Glister Ultra
Glister Ultra von Sinon Corporation ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines sehr breiten Spektrums von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie holzigen Gewächsen. Mit einem Wirkstoffgehalt von 488 g/l Glyphosat bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hocheffiziente Lösung für den Einsatz im Ackerbau, Obstbau, der Forstwirtschaft sowie auf Nichtkulturflächen. Die Formulierung sorgt für eine schnelle Aufnahme über die grünen Pflanzenteile und einen zuverlässigen Transport innerhalb der Kultur oder Zielfläche bis in die Wurzelspitzen.
Das Wirkspektrum umfasst sowohl einjährige als auch ausdauernde Schaderreger wie die Gemeine Quecke, Ampfer-Arten sowie hartnäckige Holzgewächse und Ausfallkulturen. Durch die systemische Wirkung eignet sich das Produkt hervorragend zur Vorsaatbehandlung, zur Stoppelbehandlung nach der Ernte oder zur gezielten Kulturvorbereitung. Es stellt ein unverzichtbares Werkzeug für das moderne Feldhygiene-Management dar, um Problemunkräuter nachhaltig zu kontrollieren.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (ehemals G) und fungiert als Inhibitor des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist ein Schlüsselbestandteil des Shikimatwegs, der ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommt. Durch die Blockade dieses Stoffwechselwegs wird die Biosynthese essenzieller aromatischer Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) unterbrochen, was letztlich zum Absterben der behandelten Schaderreger führt. Da der Wirkstoff systemisch transportiert wird, verteilt er sich nach der Aufnahme über das Laub sowohl akropetal als auch basipetal im gesamten Phloem der Pflanze. Dies garantiert, dass auch unterirdische Überdauerungsorgane wie Rhizome und Wurzeln von mehrjährigen Unkräutern (z. B. Quecken) nachhaltig geschädigt werden, wodurch ein Wiederaustrieb effektiv unterbunden wird.
Resistenzmanagement
Zur Vermeidung von Resistenzbildungen bei den Zielorganismen sollte Glister Ultra stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Wirkstoffklassen sowie mechanische Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Da Glyphosat der HRAC-Gruppe 9 angehört, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei kontinuierlicher Alleinanwendung erhöht; daher sind eine vielseitige Fruchtfolgegestaltung und der gezielte Einsatz von Vorauflauf- und Nachauflaufherbiziden mit unterschiedlichen Wirkmechanismen essenziell.
Mischbarkeit & Tankmischung
Glister Ultra zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besonders auf die Wasserqualität zu achten: Sehr hartes Wasser kann die Wirksamkeit von Glyphosat beeinträchtigen, weshalb in solchen Fällen der Zusatz eines geeigneten Wasserkonditionierers (wie Ammoniumsulfat) empfohlen wird. Die Anwendung sollte auf trockene Bestände erfolgen, wobei eine regenfreie Zeit von mindestens 4 bis 6 Stunden nach der Spritzung gewährleistet sein muss, um eine optimale Wirkstoffaufnahme zu sichern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) zwingend erforderlich. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der Nichtziel-Flora sind die in der BVL-Zulassung definierten Abstandsauflagen und Abschwemmminderungsklassen strikt einzuhalten. Obwohl der Wirkstoff als nicht bienengefährlich eingestuft ist, sollte direkter Kontakt mit blühenden Kulturen und Unkräutern vermieden werden, um die lokale Fauna und nützliche Insekten zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Laubholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Ausfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Gemeine Quecke | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stilllegungsflächen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter, Ampfer-Arten | — | 6 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Gemeine Quecke mit Glister Ultra?
Die Bekämpfung der Gemeinen Quecke ist am erfolgreichsten, wenn die Pflanzen genügend Blattmasse zur Wirkstoffaufnahme gebildet haben. Dies ist meist im Nachernteverfahren auf den Stoppeln der Fall, wenn die Quecke eine Wuchshöhe von etwa 15–20 cm erreicht hat und aktiv wächst, da so der systemische Transport in die Rhizome maximiert wird.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Glister Ultra nach der Applikation?
Für eine optimale Wirkung sind wüchsiges Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C sowie eine ausreichende Luftfeuchtigkeit ideal. Extreme Trockenheit oder Frost verlangsamen den Stoffwechsel der Unkräuter, was die Wirkstoffaufnahme und den Transport im Phloem erheblich einschränken kann.
Warum ist die Wasserqualität bei der Zubereitung der Spritzbrühe so wichtig?
Glyphosat-Moleküle können sich im Spritztank an im Wasser gelöste Calcium- und Magnesiumionen (hartes Wasser) binden. Diese Chelatbildung inaktiviert einen Teil des Wirkstoffs. Die Zugabe von Ammoniumsulfat vor dem Einmischen des Herbizids neutralisiert diese Ionen und sichert die volle biologische Aktivität.
Kann Glister Ultra auch zur Sikkation vor der Ernte eingesetzt werden?
Der Einsatz zur Sikkation unterliegt in Deutschland strengen gesetzlichen Vorgaben des BVL und ist nur in spezifisch zugelassenen Kulturen und unter engen Voraussetzungen (z. B. zur Ermöglichung der Ernte bei starkem Unkrautdurchwuchs) erlaubt. Prüfen Sie stets die aktuellen anwendungsspezifischen Auflagen der Zulassung für die jeweilige Kultur.
Wie lange sollte nach der Anwendung mit der Bodenbearbeitung gewartet werden?
Um sicherzustellen, dass der Wirkstoff vollständig in die Wurzeln und Rhizome der Schaderreger transportiert wurde, sollte nach der Behandlung gegen einjährige Unkräuter mindestens 3 bis 5 Tage und gegen ausdauernde Unkräuter wie Quecken mindestens 7 bis 10 Tage mit jeglicher Bodenbearbeitung (Pflügen, Grubbern) gewartet werden.