Initial Pro
Initial Pro ist ein leistungsstarkes, flüssiges Fungizid von Corteva Agriscience, das speziell für den breiten Schutz von Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier hochwirksamer Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl präventiven als auch kurativen Schutz gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten. Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche und eine schnelle Regenfestigkeit aus.
Das Anwendungsspektrum umfasst die wichtigsten Blatt- und Ährenkrankheiten im Getreidebau. Dazu gehören unter anderem Echter Mehltau, Septoria-Arten, Netzflecken, verschiedene Rostpilze (wie Gelb- und Braunrost) sowie die Halmbruchkrankheit und Fusarium-Arten. Dank dieser Vielseitigkeit lässt sich Initial Pro flexibel in verschiedenen Wachstumsstadien der Kulturen einsetzen, um das Ertragspotenzial und die Kornqualität abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Wirkung von Initial Pro beruht auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur Gruppe der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3) und fungiert als Demethylierungs-Inhibitor (DMI). Er blockiert die C14-Demethylase in der Sterol-Biosynthese der Pilze, was die Zellmembranbildung der Schaderreger stört und das Myzelwachstum effektiv stoppt. Dies verleiht dem Produkt starke kurative und protektive Eigenschaften. Ergänzt wird dies durch Proquinazid (FRAC-Gruppe 13), das sich durch eine ausgeprägte Dampfphase (Gasphase) auszeichnet. Proquinazid greift in die Signalübertragung der Pilzzellen ein und verhindert die Keimung der Sporen sowie die Ausbildung von Appressorien (Haftorganen). Durch diesen präventiven Schutz und die gleichmäßige Verteilung über die Gasphase werden auch unbehandelte oder neu zuwachsende Pflanzenteile vor allem gegen Echten Mehltau geschützt.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber den enthaltenen Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppen 3 und 13) zu minimieren, solltest du Initial Pro stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Anwendungen dieses Mittels oder anderer Produkte mit demselben Wirkungsmechanismus in derselben Saison. Nutze stattdessen gezielte Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise Carboxamiden (SDHI) oder Strobilurinen, um die Sensitivität der Schaderreger-Populationen langfristig zu erhalten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Initial Pro ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern, die für den Einsatz im Getreide registriert sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und eine gleichmäßige Benetzung der Kulturen. Die Zugabe von speziellen Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extremen Witterungsbedingungen die Benetzung optimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Initial Pro ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bieneneinstufung in den Zulassungsdaten vorliegt, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterroggen | Rhynchosporium secalis | 30–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Fusarium-Arten | 61–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 30–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita f. sp. tritici) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommertriticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Initial Pro gegen Halmbruchkrankheit?
Die Bekämpfung der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) sollte idealerweise frühzeitig im Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadien 30 bis 32) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt kann das Pflanzenschutzmittel die Infektion an der Halmbasis am effektivsten stoppen, bevor das Gewebe dauerhaft geschädigt wird.
Wie nutzt Initial Pro die sogenannte Dampfphase aus?
Der Wirkstoff Proquinazid besitzt eine hohe Volatilität. Nach der Spritzung verteilt er sich als Gasphase im Pflanzenbestand. Dadurch werden auch Blatteile und Neuzuwachs, die nicht direkt von der Spritzbrühe getroffen wurden, kontinuierlich vor Neuinfektionen – insbesondere durch Echten Mehltau – geschützt.
Kann ich Initial Pro auch noch in der späten Wachstumsphase des Getreides anwenden?
Ja, das Produkt ist bis zum Ende der Blüte (BBCH 65) zugelassen. Eine späte Anwendung ist besonders dann sinnvoll, wenn du die oberen Blätter (Fahnenblatt) und die Ähren vor Spätinfektionen wie Rostpilzen, Septoria oder Fusarium-Arten schützen möchtest, um die Kornfüllungsphase abzusichern.
Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Ausbringung von Initial Pro?
Für eine optimale Wirkung solltest du sauberes, pH-neutrales bis leicht saures Spritzwasser verwenden. Extrem hartes Wasser oder ein hoher pH-Wert können die Stabilität der Wirkstoffe in der Spritzbrühe beeinträchtigen. Bereite die Spritzbrühe immer frisch zu und bringe sie zügig aus.
Wie integriere ich Initial Pro am besten in mein Antiresistenzmanagement?
Da Initial Pro Wirkstoffe aus den FRAC-Gruppen 3 und 13 enthält, solltest du in der Spritzfolge vor oder nach der Anwendung Produkte mit anderen Wirkmechanismen einsetzen. Ideal sind Kombinationen oder Wechsel mit SDHI-Fungiziden (Carboxamiden) oder Multisite-Inhibitoren, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger zu minimieren.
Wie verhält sich das Produkt bei unbeständigem Wetter nach der Applikation?
Dank der modernen Formulierung dringen die Wirkstoffe schnell in die Wachsschicht der Blätter ein. Initial Pro ist bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest. Dennoch solltest du die Anwendung nicht unmittelbar vor absehbaren Starkregenereignissen durchführen, um eine optimale Wirkstoffaufnahme zu garantieren.