FLiPPER
FLiPPER ist ein modernes, biologisches Pflanzenschutzmittel von DE SANGOSSE S.A.S., das auf natürlichen Fettsäuren (C7 - C20) basiert. Als Kontakt-Insektizid und -Akarizid hat es sich fest im integrierten sowie im ökologischen Anbau etabliert. Es bietet eine hochwirksame, rückstandsfreie Lösung zur Befallsregulierung von saugenden Schaderregern in sensiblen Kulturen wie Tomaten, Gurken, Auberginen und Erdbeeren.
Die Formulierung als flüssiges Konzentrat zeichnet sich durch eine hervorragende Pflanzenverträglichkeit aus. Da der Wirkstoff natürlichen Ursprungs ist, eignet sich FLiPPER ideal für den Einsatz in späten Entwicklungsstadien kurz vor der Ernte, was durch die extrem kurze Wartezeit von nur einem Tag unterstrichen wird. Es schließt damit eine kritische Lücke im modernen Rückstandsmanagement.
Das Wirkungsspektrum umfasst primär weichhäutige Schaderreger in verschiedenen Entwicklungsstadien. Besonders erfolgreich wird das Pflanzenschutzmittel gegen Weiße Fliegen, Spinnmilben und Blattläuse eingesetzt, wobei sowohl adulte Stadien als auch Larven und Eier erfasst werden können, sofern sie direkt vom Spritzfilm getroffen werden.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkungsmechanismus von FLiPPER basiert auf einer rein physikalischen und kontaktchemischen Wirkungsweise der enthaltenen Fettsäuren (C7 - C20). Nach dem direkten Kontakt dringt der Wirkstoff in die lipophile Kutikula der Schaderreger ein. Dies führt zu einer schnellen Störung der Zellmembranintegrität, was den Zusammenbruch des osmotischen Drucks und letztlich die Dehydration und den Tod der Zielorganismen zur Folge hat. Da es sich um eine physikalisch-chemische Barrierezerstörung handelt, wird der Wirkstoff in der IRAC-Klassifikation der Gruppe UN (unbekannter oder nicht-spezifischer Wirkungsmechanismus) zugeordnet. Diese unspezifische Wirkungsweise minimiert das Risiko einer physiologischen Anpassung der Schaderreger im Vergleich zu rein systemischen, metabolisch wirkenden Insektiziden drastisch.
Resistenzmanagement
Aufgrund des physikalischen Kontaktmechanismus ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen FLiPPER als äußerst gering einzustufen. Dennoch ist das Pflanzenschutzmittel ein wertvoller Baustein im Antiresistenzmanagement. Es sollte strategisch im Wechsel mit chemisch-synthetischen Wirkstoffen anderer IRAC-Klassen eingesetzt werden, um den Selektionsdruck zu mindern und die Lebensdauer bestehender Wirkstoffklassen zu verlängern. Die Integration in Spritzfolgen hilft zudem, Wirkstoffrückstände in den Ernteprodukten gezielt zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Ausbringung von FLiPPER ist die Wasserqualität von entscheidender Bedeutung. Da Fettsäuren mit Calcium- und Magnesiumionen in hartem Wasser reagieren und unlösliche Salze (Kalkseifen) bilden können, sollte bevorzugt weiches Wasser (Regenwasser oder enthärtetes Wasser) verwendet werden. Bei hartem Wasser wird dringend der Zusatz eines geeigneten Wasseraufbereiters empfohlen. Mischungen mit kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln, sauren Düngemitteln oder bestimmten Netzmitteln sollten vermieden werden, um Ausfällungen und Phytotoxizität an den Kulturen zu verhindern. Vor jeder Tankmischung ist ein physikalischer Kompatibilitätstest ratsam.
Sicherheit & Ökotoxikologie
FLiPPER zeichnet sich durch ein günstiges Umweltprofil aus. Als biologisches Pflanzenschutzmittel ist es schonend für viele Nützlinge wie Raubmilben oder Schlupfwespen, sofern diese nicht direkt nassgespritzt werden. Zum Schutz von Anwendern und Umwelt sind die standardmäßigen persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) bei der Applikation zu tragen. Um Abdriften in Oberflächengewässer zu vermeiden, sind die auf dem Etikett ausgewiesenen Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungen strikt einzuhalten. Nach dem Antrocknen des Spritzbelags besteht für Bienen und andere Bestäuber in der Regel kein erhöhtes Risiko.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Aubergine | Weiße Fliegen | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Erdbeere | Spinnmilben | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Tomate | Blattläuse | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zucchini | Weiße Fliegen | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Erdbeere | Blattläuse | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gurke | Spinnmilben | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gurke | Blattläuse | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Tomate | Spinnmilben | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Erdbeere | Weiße Fliegen | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Aubergine | Blattläuse | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zucchini | Spinnmilben | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zucchini | Blattläuse | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gurke | Weiße Fliegen | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Tomate | Weiße Fliegen | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Aubergine | Spinnmilben | — | 16 LITER_PER_HECTARE | 1T |
Häufige Fragen
Warum ist die Wasserhärte bei der Anwendung von FLiPPER so wichtig?
Die im Produkt enthaltenen Fettsäuren können mit den im harten Wasser gelösten Calcium- und Magnesiumionen reagieren. Dies führt zur Bildung von unlöslichen Ausfällungen (Kalkseifen), welche die Düsen verstopfen und die biologische Wirksamkeit des Mittels drastisch reduzieren können. Verwenden Sie daher Wasser mit einer Härte von idealerweise unter 15 °dH oder nutzen Sie einen geeigneten Wasserenthärter.
Wie lässt sich die Benetzung und damit die Wirkung von FLiPPER optimieren?
Da FLiPPER ein reines Kontaktmittel ist, müssen die Schaderreger direkt getroffen werden. Eine hohe Wasseraufwandmenge und der Einsatz von Applikationstechniken, die auch die Blattunterseiten optimal benetzen (z. B. Dropletdüsen oder luftunterstützte Spritzgeräte), sind für den Bekämpfungserfolg entscheidend.
Kann FLiPPER auch bei hohen Temperaturen im Gewächshaus gespritzt werden?
Um Phytotoxizität (Blattverbrennungen) zu vermeiden, sollte die Anwendung nicht unter direkter, intensiver Sonneneinstrahlung oder bei extrem hohen Temperaturen (über 28 °C) erfolgen. Die frühen Morgenstunden oder der späte Abend sind die optimalen Applikationszeitpunkte, da der Spritzfilm dann langsamer abtrocknet und die Wirkung maximiert wird.
Welche Rolle spielt FLiPPER im integrierten Pflanzenschutz (IPM) bezüglich Nützlingen?
FLiPPER ist hervorragend für IPM-Systeme geeignet. Sobald der Spritzbelag getrocknet ist, hat das Mittel keine schädliche Wirkung mehr auf Nützlinge wie Hummeln, Raubmilben oder Schlupfwespen. Nützlinge sollten jedoch während der eigentlichen Spritzung nicht direkt getroffen werden; ein temporäres Schließen von Hummelkästen wird empfohlen.
Gibt es Einschränkungen bei der Kombination von FLiPPER mit Schwefel- oder Kupferpräparaten?
Ja, von einer direkten Tankmischung mit sauren Produkten, Schwefel oder kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln wird dringend abgeraten. Solche Mischungen können die Formulierung destabilisieren, zu Ausfällungen führen und das Risiko von Blattschäden an den behandelten Kulturen erheblich erhöhen. Zwischen den Behandlungen sollte ein zeitlicher Abstand eingehalten werden.