InnoProtect Primus
InnoProtect Primus ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und anwenden. Es zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blattwerk und eine anschließende systemische Verteilung in der gesamten Schadpflanze aus, was selbst unter kühleren Witterungsbedingungen im zeitigen Frühjahr eine zuverlässige Wirkung sichert.
Das breite Zulassungsspektrum umfasst wichtige Getreidearten wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale sowie Sommergerste, Sommerweichweizen und Hafer. Damit bietet InnoProtect Primus dir eine flexible Lösung zur Unkrautbekämpfung in deiner Fruchtfolge. Besonders hervorzuheben ist die exzellente Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Leitunkräuter wie Klettenlabkraut, Kamille-Arten und Vogelmiere, die in Getreidebeständen oft massive Ertragseinbußen verursachen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Florasulam gehört zur chemischen Gruppe der Triazolopyrimidine und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (früher Gruppe B) eingestuft. Florasulam wirkt als selektiver Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch in die meristematischen Gewebe der Unkräuter transportiert. Durch die Blockade der ALS-Synthese kommt es zu einem sofortigen Wachstumsstopp der empfindlichen Schaderreger. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Nekrosen und das Absterben der Vegetationspunkte zeigen sich je nach Witterung nach wenigen Tagen bis Wochen, während die Kultur dank ihres schnellen metabolischen Abbaus des Wirkstoffs vollständig geschont wird.
Resistenzmanagement
Da Florasulam als ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) ein inhärent höheres Risiko für die Entstehung von Resistenzen aufweist, ist ein vorausschauendes Resistenzmanagement für dich unerlässlich. Um die langfristige Wirksamkeit zu sichern, solltest du InnoProtect Primus stets im Wechsel oder in Kombination mit Herbiziden einsetzen, die über einen anderen Wirkungsmechanismus verfügen – beispielsweise synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4) oder Photosynthesehemmer. Achte zudem darauf, mechanische Maßnahmen der Unkrautregulierung in dein Gesamtkonzept zu integrieren und die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um selektiven Druck auf Unkrautpopulationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
InnoProtect Primus weist eine hervorragende Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln auf, darunter Fungizide, Insektizide und flüssige Blattdünger. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Die Zugabe von geeigneten Formulierungshilfsmitteln (Adjuvantien) kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei verhärteten Wachsschichten der Unkräuter unter trockenen Bedingungen optimieren. Verwende sauberes Spritzwasser und vermeide extreme pH-Werte, um die Stabilität des Wirkstoffs in der Spritzbrühe nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit InnoProtect Primus steht der Schutz von Anwender und Umwelt an erster Stelle. Trage während der Anmischung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und Schutzhandschuhen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden verlegen. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, ist ein Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik konsequent zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 30–39 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.075 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 30–39 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.075 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 30–39 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.075 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 30–39 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Sommerhafer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.075 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Bis zu welchem Entwicklungsstadium der Getreidekulturen kann ich InnoProtect Primus anwenden?
Du kannst das Pflanzenschutzmittel flexibel ab dem Dreiblattstadium (BBCH 13) bis zum Erscheinen des letzten Blattes (Fahnenblattstadium, BBCH 39) der zugelassenen Getreidekulturen einsetzen. Dies gibt dir einen großen Spielraum, um den optimalen Behandlungszeitpunkt an das Auflaufen der Schaderreger anzupassen.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von InnoProtect Primus?
Das Mittel wirkt auch bei kühlen Temperaturen ab ca. 5 °C zuverlässig, da der Wirkstoff Florasulam sehr temperaturtolerant ist. Dennoch gilt: Je aktiver das Wachstum der Unkräuter (idealerweise bei wüchsigem, mildem Wetter), desto schneller wird der Wirkstoff aufgenommen und transportiert. Vermeide Anwendungen bei Frostgefahr oder extremer Trockenheit.
Was muss ich beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz beachten?
Nach der regulären Ernte des behandelten Getreides können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst ohne Einschränkungen Wintergetreide, Winterraps oder Zwischenfrüchte angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur solltest du den Boden tief pflügen und vorzugsweise wieder Getreide einsäen, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.
Kann ich InnoProtect Primus mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischen?
Ja, eine Mischung mit reinem AHL oder AHL-Wasser-Mischungen ist grundsätzlich möglich, sofern die Kulturen eine intakte Wachsschicht aufweisen und nicht unter Stress (z. B. durch Frost oder Trockenheit) stehen. Um Verbrennungen an den Blättern der Kultur zu vermeiden, solltest du die Anwendung nicht in der prallen Mittagssonne durchführen.
Warum ist die Bekämpfung von Klettenlabkraut mit diesem Produkt so effektiv?
Florasulam besitzt eine spezifisch hohe biologische Aktivität gegen Klettenlabkraut (Galium aparine). Selbst größere, bereits rankende Pflanzen werden systemisch erfasst und im Wachstum gestoppt, was InnoProtect Primus zu einem idealen Korrekturherbizid bei verspäteten Frühjahrsbehandlungen macht.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kulturen?
Du kannst in unserem Hub gezielt nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Winterweichweizen) filtern und die Suche mit dem gewünschten Schaderreger kombinieren. So erhältst du eine Übersicht aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen für den direkten Vergleich.