur ein, indem es die Biosynthese von Gibberellinen hemmt. Dies führt im Raps zu einer gezielten Stauchung der Triebe, einer verbesserten Winterhärte im Herbst und einer optimierten Verzweigung im Frühjahr. Im Getreide wird dadurch die Standfestigkeit signifikant verbessert, was das Risiko von Lagergetreide minimiert.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen (insbesondere bei Septoria-Arten) vorzubeugen, sollte Conatra 60 stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen wie Carboxamiden (SDHI) oder Strobilurinen. Die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und die Begrenzung der Anzahl der Anwendungen pro Saison sind essenziell, um die Selektion resistenter Pilzstämme zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Conatra 60 weist eine hervorragende Mischbarkeit mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Vor der großflächigen Anwendung empfiehlt sich ein physischer Mischbarkeitstest im kleinen Maßstab. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Haftung und Wirkstoffaufnahme optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Conatra 60 ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Aufgrund der Einstufung des Wirkstoffs sind strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern zur Vermeidung von Abdrift einzuhalten, um aquatische Organismen zu schützen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände während des Bienenflugs appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)1.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBlatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenStauchen2 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit1.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)1.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenStauchen1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)1.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)1.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Conatra 60 im Winterraps zur Wachstumsregulierung?

Im Herbst erfolgt die Behandlung idealerweise im 4- bis 6-Blatt-Stadium (BBCH 14–16), um das Überwachsen des Rapses zu verhindern und die Winterhärte zu verbessern. Im Frühjahr unterstützt eine Anwendung zu Beginn des Schossens (BBCH 30–39) die Standfestigkeit und fördert eine gleichmäßige Verzweigung.

Kann Conatra 60 auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?

Ja, Metconazol zeichnet sich durch eine gute Wirkung bereits bei niedrigen Temperaturen ab ca. 5–8 °C aus. Für eine optimale systemische Verteilung und die volle Entfaltung des wachstumsregulatorischen Effekts sind jedoch wüchsige Bedingungen und Temperaturen über 10 °C vorteilhaft.

Wie wirkt sich Conatra 60 auf die Standfestigkeit von Getreide aus?

Durch die Hemmung der Gibberellinsynthese verkürzt das Mittel die Internodienabstände der Halme. Dies führt zu einem kompakteren, stabileren Wuchs der Getreidekulturen, wodurch das Risiko von Lagerbildung durch Wind und Starkregen deutlich reduziert wird.

Welche Rolle spielt Conatra 60 im Antiresistenzmanagement gegen Septoria tritici?

Da Metconazol ein DMI-Fungizid (FRAC-Gruppe 3) ist, sollte es im Getreide bevorzugt in Kombination oder im Wechsel mit Kontaktfungiziden oder SDHI-Fungiziden eingesetzt werden. Dies verringert den Selektionsdruck auf den Wirkstoff und sichert dessen langfristige Wirksamkeit.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Weißstängeligkeit (Sclerotinia)?

Nutzen Sie die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech, wählen Sie Ihre Kultur (z. B. Winterraps) und filtern Sie gezielt nach dem Schaderreger 'Sclerotinia sclerotiorum' oder 'Weißstängeligkeit', um alle in Deutschland registrierten Alternativen anzuzeigen.