FARMENO
FARMENO von BASF SE ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel, das sowohl als Fungizid als auch als Wachstumsregler in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (Weizen, Gerste, Roggen, Triticale) und Winterraps eingesetzt wird. Mit dem bewährten Wirkstoff Metconazol (60 g/l) bietet das Produkt einen breiten Schutz gegen ein weites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten und optimiert gleichzeitig die Bestandesarchitektur.
Die flüssige Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende systemische Verteilung in der Kultur aus. Im Getreidebau schützt FARMENO zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Arten, Rostpilzen (Gelb- und Braunrost) sowie echten Mehltaupilzen und Fusarium. Im Rapsanbau steht neben der Bekämpfung von Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) und Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) die gezielte Einkürzung und Festigung der Stängel im Vordergrund, was die Standfestigkeit der Kultur signifikant verbessert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Metconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3) und fungiert als Demethylierungs-Inhibitor (DMI) in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Durch die Blockade des Enzyms C14-Demethylase wird der Aufbau von Ergosterol gestört, einem essenziellen Bestandteil der pilzlichen Zellmembran. Dies führt zu einem Wachstumsstopp und letztlich zum Absterben des Pathogens. Dank seiner systemischen Eigenschaften dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich akropetal, wodurch auch neuer Zuwachs geschützt wird. Neben der fungiziden Wirkung greift Metconazol regulierend in den Phytohormonhaushalt der Kultur ein. Durch die Hemmung der Gibberellinsynthese wird das Streckungswachstum der Zellen gebremst. Dies führt im Raps zu einer kompakteren Wuchsform (Stauchen), einer verbesserten Verzweigung und einer erhöhten Standfestigkeit, was das Risiko von Lagerbildung minimiert und die Ernteeffizienz steigert.
Resistenzmanagement
Da Metconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, besteht bei einseitiger, wiederholter Anwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen (insbesondere bei Septoria-Arten). Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, sollte FARMENO stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies umfasst den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkungsklassen sowie die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen. Tankmischungen mit Partnern unterschiedlicher Wirkungsmechanismen sind dringend zu empfehlen.
Mischbarkeit & Tankmischung
FARMENO weist eine breite physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gründliche Durchmischung zu achten; das Produkt sollte stets als eine der ersten Komponenten in den teilbefüllten Spritztank gegeben werden. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung optimiert ist. Bei extremen Witterungsbedingungen (z. B. Frostgefahr oder starker Hitze über 25 °C) sollte von kombinierten Anwendungen abgesehen werden, um phytotoxische Reaktionen der Kultur zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit FARMENO ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten. Der Wirkstoff Metconazol ist als umweltgefährlich eingestuft, weshalb ein direkter Eintrag in Oberflächengewässer oder Entwässerungssysteme unbedingt zu verhindern ist. Bezüglich des Schutzes von Bienen und anderen Nützlingen sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen zu beachten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Stauchen | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Standfestigkeit | 39–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Stauchen | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Blatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von FARMENO zur Wachstumsregulierung im Raps?
Im Winterraps liegt der Fokus auf zwei Fenstern: Im Herbst (BBCH-Stadium 14 bis 16) fördert die Anwendung das Stauchen des Vegetationskegels, verhindert das Überwachsen vor dem Winter und stärkt die Winterhärte. Im Frühjahr (BBCH-Stadium 30 bis 55) unterstützt die Behandlung die Standfestigkeit und regt die Seitentriebbildung an, um ein homogenes Blühbild zu fördern.
Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von FARMENO bei der Applikation?
Metconazol benötigt für eine optimale systemische Verteilung und hormonelle Wirkung aktive Stoffwechselprozesse in der Kultur. Die Anwendung sollte daher bei wüchsigem Wetter und Temperaturen ab ca. 8 bis 10 °C erfolgen. Vermeiden Sie Spritzungen bei Frostgefahr in den Folgetagen oder bei intensiver Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 25 °C, um Stressreaktionen der Kultur zu verhindern.
Kann FARMENO gezielt zur Bekämpfung von Ährenfusarium im Weizen eingesetzt werden?
Ja, FARMENO besitzt eine gute Wirkung gegen Fusarium-Arten im Getreide. Für einen optimalen Schutz gegen Ährenfusariosen muss die Applikation gezielt während der Blüte (BBCH-Stadium 61 bis 65) erfolgen, idealerweise protektiv kurz vor oder bis maximal 1–2 Tage nach einem Infektionsereignis (z. B. Niederschlag während der Blüte).
Welche Rolle spielt FARMENO im Resistenzmanagement von Getreidepilzen?
Als Triazol (FRAC-Gruppe 3) ist Metconazol ein wichtiger Baustein, um Selektionsdruck von anderen Wirkstoffklassen wie SDHIs oder Strobilurinen zu nehmen. Umgekehrt muss jedoch auch das Triazol-Resistenzrisiko minimiert werden. Verwenden Sie FARMENO daher bevorzugt in Kombination oder im Wechsel mit Kontaktfungiziden oder Multisite-Inhibitoren, um die Sensitivität der Erregerpopulationen zu erhalten.
Wie verhält sich FARMENO bezüglich der Mischbarkeit mit Wachstumsreglern auf anderer Wirkstoffbasis?
Da FARMENO selbst eine stark einkürzende Wirkung besitzt (insbesondere im Raps und Getreide), ist bei Tankmischungen mit reinen Wachstumsreglern (z. B. auf Basis von Chlormequat oder Trinexapac-ethyl) Vorsicht geboten. Die Aufwandmengen der Mischungspartner sollten an die Witterung und den Zustand der Kultur angepasst werden, um ein Überregulieren oder Einkürzungsschäden zu vermeiden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Septoria-Arten?
Nutzen Sie die Filterfunktionen in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie die entsprechende Kultur (z. B. Weichweizen) und filtern Sie gezielt nach dem Schaderreger 'Septoria-Blattdürre' oder 'Septoria-Arten', um alle in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen und deren Zulassungsdetails einzusehen.