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Sonstige · Gowan Crop Protection Limited

Grifon SC

BVL Zul.-Nr. 028972-00

Grifon SC ist ein hochmodernes, flüssiges Fungizid- und Bakterizid-Konzentrat (Suspensionskonzentrat, SC), das auf einer intelligenten Kombination aus zwei bewährten Kupferquellen basiert: Kupferhydroxid und Kupferoxychlorid. Diese duale Kupferformulierung vereint die schnelle Anfangswirkung des Hydroxids mit der hervorragenden Dauerwirkung und Regenbeständigkeit des Oxychlorids. Dadurch bietet das Pflanzenschutzmittel einen lückenlosen Schutzfilm auf den behandelten Pflanzenteilen und etabliert sich als verlässlicher Standard im integrierten sowie im ökologischen Anbau.

Das breite Wirkungsspektrum von Grifon SC erstreckt sich über zahlreiche wirtschaftlich bedeutende Kulturen wie Weinreben, Kartoffeln, Hopfen, Kern- und Steinobst sowie Sonderkulturen. Es bekämpft effektiv ein breites Spektrum von Schaderregern, darunter Falsche Mehltaupilze (wie Plasmopara viticola und Pseudoperonospora humuli), die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans), bakterielle Erreger wie den Feuerbrand (Erwinia amylovora) sowie wichtige Pilzkrankheiten wie die Kräuselkrankheit, Schorf und Monilinia-Arten.

Wirkstoffe

Kupferhydroxid
208.26 g/L · Wirkstoff
Kupferoxychlorid
229.79 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Grifon SC basiert auf den enthaltenen Kupfer-Ionen, die der FRAC-Gruppe M01 (anorganische Multikontakt-Fungizide) zugeordnet werden. Nach der Anwendung und dem Antrocknen des Spritzbelags werden bei Feuchtigkeit kontinuierlich positiv geladene Kupfer-Ionen freigesetzt. Diese Ionen werden von den Sporen und Keimschläuchen der Schaderreger passiv aufgenommen. Im Inneren der Erregerzellen entfalten die Kupfer-Ionen eine unspezifische, multilokale (Multi-Site) Wirkung. Sie binden an Sulfhydryl- und andere funktionelle Gruppen von Proteinen und Enzymen, was zu deren Denaturierung führt. Zudem stören sie die Zellwandpermeabilität und blockieren wichtige Atmungsprozesse der Schadpilze und Bakterien. Da dieser biochemische Eingriff an vielen Stellen gleichzeitig erfolgt, wird das Keimen der Sporen und das Eindringen in das Gewebe der Kultur effektiv verhindert.

Resistenzmanagement

Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe M01) ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung gegen Grifon SC bei den Zielorganismen als äußerst gering einzustufen. Seit Jahrzehnten zeigt Kupfer eine unverändert hohe biologische Wirksamkeit. Das Pflanzenschutzmittel eignet sich daher hervorragend als Baustein in Deinem Antiresistenzmanagement. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit systemischen Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen kannst du die Selektion resistenter Stämme dieser Wirkstoffe wirksam verzögern und die Lebensdauer moderner Einort-Präparate in Deiner Spritzfolge sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Grifon SC zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Insektiziden und Fungiziden aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch unbedingt den pH-Wert der Spritzbrühe im Auge behalten. Vermeide extrem saure Mischungspartner oder pH-Regulatoren, die den pH-Wert unter 6,0 senken, da dies zu einer schlagartigen Freisetzung löslicher Kupfer-Ionen führen kann, was das Risiko von Phytotoxizität (insbesondere an empfindlichem Laub oder jungen Früchten) drastisch erhöht. Führe im Zweifel vor der großflächigen Anwendung immer einen kleinen Mischungs- und Verträglichkeitstest durch.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Grifon SC steht der Schutz von Anwender und Umwelt an erster Stelle. Trage bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und Schutzhandschuhen. Da Kupferverbindungen im Boden stabil sind und sich in Gewässern anreichern können, ist eine abdriftmindernde Düsentechnik zu wählen, um den Eintrag in angrenzende Biotope und Oberflächengewässer zu minimieren. Zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten solltest du Behandlungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; verlege die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckerrübeCercospora beticola39–493.6 LITER_PER_HECTARE14T
PfirsichMonilinia55–911.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
QuitteFeuerbrand (Erwinia amylovora)3–591 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
PflaumeKräuselkrankheit (Taphrina deformans), Narrentaschenkrankheit (Taphrina pruni)55–911.33 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
KartoffelPhytophthora infestans3.1 LITER_PER_HECTARE7T
SüßkirscheMonilinia55–911.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
PflaumeMonilinia55–911.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
ZierpflanzenGloeosporium, Echte Mehltaupilze, Rost (Puccinia allii)2.8 LITER_PER_HECTARE
AprikoseMonilinia55–911.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
ApfelFeuerbrand (Erwinia amylovora)3–591 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
BirneFeuerbrand (Erwinia amylovora)3–591 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
HopfenFalscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli)3.31 LITER_PER_HECTARE14T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.65 LITER_PER_HECTARE21T
SauerkirscheMonilinia55–911.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
PfirsichKräuselkrankheit (Taphrina deformans), Narrentaschenkrankheit (Taphrina pruni)55–911.33 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Grifon SC?

Da Grifon SC ein reines Kontaktfungizid ist, musst du es zwingend präventiv – also vor einer Infektion – einsetzen. Achte darauf, dass der Spritzbelag vor dem nächsten Regenereignis vollständig angetrocknet ist, damit sich die schützende Kupferschicht stabil auf den Blättern etablieren kann.

Warum kombiniert Grifon SC Kupferhydroxid und Kupferoxychlorid?

Diese Kombination nutzt die physikalisch-chemischen Vorteile beider Formen: Kupferhydroxid löst sich schneller und sorgt für eine sofortige, starke Wirkung gegen vorhandene Sporen. Kupferoxychlorid hingegen ist schwerer löslich, haftet extrem gut auf der Pflanzenoberfläche und sorgt für eine langanhaltende Depotwirkung, selbst bei wechselhafter Witterung.

Kann ich Grifon SC auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr anwenden?

Ja, die Wirkung von Kupfer ist weitgehend temperaturunabhängig. Das macht das Pflanzenschutzmittel besonders wertvoll für frühe Behandlungen ab dem BBCH-Stadium 3, beispielsweise zur Bekämpfung der Kräuselkrankheit an Pfirsichen oder zur Absicherung gegen den frühen Austrieb von Schorf und Pseudomonas.

Was muss ich bezüglich der Phytotoxizität bei empfindlichen Kulturen beachten?

Einige Kulturen oder Sorten reagieren in bestimmten Entwicklungsstadien empfindlich auf freie Kupfer-Ionen. Vermeide Anwendungen unter extrem langsam trocknenden Bedingungen (wie anhaltendem Nebel oder hoher Luftfeuchtigkeit) und mische das Produkt nicht mit stark sauren Komponenten, um Blattschäden oder Berostungen an Früchten zu verhindern.

Wie integriere ich Grifon SC am besten in ein nachhaltiges Spritzprogramm?

Nutze das Produkt vor allem in Phasen mit hohem Infektionsdruck als protektiven Partner. Durch seine Einstufung in die FRAC-Gruppe M01 hilft es dir aktiv dabei, die Wirksamkeit Deiner systemischen Fungizide zu schützen, indem du es im Wechsel einsetzt oder als Mischungspartner zur Absicherung nutzt.

Wie verhält sich das Produkt bei starkem Neuzuwachs der Kultur?

Als reines Kontaktmittel schützt Grifon SC nur die Pflanzenteile, die bei der Spritzung direkt getroffen wurden. Bei starkem Triebwachstum oder nach intensiven Niederschlägen musst du die Behandlung in den zugelassenen Abständen wiederholen, um auch den Neuzuwachs lückenlos vor Schaderregern zu schützen.