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Sonstige · Cheminova Deutschland GmbH

DIRIGENT SX

BVL Zul.-Nr. 006228-00

DIRIGENT SX ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und der Acker-Kratzdistel in einer Vielzahl von Getreidekulturen wie Winter- und Sommerweizen, Winter- und Sommergerste, Winterroggen, Triticale und Hafer. Dank der innovativen SX-Formulierung (lösliches Granulat) löst sich das Pflanzenschutzmittel im Tank extrem schnell und vollständig auf. Dies sorgt für eine hervorragende Ausbringungsqualität, minimiert Spritzrückstände im Tank und erleichtert die anschließende Reinigung der Pflanzenschutzspritze erheblich.

Das Wirkungsspektrum umfasst die wichtigsten ertragsmindernden Unkräuter im Getreidebau. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet das Produkt eine schnelle und nachhaltige Wirkung, die über das Blatt und in geringem Maße auch über die Wurzeln aufgenommen wird. Es etabliert sich dadurch als flexibler und verlässlicher Partner in der Unkrautbekämpfung im Frühjahr.

Wirkstoffe

Metsulfuron
142.8 g/kg · Wirkstoff
Tribenuron
143 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die beiden enthaltenen Wirkstoffe Metsulfuron und Tribenuron gehören zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und sind im HRAC-System in die Gruppe 2 (früher Gruppe B) eingestuft. Ihr biochemischer Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in der Kultur und den Schaderregern unverzichtbar. Nach der Aufnahme über das Blattwerk wird der Wirkstoff rasch in die vegetativen Wachstumszonen (Meristeme) transportiert. Durch die Blockade der ALS-Synthese kommt die Zellteilung und somit das Wachstum der sensitiven Schaderreger innerhalb weniger Stunden nach der Behandlung zum Stillstand. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Nekrosen und das Absterben der Unkräuter zeigen sich je nach Witterung nach ein bis drei Wochen.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 2 angehören, besteht bei wiederholter, alleiniger Anwendung ein erhöhtes Risiko für die Selektion resistenter Unkrautbiotypen (insbesondere bei Vogelmiere oder Windhalm). Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, solltest du DIRIGENT SX stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Dies gelingt durch den bewussten Fruchtfolgewechsel, mechanische Maßnahmen und vor allem durch die Kombination oder den jährlichen Wechsel mit Herbiziden, die über einen anderen Wirkungsmechanismus verfügen, wie beispielsweise synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4).

Mischbarkeit & Tankmischung

Dank der hochentwickelten SX-Formulierung weist das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende physikalische Kompatibilität auf. Es kann in der Praxis gut mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) gemischt werden. Bei Mischungen mit Gräserherbiziden ist jedoch auf mögliche antagonistische Effekte zu achten. Verwende stets ausreichend Wasser (mindestens 200 l/ha) und achte darauf, das Produkt bei extremen Temperaturschwankungen oder anhaltender Trockenheit nicht mit stark beanspruchenden Netzmitteln zu kombinieren, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung bei der Ausbringung und Tankbefüllung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich den direkten Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern vermeiden und die Anwendung vorzugsweise in den späten Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu verhindern, sind Abdriften auf angrenzende Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik konsequent zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3035 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3035 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Kratzdistel30–3735 GRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3035 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3035 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Kratzdistel30–3735 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Kratzdistel30–3735 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3035 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Kratzdistel30–3735 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3035 GRAM_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3035 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für deine Behandlung der Acker-Kratzdistel?

Für eine maximale Wirkung gegen die Acker-Kratzdistel solltest du behandeln, wenn sich die Disteln im aktiven Wachstum befinden und etwa 10 bis 15 cm groß sind (Rosetten- bis Triebstreckungsstadium). Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom in die Wurzeln besonders stark, wodurch die systemischen Wirkstoffe tief in das Wurzelsystem transportiert werden und einen dauerhaften Bekämpfungserfolg sichern.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von DIRIGENT SX bei deiner Anwendung?

Die beste Wirkung erzielst du bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 8 °C und 20 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit, da die Unkräuter dann die Wirkstoffe optimal aufnehmen und transportieren. Vermeide Behandlungen bei Frost, extremer Trockenheit oder wenn deine Kulturen unter Stress (z. B. durch Staunässe oder plötzliche Kälte) stehen, um die Kulturverträglichkeit zu schonen.

Was musst du bei der Reinigung der Spritze nach der Anwendung beachten?

Obwohl die SX-Formulierung extrem leicht löslich ist und kaum Rückstände hinterlässt, solltest du die Spritze nach dem Einsatz gründlich reinigen, besonders wenn du danach empfindliche Kulturen wie Raps oder Rüben behandelst. Spüle den Tank, die Leitungen und die Düsen am besten mit einem speziellen Tankreiniger und reichlich Wasser aus, um jegliche Herbizidspuren restlos zu entfernen.

Kannst du das Mittel auch in einer Tankmischung mit flüssigem Harnstoff-Ammoniumnitrat (AHL) ausbringen?

Ja, eine Mischung mit AHL ist grundsätzlich möglich und wird im Frühjahr häufig zur kombinierten Unkrautbekämpfung und Düngung genutzt. Achte jedoch darauf, dass deine Getreidekultur eine stabile Wachsschicht aufweist und trocken ist. Bei starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr in den Folgetagen solltest du auf diese Mischung verzichten, um Verbrennungen an den Blättern der Kultur zu vermeiden.

Welche Nachbaufristen musst du nach dem Umbruch einer behandelten Kultur beachten?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch der Getreidekultur (z. B. durch Auswinterung) notwendig werden, kannst du nach einer flachen Bodenbearbeitung in der Regel wieder Sommergetreide nachsäen. Für empfindliche Folgekulturen wie Raps, Leguminosen oder Rüben im Rahmen der normalen Fruchtfolge ist eine tiefere Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden ausreichend zu verdünnen.

Wie erkennst du, ob die Unkräuter bereits auf die Behandlung reagieren?

Da es sich um ALS-Hemmer handelt, stoppt das Wachstum der Unkräuter fast sofort nach der Benetzung, auch wenn sie optisch noch gesund aussehen. Erste sichtbare Zeichen wie eine hellgrüne bis rötliche Verfärbung der Herzblätter und ein Welken der Triebspitzen siehst du meist nach 5 bis 10 Tagen. Der vollständige Absterbeprozess kann sich je nach Temperatur über mehrere Wochen hinziehen.