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Sonstige · DE SANGOSSE S.A.S.

FLiPPER

BVL Zul.-Nr. 00A283-00

FLiPPER ist ein modernes, biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis von natürlichen Fettsäuren (C7 - C20), das sich als hochwirksames Kontaktinsektizid und -akarizid im professionellen Gemüse- und Beerenobstanbau etabliert hat. Es wird von DE SANGOSSE S.A.S. hergestellt und ist als flüssiges Konzentrat formuliert. Das Produkt zeichnet sich durch ein breites Wirkungsspektrum gegen saugende Schaderreger aus und eignet sich hervorragend für den Einsatz in integrierten sowie biologischen Anbausystemen.

Durch seine physikalisch-chemische Wirkungsweise erfasst FLiPPER zuverlässig wichtige Schaderreger wie Weiße Fliegen, Spinnmilben und Blattläuse in Kulturen wie Tomaten, Gurken, Zucchini, Auberginen und Erdbeeren. Da es keine Rückstandsproblematik aufweist und eine sehr kurze Wartezeit besitzt, bietet es dir maximale Flexibilität bei der Behandlungsplanung bis kurz vor der Ernte.

Wirkstoffe

Fettsäuren (C7 - C20)
479.8 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkmechanismus von FLiPPER basiert auf den enthaltenen Fettsäuren (C7 - C20), die rein kontaktaktiv wirken. Beim direkten Treffen der Schaderreger dringen die lipophilen Ketten der Fettsäuren in die kutikuläre Wachsschicht der Insekten und Milben ein. Dies führt zu einer schnellen Störung der Zellmembranintegrität, wodurch die betroffenen Schaderreger austrocknen und absterben. Da es sich um eine physikalisch-chemische Wirkung auf die Zellmembranen handelt, ist dieser Wirkstoff keiner klassischen IRAC-Gruppe zugeordnet. Dieser mechanische Effekt minimiert das Risiko von Resistenzbildungen im Vergleich zu rein systemischen oder nervengiftig wirkenden Insektiziden drastisch. Eine lückenlose und gründliche Benetzung aller Pflanzenteile ist für den Bekämpfungserfolg absolut entscheidend.

Resistenzmanagement

Aufgrund der physikalischen Wirkungsweise auf die Zellmembranen der Schaderreger ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei FLiPPER äußerst gering. Dennoch solltest du das Produkt im Rahmen eines integrierten Schädlingsmanagements (IPM) im Wechsel mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen einsetzen. Dies schont nicht nur die Wirksamkeit anderer Präparate, sondern sichert auch langfristig einen gesunden Kulturbestand ohne Selektionsdruck.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besondere Vorsicht geboten, da die physikalische Wirkung von FLiPPER stark von der Wasserqualität abhängt. Verwende bevorzugt weiches Wasser oder Regenwasser, da ein hoher Calcium- oder Magnesiumgehalt zur Ausfällung der Fettsäuren führen und die Wirksamkeit verringern kann. Die Zugabe von sauren Puffern oder bestimmten Blattdüngern sollte vorab in einem Mischbarkeitsbecher getestet werden, um Ausflockungen zu vermeiden. Achte darauf, FLiPPER stets als letzte Komponente in den fast vollständig gefüllten Spritztank zu geben.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit FLiPPER solltest du die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung tragen, um Haut- und Augenkontakt mit dem Konzentrat zu vermeiden. Zum Schutz von Bestäubern gilt die allgemeine Empfehlung, Anwendungen nicht direkt in blühende Kulturen oder an Orten durchzuführen, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind; weiche hierzu bevorzugt auf die Abendstunden aus. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer oder Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik zu minimieren, um aquatische Organismen und die Umwelt zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
AubergineWeiße Fliegen16 LITER_PER_HECTARE1T
ErdbeereSpinnmilben16 LITER_PER_HECTARE1T
TomateBlattläuse16 LITER_PER_HECTARE1T
ZucchiniWeiße Fliegen16 LITER_PER_HECTARE1T
ErdbeereBlattläuse16 LITER_PER_HECTARE1T
GurkeSpinnmilben16 LITER_PER_HECTARE1T
GurkeBlattläuse16 LITER_PER_HECTARE1T
TomateSpinnmilben16 LITER_PER_HECTARE1T
ErdbeereWeiße Fliegen16 LITER_PER_HECTARE1T
AubergineBlattläuse16 LITER_PER_HECTARE1T
ZucchiniSpinnmilben16 LITER_PER_HECTARE1T
ZucchiniBlattläuse16 LITER_PER_HECTARE1T
GurkeWeiße Fliegen16 LITER_PER_HECTARE1T
TomateWeiße Fliegen16 LITER_PER_HECTARE1T
AubergineSpinnmilben16 LITER_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Warum ist die Wasserhärte bei der Anwendung von FLiPPER so wichtig?

Die in FLiPPER enthaltenen Fettsäuren reagieren empfindlich auf freie Calcium- und Magnesiumionen in hartem Wasser. Diese Ionen können die Fettsäuren binden und unlösliche Kalkseifen bilden, was die biologische Wirksamkeit drastisch reduziert und zu Düsenverstopfungen führen kann. Verwende daher weiches Wasser oder nutze bei Bedarf einen geeigneten Wasserenthärter.

Wie stellst du sicher, dass FLiPPER seine optimale Wirkung entfaltet?

Da FLiPPER ein reines Kontaktmittel ist, musst du die Schaderreger direkt mit der Spritzbrühe treffen. Achte auf eine extrem gründliche Benetzung der Blattober- und insbesondere der Blattunterseiten, wo sich Schädlinge wie Spinnmilben und Weiße Fliegen bevorzugt aufhalten. Eine ausreichend hohe Wassermenge und ein angepasster Spritzdruck sind hierbei entscheidend.

Kannst du FLiPPER auch bei hohen Temperaturen im Gewächshaus spritzen?

Es wird empfohlen, die Behandlung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchzuführen. Bei extrem hohen Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung trocknet der Spritzfilm zu schnell ab, was die Kontaktzeit mit den Schaderregern verkürzt und das Risiko von phytotoxischen Reaktionen an empfindlichen Kulturen erhöhen kann.

Welche Stadien der Schaderreger werden durch FLiPPER am besten erfasst?

FLiPPER wirkt besonders gut gegen die mobilen und weichhäutigen Stadien der Schaderreger, wie Larven, Nymphen und adulte Stadien von Blattläusen, Spinnmilben und Weißen Fliegen. Eistadien werden physikalisch meist nicht ausreichend erfasst, weshalb bei anhaltendem Befallsdruck Folgebehandlungen nach dem Schlupf ratsam sind.

Wie passt FLiPPER in ein biologisches Pflanzenschutzkonzept mit Nützlingen?

FLiPPER ist hervorragend für den integrierten Anbau geeignet, da der Spritzbelag nach dem Antrocknen keine toxischen Rückstände für Nützlinge hinterlässt. Direkt getroffene Nützlinge können zwar geschädigt werden, aber neu freigelassene oder nachrückende Populationen (wie Schlupfwespen oder Raubmilben) können schon kurz nach dem Antrocknen des Belags wieder sicher in der Kultur arbeiten.