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Sonstige · Gowan Crop Protection Limited

COPRANTOL DUO

BVL Zul.-Nr. 028956-60

COPRANTOL DUO ist ein hochmodernes, breit wirksames Fungizid und Bakterizid, das auf einer synergistischen Kombination aus zwei bewährten Kupferformen basiert: Kupferhydroxid und Kupferoxychlorid. Diese innovative Formulierung vereint die schnelle Initialwirkung des Hydroxids mit der hervorragenden Dauerwirkung und Regenbeständigkeit des Oxychlorids. Als hochwertiges, wasserdispergierbares Granulat lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren, staubfrei handhaben und bildet einen gleichmäßigen, hochhaftenden Spritzbelag auf den behandelten Pflanzenteilen.

Das Anwendungsspektrum erstreckt sich über eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Kulturen im Wein-, Obst-, Hopfen- und Ackerbau. COPRANTOL DUO bietet einen zuverlässigen Schutz gegen ein breites Spektrum von Schaderregern, darunter Falsche Mehltaupilze (wie Plasmopara viticola im Weinbau), bakterielle Erreger wie den gefürchteten Feuerbrand (Erwinia amylovora) sowie wichtige Blatt- und Fruchtkrankheiten wie die Kräuselkrankheit, Monilinia-Arten und die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans).

Wirkstoffe

Kupferhydroxid
215 g/kg · Wirkstoff
Kupferoxychlorid
235.3 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von COPRANTOL DUO basiert auf der kontinuierlichen Freisetzung von Kupfer-Ionen (Cu2+) aus dem Spritzbelag. Diese Ionen werden von den Sporen und Keimschläuchen der Pilze sowie von bakteriellen Zellen passiv aufgenommen. Biochemisch gehört Kupfer zur FRAC-Gruppe M01 (Multi-Site-Inhibitoren). Die aufgenommenen Kupfer-Ionen wirken unspezifisch an zahlreichen Stellen im Zellstoffwechsel der Schaderreger: Sie denaturieren essentielle Proteine, blockieren lebenswichtige Enzymsysteme und stören die Integrität der Zellmembranen. Da dieser Prozess zeitgleich an verschiedenen biochemischen Schaltstellen ansetzt, wird die Sporenkeimung und das weitere Wachstum der Schaderreger effektiv unterbunden. Da es sich um ein reines Kontakt-Pflanzenschutzmittel handelt, muss der Spritzbelag vorbeugend (protektiv) vor einer Infektion auf den Kulturen etabliert werden, um einen optimalen Schutzschild aufzubauen.

Resistenzmanagement

Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe M01) ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung gegen COPRANTOL DUO bei allen Zielorganismen als extrem gering einzustufen. Seit Jahrzehnten zeigt Kupfer eine unverändert hohe Wirksamkeit ohne nachgewiesene Resistenzfälle im Feld. Das Pflanzenschutzmittel eignet sich daher hervorragend als Baustein in deinem Antiresistenzmanagement. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit systemischen Fungiziden, die nur an einer einzigen Stelle im Erregerstoffwechsel ansetzen, kannst du deren Wirksamkeit langfristig sichern und das Entstehen resistenter Schaderreger-Populationen in deinen Kulturen wirksam verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

COPRANTOL DUO ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch unbedingt den pH-Wert der Spritzbrühe im Auge behalten: Ein zu saurer pH-Wert (unter 6,0 bis 6,5) führt zu einer beschleunigten Freisetzung von löslichem Kupfer, was das Risiko von Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Kulturen drastisch erhöht. Vermeide daher Mischungen mit stark sauren Produkten oder speziellen Blattdüngern, die den pH-Wert absenken. Führe vor großflächigen Anwendungen im Zweifel immer eine physikalische Mischungsprobe in einem kleinen Gefäß durch.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit COPRANTOL DUO steht der Schutz von Anwender und Umwelt an erster Stelle. Trage bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk, Schutzhandschuhen und einer Schutzbrille. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern dennoch allgemeine Vorsichtsmaßnahmen beachten: Behandle blühende Kulturen oder Bereiche, in denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vorzugsweise in den späten Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug. Achte zudem penibel darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen zu vermeiden, um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
PflaumeKräuselkrankheit (Taphrina deformans), Narrentaschenkrankheit (Taphrina pruni)55–911.3 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
SauerkirscheMonilinia55–911.17 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
BirneFeuerbrand (Erwinia amylovora)3–590.97 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
QuitteFeuerbrand (Erwinia amylovora)3–590.97 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.625 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
HopfenFalscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli)3.21 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenGloeosporium, Echte Mehltaupilze, Rost (Puccinia allii)2.7 KILOGRAM_PER_HECTARE
SüßkirscheMonilinia55–911.17 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
PfirsichKräuselkrankheit (Taphrina deformans), Narrentaschenkrankheit (Taphrina pruni)55–911.3 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
KartoffelPhytophthora infestans3 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
ApfelFeuerbrand (Erwinia amylovora)3–590.97 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
PflaumeMonilinia55–911.17 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
AprikoseMonilinia55–911.17 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
ZuckerrübeCercospora beticola39–493.5 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
PfirsichMonilinia55–911.17 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit COPRANTOL DUO gegen die Kräuselkrankheit beim Pfirsich?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Kräuselkrankheit (Taphrina deformans) musst du extrem frühzeitig agieren. Die erste Behandlung sollte unbedingt vor dem Anschwellen der Knospen (BBCH-Stadium 01 bis 03) im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr erfolgen. Sobald sich die Knospenschuppen öffnen, können die Pilzsporen eindringen und die jungen Blätter infizieren – eine spätere Behandlung nach dem Austrieb ist meist wirkungslos.

Warum kombiniert COPRANTOL DUO Kupferhydroxid und Kupferoxychlorid?

Diese Kombination nutzt die unterschiedlichen physikalisch-chemischen Eigenschaften beider Kupferformen. Kupferhydroxid löst sich schneller auf und gibt sofort nach der Anwendung eine hohe Konzentration an aktiven Kupfer-Ionen frei, was für eine schnelle Initialwirkung sorgt. Kupferoxychlorid hingegen ist schwerer löslich, haftet extrem gut auf der Pflanzenoberfläche und gibt die Ionen über einen längeren Zeitraum hinweg ab, was eine hervorragende Dauer- und Regenbeständigkeit garantiert.

Wie kann ich das Risiko von Kupferschäden (Phytotoxizität) an meinen Kulturen minimieren?

Achte darauf, COPRANTOL DUO nicht unter extremen Bedingungen wie praller Sonne, großer Hitze oder bei nass-kalter Witterung mit verzögerter Abtrocknung auszubringen. Wenn die Spritzbrühe zu lange feucht auf den Blättern verbleibt, werden zu viele Kupfer-Ionen auf einmal freigesetzt, was zu Blattverbrennungen führen kann. Zudem sollte der pH-Wert der Spritzbrühe nicht im sauren Bereich liegen.

Kann ich COPRANTOL DUO auch im ökologischen Landbau einsetzen?

Ja, Kupferpräparate wie COPRANTOL DUO sind im ökologischen Landbau zur Bekämpfung verschiedener Schaderreger zugelassen. Du musst jedoch die spezifischen Vorgaben deines Anbauverbandes (z. B. Bioland, Demeter, Naturland) sowie die gesetzlichen Höchstmengen für Reinkupfer pro Hektar und Jahr genau beachten und in deiner Schlagkartei dokumentieren.

Was muss ich bei der Anwendung gegen Feuerbrand im Kernobst beachten?

Bei der Bekämpfung des Feuerbrands (Erwinia amylovora) dient COPRANTOL DUO als wichtiger Baustein zur Befallsminderung. Die Anwendung muss streng vorbeugend erfolgen, idealerweise während der Infektionsperioden im Frühjahr. Achte darauf, deine Behandlungen exakt auf die regionalen Warndienstaufrufe abzustimmen und die zugelassenen BBCH-Stadien sowie die maximalen Aufwandmengen je Kultur und Jahr nicht zu überschreiten.

Wie verhält sich COPRANTOL DUO bei Regen nach der Applikation?

Dank des enthaltenen Kupferoxychlorids besitzt das Produkt eine sehr gute Haftfähigkeit. Sobald der Spritzbelag auf den Blättern vollständig angetrocknet ist, ist er weitgehend regenstabil. Bei extremen Niederschlagsmengen (über 20 mm) oder starkem Neuzuwachs der Kultur musst du den Schutzbelag jedoch gemäß den Zulassungsvorgaben durch eine Folgebehandlung erneuern, um den Schutz aufrechtzuerhalten.