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OTHER · BASF SE

GROZON

BVL Zul.-Nr. 024487-74

GROZON ist ein vielseitiges Pflanzenschutzmittel von BASF, das sowohl als Fungizid als auch als Wachstumsregulator in verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen eingesetzt wird. Durch den bewährten Wirkstoff Metconazol bietet das Produkt einen breiten Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger in Getreide und Raps. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung und sorgt für eine schnelle Aufnahme des Wirkstoffs durch die Pflanzenteile.

Im Getreidebau (wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale) schützt GROZON effektiv vor ertragsmindernden Pilzkrankheiten wie Septoria-Arten, Rostpilzen und echtem Mehltau. Im Rapsanbau kombiniert das Mittel seine fungizide Wirkung gegen Krankheiten wie die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) sowie Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) mit einer gezielten einkürzenden Wirkung (Stauchen), die die Standfestigkeit der Kultur im Herbst und Frühjahr maßgeblich verbessert.

Wirkstoffe

Metconazol
60 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in GROZON enthaltene Wirkstoff Metconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Die biochemische Wirkung beruht auf der Hemmung der C14-Demethylase in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Ohne Ergosterol können die Erreger keine funktionsfähigen Zellmembranen aufbauen, was das Wachstum des Pilzmyzels stoppt und die Ausbreitung der Infektion effektiv verhindert. Zusätzlich greift Metconazol in den Phytohormonhaushalt der Kultur ein, indem es die Biosynthese von Gibberellinen hemmt. Dies führt zu einem kompakteren Wuchs, einer verstärkten Wurzelbildung und einer verbesserten Standfestigkeit, insbesondere bei Raps. Diese duale Wirkung macht das Pflanzenschutzmittel zu einem wertvollen Werkzeug im modernen Pflanzenbau.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen den Wirkstoff Metconazol (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, sollte GROZON stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie eingesetzt werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden oder Strobilurinen) innerhalb der Spritzfolge. Zudem wird empfohlen, die maximal zulässige Anzahl an Anwendungen pro Saison nicht zu überschreiten und stets die vollen, auf den Befallsdruck abgestimmten Aufwandmengen zu nutzen, um die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

GROZON zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Pflanzenschutzmitteln aus, darunter viele Herbizide, Insektizide und Blattdünger. Bei Tankmischungen ist auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen der Spritze zu achten, wobei feste Formulierungen vor flüssigen Komponenten wie GROZON gelöst werden sollten. Die Zugabe von Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter extremen Witterungsbedingungen optimieren. Es wird empfohlen, vor großflächigen Anwendungen eine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchzuführen und die Spritzbrühe stets zügig auszubringen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit GROZON ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid festgelegten Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen) strikt einzuhalten. Das Produkt ist als bienenungefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Nützlingen und der Umwelt stets verantwortungsvoll und unter Vermeidung von Abdrift auf angrenzende Flächen appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZierpflanzenStauchen1.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenStauchen2 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit39–591.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBlatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von GROZON im Raps zur Wachstumsregulierung?

Im Herbst liegt der Fokus auf der Vermeidung des Überwachsens der Bestände vor dem Winter (BBCH-Stadium 14 bis 16), um die Winterhärte zu verbessern. Im Frühjahr erfolgt die Anwendung zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadium 30 bis 39), um die Standfestigkeit zu erhöhen und das Risiko von Lager zu minimieren, während gleichzeitig früher Befall mit Phoma kontrolliert wird.

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von GROZON bei der Applikation?

Da Metconazol systemisch in der Kultur transportiert wird, ist eine aktive Stoffwechselaktivität der Pflanzen erforderlich. Die besten Ergebnisse werden bei Temperaturen ab 8 bis 10 °C erzielt. Bei Frostgefahr oder extremen Hitzeperioden sollte von einer Behandlung abgesehen werden, um Stresssymptome an den Kulturen zu vermeiden.

Kann GROZON auch in Tankmischung mit Wachstumsreglern im Getreide eingesetzt werden?

Ja, eine Mischung mit klassischen Halmverkürzern (z. B. auf Basis von Chlormequat-Chlorid oder Trinexapac-ethyl) ist im Getreide möglich. Da Metconazol selbst eine leicht einkürzende Nebenwirkung besitzt, sollte die Aufwandmenge des reinen Wachstumsreglers in der Mischung gegebenenfalls angepasst werden, um ein zu starkes Einkürzen zu verhindern.

Welche Rolle spielt GROZON bei der Bekämpfung von Ährenfusarium im Weizen?

Für eine optimale Wirkung gegen Fusarium-Arten muss die Anwendung gezielt in die Blüte (BBCH-Stadium 61 bis 65) gelegt werden. Eine Behandlung schützt nicht nur den Ertrag, sondern reduziert auch signifikant die Belastung des Ernteguts mit Mykotoxinen (wie DON), was besonders bei Konsum- und Braugetreide von hoher Bedeutung ist.

Wie verhält sich das Produkt bezüglich der Regenfestigkeit nach der Anwendung?

Dank der modernen Formulierung dringt der Wirkstoff Metconazol sehr rasch in die Wachsschicht der Blätter ein. In der Regel ist GROZON bereits etwa ein bis zwei Stunden nach der Applikation regenfest, sodass auch unbeständige Witterungsphasen die biologische Wirksamkeit kaum beeinträchtigen.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger?

Nutzen Sie die integrierte Suchfunktion auf agronomy.farmable.tech, indem Sie den gewünschten Schaderreger (z. B. Septoria tritici) oder die Kultur auswählen. Das System filtert automatisch alle in Deutschland (BVL) registrierten Produkte und zeigt Ihnen detaillierte Anwendungsvorgaben sowie Wirkstoffalternativen für Ihr Resistenzmanagement an.