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Sonstige · Nufarm Deutschland GmbH

Fussa

BVL Zul.-Nr. 006366-60

Fussa ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von Nufarm Deutschland GmbH, das als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert ist. Es wurde speziell für den Einsatz im Getreidebau entwickelt, um eine saubere und ertragsstarke Kulturführung zu gewährleisten. Das Produkt ist für die Anwendung in wichtigen Winter- und Sommergetreidearten wie Winterweichweizen, Sommerweichweizen, Wintergerste, Sommergerste, Winterroggen und Wintertriticale zugelassen.

Dieses Herbizid zeichnet sich durch ein breites Wirkungsspektrum aus, das sowohl einjährige zweikeimblättrige Unkräuter als auch den Gemeinen Windhalm erfasst. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet Fussa eine hervorragende Flexibilität und sorgt dafür, dass die Unkrautkonkurrenz frühzeitig und nachhaltig ausgeschaltet wird, bevor sie die Bestandesentwicklung beeinträchtigen kann.

Die Anwendung erfolgt im frühen Nachauflauf während der BBCH-Stadien 10 bis 29. Dank seiner ausgewogenen Formulierung lässt sich das Produkt leicht dosieren und ausbringen, was es zu einem verlässlichen Baustein in deinem herbstlichen oder frühjahrsmäßigen Unkrautmanagement macht.

Wirkstoffe

Diflufenican
600 g/kg · Wirkstoff
Metsulfuron
60 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Fussa kombiniert zwei leistungsstarke Wirkstoffe mit unterschiedlichen biochemischen Angriffspunkten: Diflufenican und Metsulfuron. Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (ehemals F1) und blockiert das Enzym Phytoen-Desaturase (PDS), welches eine Schlüsselrolle in der Carotinoid-Biosynthese spielt. Ohne Carotinoide wird das Chlorophyll der Unkräuter durch Sonnenlicht zerstört, was zu den typischen Bleichsymptomen (Weißfärbung) und dem anschließenden Absterben der Schaderreger führt. Dieser Wirkstoff wird hauptsächlich über die Wurzeln und die Keimblätter aufgenommen und bildet einen stabilen Belag auf der Bodenoberfläche. Metsulfuron hingegen gehört zur HRAC-Gruppe 2 (ehemals B) und ist ein ALS-Inhibitor (Acetolactat-Synthase). Es hemmt die Synthese essenzieller, verzweigtkettiger Aminosäuren (Valin, Leucin und Isoleucin). Dies führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der empfindlichen Unkräuter, da die Zellteilung blockiert wird. Die Aufnahme erfolgt hierbei primär über das Blattwerk und sekundär über die Wurzeln, wodurch eine schnelle systemische Verteilung in der Pflanze gewährleistet ist.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung zu minimieren, solltest du Fussa stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da Metsulfuron zur HRAC-Gruppe 2 gehört, für die weltweit bereits Resistenzen bei verschiedenen Unkrautarten bekannt sind, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel unerlässlich. Kombiniere oder rotiere Fussa in der Fruchtfolge mit Herbiziden, die andere Wirkungsmechanismen aufweisen (z. B. HRAC-Gruppe 15 oder Gruppe 4). Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ALS-Hemmern auf derselben Fläche und nutze mechanische Maßnahmen sowie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge zur Unterstützung.

Mischbarkeit & Tankmischung

Fussa zeigt eine gute physikalische und biologische Verträglichkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du den Spritztank zunächst zu mindestens der Hälfte mit Wasser füllen, Fussa unter ständigem Rühren vollständig auflösen und erst danach die Mischpartner hinzugeben. Vermeide Mischungen mit organophosphathaltigen Insektiziden, da dies die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen kann. Vor der großflächigen Anwendung empfiehlt sich im Zweifel immer eine Verträglichkeitsprobe (Mischungstest) im kleinen Maßstab.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel Fussa ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzhandschuhe, Schutzanzug und festes Schuhwerk) für den Anwenderschutz obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt solltest du Abdrift auf angrenzende Flächen und Gewässer strikt vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsmaßnahme: Behandle keine blühenden Kulturen oder Unkräuter, die aktiv von Bienen angeflogen werden, und verlege die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–29100 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–29100 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–29100 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–29100 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–2965 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–29100 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–29100 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–2965 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–2965 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–2965 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Fussa in deinem Getreide?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Unkräuter, idealerweise wenn diese sich im Keim- bis frühen Laubblattstadium befinden. Da Fussa sowohl über das Blatt als auch über den Boden wirkt, profitierst du von einer optimalen Dauerwirkung, wenn der Boden zum Zeitpunkt der Behandlung leicht feucht ist. Achte darauf, dass sich deine Kultur im BBCH-Bereich von 10 bis 29 befindet.

Wie wirkt sich die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung von Fussa aus?

Da der Wirkstoff Diflufenican einen stabilen Wirkungsfilm auf der Bodenoberfläche bildet, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Bodenwirkung sehr vorteilhaft. Sie sorgt dafür, dass keimende Unkräuter den Wirkstoff optimal über die Wurzeln und den Keimling aufnehmen. Bei extremer Trockenheit kann die Bodenwirkung verzögert eintreffen, die Blattwirkung über Metsulfuron bleibt jedoch bestehen.

Was musst du beim Nachbau von Kulturen nach dem Einsatz von Fussa beachten?

Aufgrund der Bodenaktivität und der Persistenz der Wirkstoffe solltest du bei der Nachbauplanung vorsichtig sein. Nach einer normalen Ernte von mit Fussa behandeltem Getreide können im Herbst in der Regel Wintergetreide und Winterraps nachgebaut werden, idealerweise nach einer wendenden Bodenbearbeitung (Pflügen). Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur solltest du dich unbedingt an die spezifischen Karenzzeiten und Richtlinien halten, um Schäden an der Folgekultur zu vermeiden.

Kannst du Fussa bei Frost oder starker Hitze anwenden?

Nein, du solltest Fussa nicht anwenden, wenn Nachtfröste drohen oder extreme Hitze über 25 °C herrscht. Unter Stress stehende Kulturen (z. B. durch Trockenheit, Staunässe oder Frost) können den Wirkstoff schlechter abbauen, was zu vorübergehenden Aufhellungen oder Wachstumsverzögerungen führen kann. Warme, wüchsige Tage ohne extreme Temperaturen sind ideal für eine schnelle Wirkstoffaufnahme.

Wie verhinderst du am besten eine Resistenzbildung bei der Anwendung von Fussa?

Da Fussa den Wirkstoff Metsulfuron (HRAC-Gruppe 2) enthält, besteht ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Unkrautbiotypen (z. B. bei Vogelmiere oder Kamille). Du solltest Fussa daher im Rahmen einer Fruchtfolge einsetzen, bei der du Wirkstoffe mit anderen Wirkungsmechanismen (z. B. Wuchsstoffe oder Bodenherbizide anderer HRAC-Klassen) abwechselst. Vermeide den ausschließlichen, jährlichen Einsatz von ALS-Hemmern auf derselben Fläche.

Wie reinigst du die Spritze nach der Anwendung von Fussa gründlich?

Da Metsulfuron ein Sulfonylharnstoff ist, können selbst winzige Rückstände in der Spritze nachfolgende empfindliche Kulturen (wie Raps oder Rüben) schädigen. Du solltest die Spritze direkt nach der Anwendung gründlich mit einem speziellen Spritzenreiniger spülen. Achte darauf, alle Filter, Düsen und den Tankinnenraum mehrfach mit klarem Wasser und Reinigerlösung zu spülen, um alle Wirkstoffreste vollständig zu entfernen.