DOMINATOR CLEAN
DOMINATOR CLEAN ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie hartnäckigen Problemunkräutern und Holzgewächsen. Als flüssiges, wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme und systemische Verteilung in der gesamten Pflanze aus. Es ist ein bewährter Baustein im modernen Kulturmanagement, um Flächen vor der Saat oder in etablierten Dauerkulturen unkrautfrei zu halten.
Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturen sowie forstwirtschaftliche Flächen und das Nichtkulturland. Durch die systemische Wirkung erfasst das Mittel nicht nur die oberirdischen Pflanzenteile, sondern transportiert den Wirkstoff bis tief in die Wurzeln und Rhizome. Dies macht DOMINATOR CLEAN besonders effektiv gegen ausdauernde Wurzelunkräuter wie die Acker-Winde, die mit rein mechanischen Maßnahmen nur schwer zu kontrollieren sind.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Die biochemische Wirkung basiert auf der gezielten Blockierung des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist eine Schlüsselkomponente im Shikimatweg, einem Stoffwechselweg, der ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommt und für die Synthese essenzieller aromatischer Aminosäuren wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan verantwortlich ist. Nach der Applikation wird der Wirkstoff über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und systemisch sowohl im Phloem als auch im Xylem akkumuliert. Innerhalb weniger Tage führt der Mangel an Aminosäuren und die damit verbundene Störung des Proteinstoffwechsels zu einem vollständigen Wachstumsstopp. Die betroffenen Schaderreger zeigen zunächst Chlorosen an den jüngsten Trieben, gefolgt von einer fortschreitenden Nekrose, bis die gesamte Pflanze inklusive des Wurzelsystems vollständig abstirbt.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von herbizidresistenten Biotypen nachhaltig vorzubeugen, sollte DOMINATOR CLEAN stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen) sowie mechanische und pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und den Anbau von Zwischenfrüchten. Da Glyphosat ein Solitärwirkstoff in der HRAC-Gruppe 9 ist, ist die Vermeidung einer einseitigen, wiederholten Anwendung von entscheidender Bedeutung, um die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
DOMINATOR CLEAN ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Bodenherbiziden mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen sollte jedoch stets auf die Wasserqualität geachtet werden: Sehr hartes Wasser kann die Wirksamkeit von Glyphosat beeinträchtigen, weshalb in solchen Fällen der Zusatz eines geeigneten Wasserkonditionierers (wie Ammoniumsulfat) vor der Zugabe des Herbizids empfohlen wird. Die Anwendung sollte auf trockene Pflanzenbestände erfolgen, wobei eine regenfreie Zeit von mindestens 4 bis 6 Stunden nach der Spritzung gewährleistet sein muss, um eine optimale Wirkstoffaufnahme zu garantieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von DOMINATOR CLEAN sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Applikation. Zum Schutz von Oberflächengewässern und aquatischen Organismen müssen die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen und Abschwemmminderungsklassen exakt beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen und Bienenflug vermieden werden, um jegliche Risiken für Nichtzielorganismen zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter, Acker-Winde | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 30T |
| Kernobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Nadelholz | Zweikeimblättrige Unkräuter, Laubholz, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
Häufige Fragen
Wie lange nach der Anwendung von DOMINATOR CLEAN darf keine Bodenbearbeitung stattfinden?
Um eine vollständige systemische Verteilung des Wirkstoffs bis in die Wurzelspitzen zu gewährleisten, sollte nach der Behandlung für mindestens 7 bis 10 Tage auf eine mechanische Bodenbearbeitung verzichtet werden. Bei hartnäckigen Wurzelunkräutern wie der Acker-Winde ist eine Wartezeit von bis zu 14 Tagen optimal, bevor gepflügt oder gegrubbert wird.
Welche Rolle spielt die Witterung für den optimalen Behandlungserfolg?
Die beste Wirkung wird bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit erzielt, da die Unkräuter dann aktiv assimilieren und den Wirkstoff schnell aufnehmen. Extrem trockene Bedingungen oder Frost mindern die Stoffwechselaktivität der Pflanzen und verlangsamen den Wirkungseintritt erheblich.
Kann DOMINATOR CLEAN auch zur Spätbehandlung vor der Ernte eingesetzt werden?
Eine Anwendung zur Sikkation oder Spätbehandlung ist streng reglementiert und darf nur in den dafür explizit zugelassenen Kulturen unter Einhaltung der spezifischen Wartezeiten (30 bis 42 Tage) und BBCH-Stadien erfolgen. In vielen Kulturen ist diese Anwendung zum Schutz der Erntequalität und zur Vermeidung von Rückständen nicht mehr zulässig; prüfen Sie daher stets die aktuellen BVL-Zulassungsdetails für Ihre spezifische Kultur.
Warum ist die Wasserqualität beim Ansetzen der Spritzbrühe so wichtig?
Glyphosat-Moleküle neigen dazu, sich im Spritzfass an im Wasser gelöste Calcium- und Magnesiumionen (Härtebildner) zu binden. Diese Chelatbildung inaktiviert einen Teil des Wirkstoffs und reduziert die Herbizidwirkung. Bei hartem Wasser empfiehlt sich daher die vorherige Konditionierung des Wassers mit Ammoniumsulfat.
Wie erkenne ich, ob die Behandlung mit DOMINATOR CLEAN erfolgreich war?
Erste Symptome wie Gelbverfärbungen (Chlorosen) an den jüngsten Blättern und Triebspitzen zeigen sich je nach Witterung nach etwa 5 bis 10 Tagen. Das vollständige Absterben und Vertrocknen (Nekrose) der behandelten Schaderreger kann, insbesondere bei kühlerer Witterung, bis zu drei Wochen in Anspruch nehmen.
Wie verhält sich der Wirkstoff im Boden nach der Anwendung?
Der Wirkstoff Glyphosat wird bei Bodenkontakt extrem schnell und stark an Bodenpartikel (insbesondere Tonminerale und Humus) adsorbiert. Dadurch wird er biologisch inaktiviert, sodass keine Aufnahme über die Wurzeln nachfolgender Kulturen erfolgt. Der Abbau im Boden erfolgt rasch durch Mikroorganismen zu Kohlendioxid, Wasser und Phosphat.