CROWN MH
CROWN MH ist ein bewährtes, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Wachstumsregulierung und Keimhemmung in bedeutenden landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen wie Kartoffeln, Zwiebeln, Schalotten, Knoblauch und Tabak. Als flüssige Formulierung konzipiert, bietet das Produkt eine hocheffiziente Lösung, um die Lagerfähigkeit von Erntegütern signifikant zu verlängern und unerwünschten Durchwuchs im Lager sowie auf dem Feld zu unterdrücken.
Der Wirkstoff Maleinsäurehydrazid dringt nach der Anwendung rasch in das Blattgewebe ein und wird systemisch in die aktiven Wachstumszonen (Meristeme) der Kultur transportiert. Dadurch wird die Keimung von Kartoffelknollen und Zwiebeln während der anschließenden Lagerung monatelang zuverlässig unterdrückt, was den Bedarf an kühl- und lagerungstechnischen Intensivmaßnahmen reduziert.
Neben der Keimhemmung im Lager leistet CROWN MH einen wertvollen Beitrag im integrierten Pflanzenschutz zur Regulierung des Triebwachstums (z. B. Geiztriebhemmung im Tabakanbau) sowie zur Bekämpfung der parasitären Ästigen Sommerwurz (Orobanche ramosa). Dies macht das Produkt zu einem vielseitigen Werkzeug für Erzeuger, die auf hohe Marktqualität und minimierte Lagerverluste setzen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Maleinsäurehydrazid greift gezielt in den Zellteilungszyklus der Pflanzen ein. Nach der systemischen Aufnahme über das Laub wird er mit dem Saftstrom (Phloem) in die aktiven Vegetationspunkte der Spross- und Wurzelmeristeme verlagert. Dort blockiert er die Mitose (Zellteilung) in den meristematischen Geweben, während die Zellstreckung und andere Stoffwechselprozesse weitgehend unbeeinflusst bleiben. Da der Wirkstoff die Zellteilung blockiert, wird das Wachstum neuer Triebe und Keime im Keimzentrum der Knolle oder Zwiebel dauerhaft gehemmt. Bei parasitären Schaderregern wie der Ästigen Sommerwurz stört der Wirkstoff die Entwicklung der unterirdischen Organe des Parasiten, bevor dieser die Kultur schädigen kann.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Maleinsäurehydrazid um einen Wachstumsregulator mit einem spezifischen, physiologischen Wirkungsmechanismus handelt, ist das Risiko einer klassischen Resistenzentwicklung bei den Zielkulturen oder den zu unterdrückenden Schaderregern als äußerst gering einzustufen. Dennoch sollte die Anwendung stets im Rahmen einer integrierten Strategie erfolgen. Dies umfasst den Wechsel mit mechanischen Maßnahmen, die Optimierung der Lagerbedingungen (Temperatur- und CO2-Führung) sowie den gezielten Einsatz nur an vitalen, stressfreien Beständen, um die maximale physiologische Wirkung abzusichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
CROWN MH zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden und Insektiziden aus, die im späten Vegetationsstadium der jeweiligen Kulturen eingesetzt werden. Um eine optimale Aufnahme des Wirkstoffs zu gewährleisten, sollte die Anwendung auf trockene Bestände erfolgen, wobei in den folgenden 6 bis 24 Stunden kein Regen fallen sollte. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits auf eine optimale Benetzung eingestellt ist. Bei Mischungen wird dringend empfohlen, vorab eine physikalische Mischprobe durchzuführen und die Verträglichkeit an einer Teilfläche zu testen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CROWN MH sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug bei der Ausbringung) strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bezüglich des Schutzes von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sorgfältig zu handhaben; entsprechende Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen zu Oberflächengewässern sind gemäß den BVL-Zulassungsauflagen einzuhalten. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in aktiv blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Knoblauch | Keimhemmung | 47–48 | 8.9 LITER_PER_HECTARE | 4T |
| Schalotte | Keimhemmung | 47–48 | 8.9 LITER_PER_HECTARE | 4T |
| Tabak | Ästige Sommerwurz (Orobanche ramosa) | 43–47 | 8.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Keimhemmung | 69–89 | 11 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Speisezwiebel | Keimhemmung | 47–48 | 8.9 LITER_PER_HECTARE | 4T |
| Tabak | Hemmung des Triebwachstums | 43–47 | 8.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Keimhemmung | 69–89 | 11 LITER_PER_HECTARE | 21T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von CROWN MH zur Keimhemmung bei Kartoffeln?
Die Behandlung muss erfolgen, solange die Kultur noch voll im Saft steht und der Wirkstoff aktiv in die Knollen transportiert werden kann (typischerweise im BBCH-Stadium 63 bis 80). Ein zu später Einsatz bei bereits absterbendem Kraut führt zu einer unzureichenden Aufnahme und mindert die Keimhemmung im Lager erheblich.
Warum ist die Vitalität der Kultur zum Zeitpunkt der Spritzung so entscheidend?
Da Maleinsäurehydrazid systemisch über das Phloem transportiert wird, benötigt die Kultur eine aktive Photosynthese und Transpiration. Unter Stressbedingungen wie extremer Hitze, Trockenheit oder starkem Krankheitsbefall stockt dieser Transport, was die Wirkung drastisch reduziert und zu ungleichmäßigen Ergebnissen im Lager führen kann.
Wie beeinflusst CROWN MH die Bekämpfung der Ästigen Sommerwurz?
Der Wirkstoff wird nach der Blattausbringung in die Wurzeln der Kultur transportiert. Da die Ästige Sommerwurz als Parasit an den Wurzeln der Kultur saugt, nimmt sie den Wirkstoff direkt auf. Dadurch wird die Zellteilung im Parasiten blockiert und dessen unterirdische Entwicklung gestoppt, bevor nennenswerte Schäden entstehen.
Welche Wartezeiten müssen bei den verschiedenen Kulturen beachtet werden?
Die Wartezeit variiert je nach Kultur und Verwendungszweck deutlich zwischen 4 und 21 Tagen. Es ist zwingend erforderlich, die spezifischen Zulassungsauflagen für Kartoffeln, Zwiebeln oder Tabak im Detail zu prüfen, um Rückstandsüberschreitungen vor der Ernte sicher zu vermeiden.
Was muss bezüglich der Wassermenge und der Witterung bei der Applikation beachtet werden?
Für eine optimale Aufnahme sollte mit einer mittleren Wassermenge gearbeitet werden, um ein Ablaufen der Spritzbrühe zu verhindern. Die Temperaturen sollten bei der Anwendung moderat sein (unter 25 °C), idealerweise in den Abendstunden, um ein schnelles Antrocknen zu verhindern und dem Wirkstoff ausreichend Zeit zur Penetration zu geben.