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OTHER · Nufarm Deutschland GmbH

Duplosan KV

BVL Zul.-Nr. 053678-00

Duplosan KV ist ein bewährtes, selektives Wuchsstoffherbizid zur gezielten Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Als lösliches Konzentrat (SL) formuliert, basiert das Pflanzenschutzmittel auf dem optisch aktiven Isomer Mecoprop-P (CMPP-P), welches im Vergleich zum alten Racemat eine halbierte Aufwandmenge bei gleicher biologischer Aktivität ermöglicht. Dies schont die Umwelt und optimiert die Wirkstoffeffizienz auf dem Feld.

Das Haupteinsatzgebiet von Duplosan KV liegt in der Bekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden Unkräutern wie Klettenlabkraut, Vogelmiere und weiteren dikotylen Arten im Getreidebau. Dank seiner hervorragenden Kulturverträglichkeit kann das Mittel in Winterweichweizen, Sommerweichweizen, Hafer, Winterroggen, Sommergerste, Wintergerste und Wintertriticale eingesetzt werden.

Die Anwendung erfolgt flexibel im Frühjahr ab dem Dreiblattstadium bis zum Ende der Bestockung (BBCH 13–29). Durch die schnelle systemische Verteilung im Schaderreger sorgt Duplosan KV auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen für eine zuverlässige Unkrautkontrolle und sichert somit das Ertragspotenzial der Getreidebestände.

Wirkstoffe

Mecoprop-P
706 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Duplosan KV enthaltene Wirkstoff Mecoprop-P gehört zur chemischen Gruppe der Phenoxycarbonsäuren und ist als synthetisches Auxin (Wuchsstoff) klassifiziert (HRAC-Gruppe 4, ehemals O). Er imitiert das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was bei empfindlichen zweikeimblättrigen Unkräutern zu einem unkontrollierten, asymmetrischen Zellwachstum führt. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in der gesamten Pflanze bis in die Wurzelspitzen transportiert. Dies führt zu typischen Wuchsstoff-Symptomen wie epinastischen Krümmungen an Stängeln und Blättern, gefolgt von einer vollständigen Erschöpfung der Stoffwechselreserven und dem Absterben des Schaderregers.

Resistenzmanagement

Mecoprop-P weist aufgrund seines komplexen Eingriffs in das hormonelle System der Pflanzen ein generell geringes Risiko für eine Resistenzentwicklung auf. Um das Entstehen resistenter Biotypen langfristig zu verhindern, sollte Duplosan KV stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie ALS-Inhibitoren) in der Fruchtfolge sowie die mechanische Unkrautbekämpfung zur Absicherung des Bekämpfungserfolgs.

Mischbarkeit & Tankmischung

Duplosan KV ist im Allgemeinen gut verträglich und kann mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden sowie flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) in Tankmischung ausgebracht werden. Besonders vorteilhaft sind Mischungen mit Sulfonylharnstoffen, um das Wirkungsspektrum gegen Kamille und andere schwer bekämpfbare Unkräuter abzurunden. Vor der Ansetzung größerer Spritzbrühmengen wird jedoch dringend ein physikalischer Mischbarkeitstest empfohlen. Die Anwendung sollte mit einer Wassermenge von 200 bis 400 l/ha erfolgen, um eine lückenlose Benetzung der Unkrautblätter zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Duplosan KV sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwenderschutzauflagen, einschließlich des Tragens von Schutzkleidung und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Oberflächengewässern und Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung definierten Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenZweikeimblättrige Unkräuter13–291.5 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenZweikeimblättrige Unkräuter13–291.5 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferZweikeimblättrige Unkräuter13–291.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenZweikeimblättrige Unkräuter13–291.5 LITER_PER_HECTARE
SommergersteZweikeimblättrige Unkräuter13–291.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteZweikeimblättrige Unkräuter13–291.5 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleZweikeimblättrige Unkräuter13–291.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit Duplosan KV im Frühjahr?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr bei einsetzendem Wachstum der Unkräuter, idealerweise zwischen den BBCH-Stadien 13 und 29 der Kultur. Da der Wirkstoff systemisch über das Blatt aufgenommen wird, sind milde Temperaturen und wüchsiges Wetter besonders vorteilhaft für einen schnellen Wirkungseintritt.

Kann Duplosan KV auch bei kühleren Temperaturen eingesetzt werden?

Ja, der enthaltene Wirkstoff Mecoprop-P ist im Vergleich zu anderen klassischen Wuchsstoffen bereits bei relativ niedrigen Temperaturen ab etwa 5 °C bis 8 °C teilwirksam. Für eine optimale und durchgreifende Wirkung gegen das gesamte Spektrum der Schaderreger sind jedoch wüchsige Bedingungen mit höheren Tagestemperaturen zu bevorzugen.

Warum ist die Anwendung streng auf die BBCH-Stadien 13 bis 29 begrenzt?

Die Begrenzung der Anwendung bis zum Ende der Bestockung (BBCH 29) dient dem Schutz der Kultur. Bei einer späteren Behandlung ab dem Schoßbeginn (BBCH 30) besteht das Risiko von phytotoxischen Schäden an den sich entwickelnden Ährenanlagen, was zu erheblichen Ertragseinbußen führen kann.

Welche Unkrautarten werden durch das Pflanzenschutzmittel nicht ausreichend erfasst?

Während Duplosan KV eine exzellente Wirkung gegen Klettenlabkraut und Vogelmiere aufweist, werden einige Unkrautarten wie Kamille-Arten, Stiefmütterchen oder Ehrenpreis-Arten nur unzureichend bekämpft. In diesen Fällen empfiehlt sich die Kombination mit einem geeigneten Mischungspartner, um Wirkungslücken zu schließen.

Was muss bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur beachtet werden?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch der behandelten Kultur notwendig werden, können nach einer flachen Bodenbearbeitung und einer kurzen Wartezeit in der Regel Sommergetreide oder Mais nachgebaut werden. Vor dem Anbau von empfindlichen zweikeimblättrigen Nachkulturen wie Leguminosen oder Raps wird eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) empfohlen, um Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.