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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Crane Pro

BVL Zul.-Nr. 025662-66

Crane Pro ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel von Bayer CropScience, das speziell für den breiten Schutz von landwirtschaftlichen Kulturen wie Weichweizen, Gerste, Roggen, Triticale, Raps und Mais entwickelt wurde. Als flüssiges Fungizidkonzentrat vereint es zwei der leistungsstärksten Wirkstoffe aus der Klasse der Triazole, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten effektiv zu kontrollieren.

Das Produkt zeichnet sich durch seine hervorragende vorbeugende (protektive) und heilende (kurative) Wirkung aus. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Arten, Rostpilzen, Echtem Mehltau sowie Fusarium-Arten und trägt zur Minderung nichtparasitärer Blattflecken bei. Damit ist Crane Pro ein wichtiger Baustein zur Ertragssicherung und Qualitätsoptimierung in anspruchsvollen Anbausystemen.

Durch das breite Zulassungsfenster im Getreide und Raps lässt sich Crane Pro flexibel in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es unterstützt die Vitalität der Kulturen in kritischen Wachstumsphasen und sorgt dafür, dass das genetische Ertragspotenzial voll ausgeschöpft werden kann.

Wirkstoffe

Prothioconazol
125 g/L · Wirkstoff
Tebuconazol
125 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Crane Pro basiert auf der Kombination der beiden systemischen Wirkstoffe Prothioconazol und Tebuconazol. Beide Substanzen gehören zur Gruppe der Demethylierungs-Inhibitoren (DMI) und sind in die FRAC-Gruppe 3 eingestuft. Sie greifen gezielt in die Sterol-Biosynthese der Pilzzellen ein, indem sie die C14-Demethylase hemmen. Dies blockiert die Bildung von Ergosterol, einem unverzichtbaren Baustein für die Stabilität und Funktion der pilzlichen Zellmembranen, was letztlich zum Wachstumsstopp und Absterben des Schaderregers führt. Nach der Anwendung werden die Wirkstoffe rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – in der Kultur verteilt. Dadurch werden nicht nur die behandelten Blätter geschützt, sondern auch der Neuzuwachs vor nachfolgenden Infektionen bewahrt. Die Kombination sorgt für eine schnelle Stopp-Wirkung bei bereits bestehenden Infektionen und bietet gleichzeitig einen langanhaltenden Schutz vor Neuinfektionen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegenüber Wirkstoffen aus der FRAC-Gruppe 3 (Triazole) zu minimieren, solltest du Crane Pro stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Vermeide wiederholte Solobehandlungen mit diesem oder anderen Triazol-Fungiziden in derselben Saison. Es wird empfohlen, Crane Pro im Spritzprogramm mit Fungiziden abzuwechseln, die einen anderen Wirkungsmechanismus aufweisen, wie beispielsweise SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Halte dich zudem immer an die empfohlenen Aufwandmengen und optimalen Anwendungszeitpunkte, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger zu reduzieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Crane Pro ist im Allgemeinen sehr gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern, die in den zugelassenen Kulturen eingesetzt werden. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du die Standard-Mischreihenfolge beachten: Zuerst Wasser einfüllen, dann feste Formulierungspartner vollständig auflösen und Crane Pro als flüssige Komponente zum Schluss hinzugeben. Da sich physikalische und chemische Eigenschaften von Mischungspartnern je nach Wasserqualität und Temperatur ändern können, empfiehlt sich vor der großflächigen Anwendung ein einfacher Mischungsversuch in einem kleinen Gefäß.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Crane Pro ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzanzug, robustes Schuhwerk und Schutzhandschuhe) für den Anwenderschutz obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen ist eine Abdrift auf angrenzende Flächen und Gewässerstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Kulturen oder auf aktiv von Bienen beflogene Unkräuter legen; Behandlungen in den späten Abendstunden sind hierbei die schonendste Praxis.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)25–611 LITER_PER_HECTARE
GersteMinderung nichtparasitärer Blattflecken37–611 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum1 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–611 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–611 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE
MaisFusarium-Arten33–691 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Ährenfusarium in Weizen?

Um eine optimale Wirkung gegen Fusarium-Arten zu erzielen, solltest du Crane Pro gezielt während der Blütezeit (BBCH-Stadium 59 bis 65) einsetzen. Eine Behandlung in diesem engen Zeitfenster schützt die Ähren direkt vor Infektionen und trägt maßgeblich zur Reduzierung von Mykotoxinen im Erntegut bei.

Wie wirkt sich die Temperatur auf die Anwendung von Crane Pro aus?

Du kannst Crane Pro bereits bei kühleren Frühjahrstemperaturen ab ca. 5–8 °C einsetzen, da die Wirkstoffe schnell von der Kultur aufgenommen werden. Vermeide jedoch Behandlungen bei extremer Hitze über 25 °C oder bei starker, direkter Sonneneinstrahlung, um Stress für die Kulturen zu minimieren und Abdrift durch Thermik zu verhindern.

Kann ich Crane Pro mit Wachstumsreglern im Getreide kombinieren?

Ja, eine Mischung mit gängigen Wachstumsreglern ist in der Regel gut verträglich. Achte jedoch darauf, die Aufwandmenge des Wachstumsreglers bei optimalen Wuchsbedingungen eventuell leicht anzupassen, da die Kombination die Einkürzungswirkung und die Vitalität der Kultur unterstützen kann.

Warum enthält Crane Pro zwei verschiedene Wirkstoffe aus derselben FRAC-Gruppe?

Prothioconazol und Tebuconazol ergänzen sich perfekt in ihrem Wirkungsspektrum und ihrer Dynamik. Während Tebuconazol eine sehr schnelle Stopp-Wirkung (Kurativleistung) besitzt, bietet Prothioconazol eine hervorragende Dauerwirkung und breite Protektivleistung. Diese Kombination sichert dir einen langanhaltenden Schutz auch bei hohem Infektionsdruck.

Wie finde ich heraus, ob Crane Pro für eine bestimmte Indikation in meiner Region zugelassen ist?

Nutze dafür einfach die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Du kannst gezielt nach deiner Kultur und dem spezifischen Schaderreger filtern, um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Anwendungen und die genauen behördlichen Auflagen auf einen Blick zu sehen.

Was muss ich bei der Anwendung in Raps gegen Sclerotinia beachten?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Sclerotinia-Stängelfäule (Weißstängeligkeit) im Raps solltest du die Behandlung vorbeugend zur Vollblüte (BBCH-Stadium 63 bis 65) durchführen. Zu diesem Zeitpunkt triffst du die herabfallenden Blütenblätter, die dem Pilz als Nährboden für die Infektion dienen.