InnoProtect Antarktis
InnoProtect Antarktis von ADAMA ist ein hochwirksames Herbizid zur gezielten Bekämpfung einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter im Getreidebau. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, vereint dieses Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Wirkungsspektrum im Nachauflauf abzusichern. Es ist speziell für den Einsatz in wichtigen Winter- und Sommergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale sowie Sommergerste, Sommerweichweizen und Hafer registriert.
Die Stärke des Produkts liegt in der Kombination zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen, die sowohl über das Blatt als auch mit einer leichten Bodenwirkung auflaufende Unkräuter erfassen. Dadurch eignet sich InnoProtect Antarktis hervorragend für die Unkrautbekämpfung im zeitigen Frühjahr, wenn die Kulturen das entscheidende Bestockungsstadium durchlaufen und die Konkurrenz um Licht und Nährstoffe ausgeschaltet werden muss.
Landwirte schätzen das Herbizid besonders für seine zuverlässige Wirkung gegen schwer bekämpfbare Leitunkräuter, selbst bei kühleren Temperaturen im Frühjahr. Dank der flexiblen Anwendungsmöglichkeit im BBCH-Bereich 13 bis 29 lässt sich die Behandlung optimal in den Arbeitskalender integrieren, um saubere Bestände und damit die Basis für hohe Erträge zu sichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Wirksamkeit von InnoProtect Antarktis basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel von Bifenox und Florasulam. Bifenox gehört zur HRAC-Gruppe 14 (ehemals Gruppe E) und fungiert als Protoporphyrinogen-Oxidase-Inhibitor (PPO-Inhibitor). Nach der Aufnahme über die Blätter und Sprossachsen führt es unter Lichteinfluss zu einer schnellen Zerstörung der Zellmembranen der Unkräuter, was sich in typischen Nekrosen und einem raschen Absterben der getroffenen Pflanzenteile äußert. Florasulam hingegen ist ein systemischer Wirkstoff aus der HRAC-Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) und blockiert das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS). Dies stoppt die Biosynthese essenzieller Aminosäuren (Valin, Leucin, Isoleucin), wodurch die Zellteilung in den Meristemen der Unkräuter sofort blockiert wird. Das Unkraut stellt das Wachstum ein, gefolgt von Chlorosen und einem schrittweisen Absterben der Vegetationspunkte innerhalb weniger Wochen.
Resistenzmanagement
Durch die Kombination von zwei Wirkstoffen mit völlig unterschiedlichen HRAC-Klassifizierungen (Gruppe 14 und Gruppe 2) bietet InnoProtect Antarktis ein integriertes Antiresistenzmanagement direkt aus der Kanistermischung. Um der Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei ALS-Hemmern – vorzubeugen, sollte dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge eingesetzt werden. Ein jährlicher Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. synthetischen Auxinen oder Wuchsstoffen) in den Folgejahren sowie der mechanische Zwischenfruchtanbau unterstützen den langfristigen Erhalt der Wirkstoffeffizienz auf dem Feld.
Mischbarkeit & Tankmischung
InnoProtect Antarktis zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine homogene Benetzung der Unkrautblätter zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme unterstützen. Mischungen mit stark sauren oder stark alkalischen Komponenten sowie AHL-Konzentraten bei Frostgefahr sollten vermieden werden, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit InnoProtect Antarktis ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, obligatorisch. Da der Wirkstoff Bifenox als gewässerbelastend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Einhaltung von Abdriftminderungsklassen strikt beachtet werden. Das Mittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen oder aktiver Bienenflug vermieden werden, um Nichtzielorganismen maximal zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für InnoProtect Antarktis im Frühjahr?
Der optimale Zeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr, sobald die Vegetation einsetzt und die Unkräuter aufzulaufen beginnen. Die Kultur sollte sich im BBCH-Stadium 13 (3-Blatt-Stadium) bis BBCH 29 (Ende der Bestockung) befinden. Da Florasulam bereits bei niedrigen Temperaturen ab ca. 2–5 °C wirkt, kann die Behandlung sehr früh im Jahr erfolgen.
Wie verhält sich das Herbizid bei Nachtfrösten nach der Anwendung?
Extrem tiefe Temperaturen oder starke Nachtfröste unmittelbar nach der Spritzung können die Kultur vorübergehend stressen und zu leichten, sich schnell verwachsenden Aufhellungen führen. Es wird empfohlen, die Behandlung nicht unmittelbar vor angekündigten starken Nachtfrösten (unter -3 °C) durchzuführen, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren.
Welche Unkräuter werden durch die Kombination von Bifenox und Florasulam besonders gut erfasst?
Die Kombination erfasst ein sehr breites Spektrum an zweikeimblättrigen Unkräutern. Hervorragende Wirkungsgrade werden bei Klettenlabkraut, Vogelmiere, Kamille-Arten, Klatschmohn, Hirtentäschelkraut und Ackersenf erzielt. Auch schwer bekämpfbare Arten wie Ehrenpreis-Arten und Taubnesseln werden durch den Kontaktwirkstoff Bifenox effektiv unterdrückt.
Ist nach der Anwendung von InnoProtect Antarktis der Nachbau von Zwischenfrüchten oder Folgekulturen eingeschränkt?
Nach dem regulären Einsatz im Frühjahr können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst alle üblichen Kulturen (wie Winterraps oder Wintergetreide) nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur aufgrund von Auswinterung oder Havarie sollte vor dem Nachbau empfindlicher Kulturen wie Leguminosen oder Rüben eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) durchgeführt werden, um Wirkstoffreste im Boden zu verdünnen.
Wie kann ich im Farmable-Portal prüfen, ob InnoProtect Antarktis für meine spezifische Getreideart zugelassen ist?
Nutzen Sie hierzu die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie nach der gewünschten Kultur (z. B. Winterweichweizen oder Sommergerste) und dem Schaderreger 'Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter'. Die Plattform gleicht Ihre Auswahl direkt mit den aktuellen BVL-Zulassungsdaten ab und zeigt Ihnen die exakten Aufwandmengen und BBCH-Fenster für Ihre Kultur an.
Benötigt InnoProtect Antarktis für eine optimale Wirkung eine hohe Bodenfeuchtigkeit?
Nein, da es sich primär um ein Blatt- und Kontaktherbizid handelt, ist die Wirkung weitgehend unabhängig von der Bodenfeuchtigkeit. Eine gute Benetzung der Unkrautblätter ist entscheidend. Dennoch begünstigt wüchsiges Wetter mit ausreichender Luftfeuchtigkeit die systemische Aufnahme von Florasulam und beschleunigt den Absterbeprozess.