Hutton Pro
Hutton Pro ist ein leistungsstarkes, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide, Raps und Mais. Durch die Kombination zweier bewährter azolbasierter Wirkstoffe bietet das flüssige Konzentrat sowohl vorbeugende (protektive) als auch heilende (kurative) Eigenschaften. Es hat sich im Markt als verlässlicher Baustein für den integrierten Pflanzenschutz etabliert, der die Vitalität der Kulturen sichert und Ertragsverluste minimiert.
Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Septoria-Arten, Roste, Netzflecken sowie Fusarium-Arten im Getreide und Sclerotinia im Raps. Darüber hinaus unterstützt das Pflanzenschutzmittel die Minderung nichtparasitärer Blattflecken, was zur Erhaltung der grünen Blattfläche beiträgt. Dank der ausgewogenen Formulierung verteilt sich der Wirkstoff schnell in der Kultur und bietet einen langanhaltenden Schutz vor Neuinfektionen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die in Hutton Pro enthaltenen Wirkstoffe Prothioconazol und Tebuconazol gehören zur chemischen Klasse der Triazole bzw. Triazolinthione und sind in die FRAC-Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Sie greifen gezielt in die Sterolbiosynthese der Pilzzellen ein, indem sie das Enzym C14-Demethylase hemmen. Dies führt zu einem Mangel an Ergosterol, einem essenziellen Baustein für den Aufbau und die Funktion der pilzlichen Zellmembranen. Ohne intakte Zellmembranen können die Schaderreger keine stabilen Hyphen oder Keimschläuche ausbilden, was das Myzelwachstum stoppt und den Erreger letztlich absterben lässt. Die Kombination beider Wirkstoffe sorgt für eine schnelle Aufnahme über die Blätter und eine systemische Verteilung in der Kultur (akropetaler Transport), wodurch auch neuer Zuwachs effektiv geschützt wird.
Resistenzmanagement
Da beide Wirkstoffe der FRAC-Gruppe 3 angehören, besteht ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Pilzstämme, insbesondere bei wiederholter Anwendung. Um die Wirksamkeit von Hutton Pro langfristig zu sichern, solltest du das Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden oder Strobilurinen) in der Spritzfolge sowie die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen. Vermeide Solo-Anwendungen bei hohem Befallsdruck und nutze Mischungspartner mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Hutton Pro zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser füllen, die Produkte einzeln unter ständigem Rühren hinzugeben und Hutton Pro idealerweise als eine der ersten Komponenten einmischen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (pH-Wert im leicht sauren bis neutralen Bereich) und vermeide extreme Spritzfenster bei praller Sonne oder Frostgefahr, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Hutton Pro ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind Abdriften auf angrenzende Flächen oder Oberflächengewässer strikt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Minderung nichtparasitärer Blattflecken | 37–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Fusarium-Arten | 33–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Sclerotinia sclerotiorum | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten im Getreide?
Um Fusarium-Arten effektiv zu bekämpfen, solltest du die Behandlung gezielt während der Blüte (BBCH 61 bis 65) durchführen. Eine Infektion erfolgt meist bei feucht-warmer Witterung während der Blüte, weshalb eine protektive Anwendung in diesem engen Zeitfenster den besten Schutz für die Ähre bietet.
Wie unterstützt Hutton Pro die Minderung nichtparasitärer Blattflecken?
Nichtparasitäre Blattflecken entstehen oft durch physiologischen Stress, wie starke UV-Strahlung oder extreme Temperaturschwankungen. Die physiologischen Effekte der Wirkstoffkombination stärken die Stresstoleranz der Kultur, stabilisieren das Chlorophyll und helfen so, das Entstehen dieser Flecken deutlich zu minimieren.
Kann ich Hutton Pro auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?
Ja, eine Anwendung ist bereits ab dem Schossen (BBCH 25) möglich. Allerdings benötigen systemische Azole für eine optimale Aufnahme und Verteilung in der Kultur aktive Stoffwechselprozesse. Du solltest daher auf Temperaturen von dauerhaft über 8 bis 10 °C achten und Frostnächte direkt nach der Spritzung vermeiden.
Warum ist die Kombination aus Prothioconazol und Tebuconazol vorteilhafter als ein Solo-Wirkstoff?
Die beiden Wirkstoffe ergänzen sich perfekt in ihrer Dynamik: Tebuconazol sorgt für eine extrem schnelle Anfangswirkung (Knock-down-Effekt) gegen bereits vorhandene Infektionen, während Prothioconazol eine hervorragende Dauerwirkung und eine breitere systemische Verteilung garantiert. Dies gibt dir maximale Flexibilität bei wechselndem Befallsdruck.
Wie verhalte ich mich, wenn kurz nach der Anwendung Regen angekündigt ist?
Hutton Pro ist dank seiner modernen Formulierung rasch regenfest. Dennoch solltest du darauf achten, dass nach der Applikation mindestens 1 bis 2 Stunden Trockenzeit verbleiben, damit die Wirkstoffe vollständig in die Wachsschicht der Blätter eindringen können und nicht abgewaschen werden.
Wie finde ich heraus, ob Hutton Pro für meine spezifische Kultur im Hub registriert ist?
Du kannst auf agronomy.farmable.tech direkt nach deiner Kultur (z. B. Weichweizen oder Raps) filtern. Dort siehst du sofort alle für diese Kultur zugelassenen Anwendungen, die passenden BBCH-Stadien sowie die zugelassenen Aufwandmengen auf einen Blick.