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Sonstige · BASF Agricultural Solutions Deutschland

FYNDA

BVL Zul.-Nr. 024487-73

FYNDA ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von BASF, das sich durch seine duale Wirkung als Fungizid und Wachstumsregler in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide und Raps etabliert hat. Die flüssige Formulierung basiert auf dem bewährten Wirkstoff Metconazol, der sich durch eine schnelle systemische Verteilung in der Kultur auszeichnet. Dadurch bietet das Produkt sowohl einen zuverlässigen Schutz vor ertragsmindernden Pilzkrankheiten als auch eine gezielte Steuerung der Bestandesarchitektur.

Das breite Zulassungsspektrum umfasst bedeutende Schaderreger im Getreidebau, darunter Septoria-Arten, Rostpilze, Netzflecken und Fusarium, sowie die gefürchtete Weißstängeligkeit und Wurzelhals- und Stängelfäule im Raps. Gleichzeitig sorgt der einkürzende Effekt für eine verbesserte Standfestigkeit und beugt Lagerbildung effektiv vor. Dies macht das Produkt zu einem flexiblen Werkzeug für ein vorausschauendes Bestandsmanagement im Frühjahr und Herbst.

Wirkstoffe

Metconazol
60 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Metconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole und ist im FRAC-Code der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Auf biochemischer Ebene blockiert der Wirkstoff die C14-Demethylase im Stoffwechsel der Pilze, was die Biosynthese von Ergosterol – einem essenziellen Baustein der pilzlichen Zellmembran – unterbindet. Ohne intakte Zellmembranen wird das Wachstum des Myzels gestoppt, und der Schaderreger stirbt ab. Neben der fungiziden Wirkung greift Metconazol regulierend in den Hormonhaushalt der Kultur ein. Durch die Hemmung der Gibberellinsynthese wird das Längenwachstum der Zellen vorübergehend gebremst. Dies führt zu einem kompakteren Wuchs (Stauchen), einer kräftigeren Halm- bzw. Stängelbasis und somit zu einer signifikant verbesserten Standfestigkeit der Kultur gegenüber Wind und Starkregen.

Resistenzmanagement

Um die Wirksamkeit von Metconazol langfristig zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du ein konsequentes Resistenzmanagement betreiben. Da Triazole (FRAC-Gruppe 3) einem mittleren bis hohen Resistenzrisiko unterliegen, empfiehlt sich der bewusste Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise Strobilurinen (FRAC 11) oder Carboxamiden (SDHI, FRAC 7). Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen desselben Wirkmechanismus innerhalb einer Saison und nutze stattdessen Kombinationspartner mit unterschiedlichen Wirkungsweisen in der Spritzfolge.

Mischbarkeit & Tankmischung

FYNDA zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um die Benetzung zu optimieren und das Risiko von Phytotoxizität bei intensiver Sonneneinstrahlung zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind Abdriften auf angrenzende Flächen strikt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik. Da keine spezifische Bieneneinstufung im engeren Sinne vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, in die späten Abendstunden verlegen, wenn der Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZierpflanzenStauchen2 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenStauchen1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit39–591.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBlatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie unterstützt FYNDA die Standfestigkeit im Raps und Getreide?

Durch die Hemmung der Gibberellinsynthese bremst der Wirkstoff das übermäßige Längenwachstum der Triebe. Dies führt zu kürzeren, aber dickeren und stabileren Stängeln bzw. Halmen. Dadurch wird das Risiko von Lagerbildung durch Wind und Starkregen deutlich reduziert, was dir die spätere Ernte erleichtert.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Weißstängeligkeit (Sclerotinia)?

Die Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum erfolgt idealerweise protektiv während der Hauptblüte der Kultur (BBCH 61 bis 65). Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und infizieren die Blattachseln. Eine rechtzeitige Applikation schützt die Stängelbasis vor dem gefürchteten Pilzbefall.

Kann ich das Produkt auch im Herbst im Winterraps einsetzen?

Ja, eine Anwendung im Herbst (ab dem 4- bis 6-Blatt-Stadium) ist besonders wertvoll, um die Pflanzen vor dem Winter zu stauchen. Dies verhindert ein vorzeitiges Überwachsen des Vegetationskegels, verbessert die Winterhärte und schützt die Kultur gleichzeitig vor frühem Befall durch Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma).

Warum ist der Wirkstoff Metconazol besonders bei kühleren Temperaturen vorteilhaft?

Metconazol besitzt im Vergleich zu einigen anderen Triazolen eine relativ gute Systemik und Wirkung auch bei mäßig kühlen Frühjahrstemperaturen. Das ermöglicht dir einen flexiblen und frühen Behandlungsstart im Getreide, sobald die Vegetation einsetzt und die ersten Infektionen drohen.

Wie integriere ich das Produkt am besten in eine Spritzfolge zur Vermeidung von Resistenzen?

Du solltest das Produkt maximal ein- bis zweimal pro Saison auf derselben Fläche anwenden. Kombiniere es bei nachfolgenden Behandlungen mit Wirkstoffen aus anderen FRAC-Klassen (z. B. SDHIs oder Kontaktfungiziden) und halte dich an die empfohlenen Aufwandmengen, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu minimieren.