Hutton Pro
Hutton Pro ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten. Formuliert als flüssiges Konzentrat, kombiniert dieses Fungizid zwei bewährte Wirkstoffe aus der Klasse der Triazole, um einen lückenlosen Schutz in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide, Mais und Raps zu gewährleisten. Durch seine hervorragende systemische Verteilung schützt das Produkt sowohl behandelte Pflanzenteile als auch den Neuzuwachs zuverlässig vor Infektionen.
Das breite Wirkungsspektrum erstreckt sich über kritische Schaderreger wie Rostpilze (Braun-, Gelb- und Zwergrost), Blattfleckenkrankheiten (darunter Septoria-Arten, Netzflecken und Rhynchosporium) sowie ertragsmindernde Ährenfusariosen. Darüber hinaus leistet das Produkt einen wertvollen Beitrag zur Vitalisierung der Bestände, indem es die Minderung nichtparasitärer Blattflecken unterstützt und somit die photosynthetische Leistungsfähigkeit der Kulturen auch unter Stressbedingungen aufrechterhält.
Dank des flexiblen Anwendungsfensters vom späten Bestockungsstadium bis zum Ende der Blüte (BBCH 25–69) lässt sich Hutton Pro optimal in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es bietet Landwirten eine verlässliche Basis, um Ertragspotenziale abzusichern und die geforderte Erntequalität zu erzielen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Wirksamkeit von Hutton Pro basiert auf der synergistischen Kombination der beiden systemischen Wirkstoffe Prothioconazol und Tebuconazol. Beide Substanzen gehören zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3) und wirken als Demethylierungs-Inhibitoren (DMI) in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Sie blockieren gezielt das Enzym C14-Demethylase, was die Synthese von Ergosterol – einem essenziellen Baustein der pilzlichen Zellmembran – unterbindet. Dies führt zu strukturellen und funktionellen Membranschäden und stoppt das Wachstum des Pilzmyzels rasch. Während Tebuconazol sich durch eine besonders schnelle Anfangswirkung (Knock-down-Effekt) auszeichnet und bereits vorhandene, latente Infektionen kurativ bekämpft, sorgt Prothioconazol für eine langanhaltende protektive Schutzwirkung. Nach der Aufnahme verteilt sich das Wirkstoffduo akropetal in der Kultur, wodurch auch neu gebildete Blätter kontinuierlich vor dem Eindringen der Schaderreger geschützt werden.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen, insbesondere bei hochriskanten Schaderregern wie Septoria tritici, nachhaltig vorzubeugen, muss Hutton Pro im Rahmen eines integrierten Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Da beide Wirkstoffe der FRAC-Gruppe 3 angehören, sollte die Anzahl der Behandlungen pro Saison begrenzt und das Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie SDHIs/FRAC-Gruppe 7 oder Strobilurinen/FRAC-Gruppe 11) angewendet werden. Zudem empfiehlt sich bei hohem Befallsdruck die Kombination mit kontaktwirksamen Mischungspartnern, um den Selektionsdruck auf die Erregerpopulationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Hutton Pro zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit einer Vielzahl marktüblicher Pflanzenschutzmittel, Wachstumsregler und Blattdünger aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist der Spritztank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser zu füllen, bevor Hutton Pro unter ständigem Rühren hinzugegeben wird; erst danach sollten weitere Mischungspartner beigemischt werden. Für eine optimale Benetzung der Kultur und eine gleichmäßige Wirkstoffverteilung wird eine Wasseraufwandmenge von 150–300 l/ha empfohlen, wobei extreme Witterungsbedingungen wie pralle Sonne oder Temperaturen über 25 °C während der Applikation zu vermeiden sind.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Hutton Pro sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz und zur Ecotox-Vorsorge strikt einzuhalten. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Handhabung des Konzentrats) ist obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die vom BVL festgelegten Abstandsauflagen und driftmindernden Düsenklassen einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der Einsatz zum Schutz von Bestäubern nicht in den aktiven Bienenflug hinein erfolgen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Minderung nichtparasitärer Blattflecken | 37–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Fusarium-Arten | 33–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Sclerotinia sclerotiorum | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 25–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Ährenfusarium in Weizen?
Der beste Schutz gegen Fusarium-Arten wird durch eine gezielte Behandlung während der Blüte (BBCH 59 bis 65) erzielt. Die Anwendung sollte idealerweise protektiv erfolgen, spätestens jedoch zwei Tage nach einem infektionsfördernden Niederschlagsereignis während der Blühphase.
Wie unterstützt Hutton Pro die Kultur bei physiologischem Stress?
Neben der fungiziden Wirkung mindert die Kombination aus Prothioconazol und Tebuconazol das Auftreten nichtparasitärer Blattflecken. Diese Flecken entstehen oft durch oxidativen Stress (z. B. starke UV-Strahlung nach kühlen Phasen); das Pflanzenschutzmittel hilft der Kultur, die grüne Blattfläche und damit die Assimilationsleistung länger aufrechtzuerhalten.
Kann Hutton Pro mit Wachstumsreglern gemischt werden?
Ja, die Mischbarkeit mit gängigen Wachstumsreglern ist in der Regel sehr gut. Beachten Sie jedoch, dass Triazole die einkürzende Wirkung von Wachstumsreglern (z. B. auf Basis von Trinexapac-ethyl) verstärken können. Passen Sie die Aufwandmengen der Mischungspartner daher an die jeweilige Witterung und den Zustand der Kultur an.
Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Applikation von Hutton Pro?
Die chemische Stabilität und biologische Wirksamkeit der Wirkstoffe Prothioconazol und Tebuconazol werden durch die Wasserhärte nicht negativ beeinflusst. Dennoch sichert die Verwendung von sauberem, pH-neutralem Spritzwasser eine optimale physikalische Stabilität der Spritzbrühe in der Tankmischung.
Wie lässt sich Hutton Pro im Raps gegen Sclerotinia einsetzen?
In Raps (BRSNN) wird Hutton Pro zur Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) eingesetzt. Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt in der Vollblüte (BBCH 65), da hierbei die herabfallenden Blütenblätter, welche als Nährboden für die Pilzsporen dienen, optimal mit dem Wirkstoffbelag geschützt werden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger?
Nutzen Sie die Such- und Filtersysteme auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach der gewünschten Kultur (z. B. Weichweizen) und dem spezifischen Schaderreger (z. B. Septoria tritici) filtern, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.