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Sonstiger Schaderreger

Sommertriticale

triticale (spring)
TTLSO

Sommertriticale (wissenschaftlich als triticale (spring) klassifiziert, EPPO-Code: TTLSO) ist eine bewährte Kreuzung aus Weizen und Roggen, die speziell für den Frühjahrssaat-Anbau gezüchtet wurde. Als Sommerung bietet diese Kultur eine hervorragende Flexibilität in der Fruchtfolgegestaltung, insbesondere nach spät räumenden Vorfrüchten wie Zuckerrüben oder Körnermais, oder wenn winterannuelle Bestände durch Auswinterung geschädigt wurden. Sie vereint die Standorttoleranz und Genügsamkeit des Roggens mit der Kornqualität und dem Ertragspotenzial des Weizens.

Im Vergleich zu Wintertriticale weist die Sommerform eine kürzere Vegetationszeit auf, was eine effiziente Ausnutzung der Frühjahrsfeuchtigkeit erfordert. Die Kultur zeichnet sich durch eine rasche Jugendentwicklung aus und stellt geringere Ansprüche an den Boden als Sommerweizen. Sie eignet sich hervorragend als Futtergetreide mit hohen Lysingehalten sowie für die Biogasproduktion, wobei sie auch auf leichteren, sandigen Standorten stabile Erträge liefert.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Anfang März bis Mitte April
Erntefenster
August
Reihenabstand
12–15 cm
Typischer Ertrag
4,5–6,5 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1650 °C
Boden-pH
5,5–6,8

Bodenmanagement

Sommertriticale stellt moderate Ansprüche an den Boden, profitiert jedoch erheblich von einer sorgfältigen Saatbettbereitung im frühen Frühjahr. Um eine gleichmäßige Keimung zu gewährleisten, ist ein abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett mit gutem Bodenschluss erforderlich, da die Kultur empfindlich auf unzureichenden Bodenkontakt reagiert. Eine gezielte Grunddüngung mit Phosphor und Kalium sollte basierend auf aktuellen Bodenanalysen erfolgen, wobei die Stickstoffgabe meist geteilt in eine Startgabe zur Saat und eine Folgedüngung zum Schossen (BBCH 30–32) ausgebracht wird. Auf leichteren Standorten ist auf eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen wie Mangan und Kupfer zu achten, um die Standfestigkeit und den Kornansatz zu sichern. Eine Kalkung zur Stabilisierung des pH-Werts im schwach sauren bis neutralen Bereich fördert die Nährstoffverfügbarkeit und die biologische Aktivität des Bodens nachhaltig.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz bei Sommertriticale konzentriert sich primär auf die Gesunderhaltung des Blattapparates und die Unkrautregulierung in der frühen Entwicklungsphase. Da die Kultur im Frühjahr rasch aufläuft, ist eine frühzeitige mechanische oder chemische Regulierung von Leitunkräutern wie der Geruchlosen Kamille und Hederich entscheidend, um Ertragskonkurrenz zu vermeiden. Zu den relevanten pilzlichen Schaderregern gehört die Rhynchosporium-Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis), deren Befall vor allem bei feucht-kühler Witterung im Schossen überwacht werden muss. Ein gezielter Einsatz von zugelassenen Fungiziden erfolgt schadschwellenorientiert zwischen den BBCH-Stadien 32 und 59, um die oberen Blattetagen und die Ähre zu schützen. Durch eine weite Fruchtfolge und die Auswahl widerstandsfähiger Sorten lässt sich der chemische Pflanzenschutzaufwand in dieser Kultur auf ein Minimum reduzieren.

Sorten

Dublet

mittelspät

Sehr hohes und stabiles Ertragspotenzial sowohl im Korn- als auch im Strohertrag.

Resistent gegen: Mehltau, Gelbrost

Anfällig für: Rhynchosporium, Braunrost

Eine der bewährtesten und anbaustärksten Sorten in Deutschland mit hervorragender Allround-Eignung.

Somtri

mittelfrüh

Gute, ertragssichere Sorte mit hoher Ertragsstabilität auch auf trockeneren Standorten.

Resistent gegen: Mehltau, Lagerung

Anfällig für: Braunrost, Mutterkorn

Sehr standfeste Sorte, die sich besonders für die Verfütterung und den Anbau auf leichteren Böden eignet.

Mamut

mittel

Spitzenerträge in der Kornleistung bei gleichzeitig hoher Tausendkornmasse.

Resistent gegen: Rhynchosporium, Gelbrost

Anfällig für: Mehltau

Frohwüchsige Sorte mit exzellenter Jugendentwicklung, ideal für späte Aussaattermine.

Hugo

mittelspät

Hohe Kornerträge mit überdurchschnittlichem Rohproteingehalt.

Resistent gegen: Mehltau, Rhynchosporium

Anfällig für: Lagerung

Besonders geeignet für die hofeigene Futtermischung aufgrund der vorteilhaften Aminosäurezusammensetzung.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Herbizidbehandlung gegen Kamille-Arten in Sommertriticale?

Die Regulierung von Schaderregern wie der Geruchlosen Kamille (Tripleurospermum inodorum) sollte idealerweise früh im Nachauflauf zwischen den BBCH-Stadien 13 und 29 erfolgen. In diesem Zeitraum sind die Unkräuter noch klein und empfindlich, wodurch die Aufwandmenge der Pflanzenschutzmittel optimiert und die Kulturverträglichkeit maximiert werden kann.

Wie unterscheidet sich die Stickstoffdüngung von Sommertriticale im Vergleich zur Winterform?

Aufgrund der deutlich kürzeren Vegetationszeit benötigt Sommertriticale eine raschere Nährstoffverfügbarkeit. Die Stickstoffdüngung wird meist auf nur zwei Gaben aufgeteilt: Etwa 60 % der Gesamtmenge werden direkt zur Saat als Startgabe verabreicht, um die Bestockung zu fördern, während die restlichen 40 % zum Schossen (BBCH 30–32) ausgebracht werden, um die Kornfüllung zu sichern.

Welche Rolle spielt Rhynchosporium secalis bei Sommertriticale und wie wird es überwacht?

Rhynchosporium secalis ist ein bedeutender pilzlicher Schaderreger, der graublaue, umrandete Blattflecken verursacht. Die Überwachung beginnt ab BBCH 31, insbesondere bei anhaltend feucht-kühler Witterung im Frühjahr. Eine Fungizidbehandlung ist wirtschaftlich sinnvoll, wenn auf den oberen drei voll entwickelten Blättern bei mehr als 10 % der Pflanzen Symptome sichtbar werden.

Kann Sommertriticale als Zweitfrucht nach einer Winterung angebaut werden?

Ja, Sommertriticale eignet sich hervorragend als Zweitfrucht oder zur späten Frühjahrsaussaat nach dem Umbruch ausgewinterter Kulturen. Aufgrund ihrer raschen Jugendentwicklung und der im Vergleich zu Sommerweizen geringeren Ansprüche an die Keimtemperaturen kann sie bereits bei Bodentemperaturen ab 2–3 °C gesät werden.

Wie finde ich im Agronomie-Hub zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Hederich in Sommertriticale?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Hub und filtern Sie nach der Kultur 'Sommertriticale' sowie dem Schaderreger 'Raphanus raphanistrum' (Hederich). Das System listet Ihnen alle aktuell in Deutschland zugelassenen Herbizide inklusive der spezifischen Aufwandmengen, Anwendungsbestimmungen und einzuhaltenden Wartezeiten auf.

Welchen Einfluss hat das BBCH-Stadium auf den Einsatz von Wachstumsreglern?

Der Einsatz von Wachstumsreglern zur Einkürzung und Halmstabilisierung muss streng terminisiert zwischen BBCH 31 (Einknotenstadium) und BBCH 37 (Erscheinen des letzten Blattes) erfolgen. Spätere Anwendungen bergen das Risiko von Ährensteckenbleibern und Ertragseinbußen, weshalb die genaue Bonitur des BBCH-Stadiums unerlässlich ist.